Die Christlich Demokratische Union (CDU) hat ihre für Freitag und Samstag geplante Bundesvorstandsklausur in Mainz kurzfristig abgesagt. Grund sind eindringliche Wetterwarnungen vor starkem Schneefall und gefährlichem Glatteis, die weite Teile Deutschlands betreffen. Die Entscheidung durchkreuzt den geplanten politischen Jahresauftakt der Partei und hat auch Konsequenzen für den Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz.
Die Tagung sollte unter der Leitung von Parteichef Friedrich Merz stattfinden und als strategischer Startpunkt für das Wahljahr 2026 dienen. Hunderte Teilnehmer und Medienvertreter hatten ihre Anreise geplant, doch die Sicherheit aller Beteiligten hatte nach Angaben der Partei Vorrang.
Das Wichtigste in Kürze
- Die CDU-Bundesvorstandsklausur in Mainz wurde wegen extremer Wetterwarnungen abgesagt.
- Rund 350 Teilnehmer und 100 Medienvertreter waren zu dem Treffen erwartet worden.
- Die Absage ist ein Rückschlag für den rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidaten Gordon Schnieder.
- Sturmtief "Elli" soll für Schnee, Sturm und Glatteis in Deutschland sorgen.
Sicherheit geht vor: Die Gründe für die Absage
Die Entscheidung zur Absage fiel nach sorgfältiger Abwägung der Risiken. Eine Parteisprecherin bestätigte, dass die "eindringlichen Wetterwarnungen und die damit verbundene Gefahrenlage" den Ausschlag gaben. Man rechnete mit erheblichen Störungen im Reiseverkehr, darunter Zug- und Flugausfälle, die eine sichere An- und Abreise der Teilnehmer unmöglich gemacht hätten.
Parteivorsitzender Friedrich Merz äußerte sich während eines Besuchs bei der Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im bayerischen Kloster Seeon zu der kurzfristigen Änderung. "Wir haben unsere Klausurtagung in Mainz leider absagen müssen aus Gründen der Witterung", erklärte Merz. Er betonte jedoch, dass die politische Arbeit weitergehe. "Wir werden aber trotzdem morgen eine Präsidiumssitzung des CDU-Präsidiums virtuell haben und da auch noch einmal ein paar Beschlüsse fassen."
Zahlen und Fakten zur abgesagten Tagung
- Geplanter Zeitraum: Freitag und Samstag
- Ort: Ein Hotel am Rheinufer in Mainz
- Erwartete Teilnehmer: ca. 350 Personen
- Akkreditierte Medien: ca. 100 Vertreter
- Politisches Ziel: Auftakt für das Wahljahr 2026 mit fünf Landtagswahlen
Ein Dämpfer für den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz
Die Klausurtagung in Mainz war nicht nur für die Bundespartei von Bedeutung. Sie sollte auch dem rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidaten Gordon Schnieder medialen Rückenwind verschaffen. In Rheinland-Pfalz wird in rund zehn Wochen ein neuer Landtag gewählt, und die CDU hofft, die Staatskanzlei nach 35 Jahren SPD-geführter Regierungen zurückzuerobern.
Mehrere gemeinsame Auftritte von Merz und Schnieder waren rund um die Klausur geplant. Dazu zählten ein Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands Mainz-Bingen sowie ein Bürgerdialog in Mainz-Mombach. Diese Termine müssen nun ohne den Bundesvorsitzenden stattfinden oder entfallen ganz, was eine verpasste Chance für die CDU im Land darstellt.
"Die Absage der Bundesvorstandsklausur in Mainz ist bedauerlich, aber unter den aktuellen Umständen verantwortungsvoll und richtig."
Schnieder selbst unterstützte die Entscheidung der Parteiführung uneingeschränkt. "Die Sicherheit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat für die CDU oberste Priorität", so Schnieder. Angesichts der Wetterprognosen und der zu erwartenden Verkehrsbeeinträchtigungen sei eine Durchführung der Veranstaltung nicht zu verantworten gewesen. Er äußerte die Hoffnung, dass die inhaltlichen Beratungen schnell nachgeholt werden.
Sturmtief "Elli" legt Deutschland lahm
Verantwortlich für die chaotischen Wetteraussichten ist Sturmtief "Elli", das in der Nacht zum Freitag über Deutschland ziehen soll. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für weite Teile des Landes Warnungen herausgegeben. Meteorologen sprechen von einem "echten Wetterkrimi", da die genauen Auswirkungen schwer vorherzusagen sind.
Was erwartet wird
Besonders betroffen sollen Ostdeutschland, der Harz und die Region zwischen Bremen und Hamburg sein. Dort werden teils kräftige und anhaltende Schneefälle erwartet. Im Süden und Westen, also auch in der Region um Mainz, soll der Schnee im Laufe des Freitags in Regen übergehen. Die größte Gefahr besteht hier durch gefrierenden Regen auf kalten Böden, was zu massivem Glatteis führen kann.
Behörden warnen: Bleiben Sie zu Hause!
Sowohl Meteorologen als auch Behörden raten der Bevölkerung dringend, unnötige Fahrten zu vermeiden. Wer nicht zwingend unterwegs sein muss, sollte zu Hause bleiben und das Auto stehen lassen. Die Deutsche Bahn hat bereits angekündigt, dass es witterungsbedingt zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen im Fern- und Regionalverkehr kommen wird.
Wie geht es für die CDU weiter?
Trotz der Absage des physischen Treffens will die Parteispitze die Zeit nutzen. Die geplante virtuelle Präsidiumssitzung soll sicherstellen, dass wichtige Entscheidungen nicht aufgeschoben werden. Im Zentrum der Diskussionen sollte die "Mainzer Erklärung" stehen, ein Papier mit Vorschlägen zur Ankurbelung der deutschen Wirtschaft.
Nun wird überlegt, die nächste reguläre Vorstandssitzung am 19. Januar zu einer erweiterten Klausurtagung auszubauen, um die ausgefallenen Beratungen nachzuholen. Eine endgültige Entscheidung darüber steht jedoch noch aus. Für die CDU bedeutet die wetterbedingte Planänderung einen holprigen Start in ein politisch wichtiges Jahr.




