Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) werden ihre verstärkten Sicherheitspatrouillen an den Haltestellen Ebertplatz und Neumarkt auch im kommenden Jahr fortsetzen. Diese Entscheidung folgt auf eine positive Bilanz der diesjährigen Rund-um-die-Uhr-Bewachung durch einen externen Sicherheitsdienst, die nach Angaben der KVB zu einer spürbaren Verbesserung der Lage geführt hat.
Für viele Kölnerinnen und Köln gelten der Ebertplatz und der Neumarkt seit Langem als Orte, die sie insbesondere in den Abendstunden meiden. Die Präsenz von Drogenszenen und die damit verbundenen Begleiterscheinungen haben das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste stark beeinträchtigt. Die nun verlängerte Maßnahme soll diesem Problem weiterhin entgegenwirken.
Das Wichtigste in Kürze
- Die KVB setzt die 24/7-Sicherheitsstreifen am Ebertplatz und Neumarkt auch im nächsten Jahr fort.
- Grund ist eine positive Bewertung der Maßnahme, die zu weniger Beschwerden führte.
- KVB-Chefin Stefanie Haaks bezeichnet die Situation für Fahrgäste zuvor als „vielfach unerträglich“.
- Die Stadt Köln arbeitet parallel an langfristigen Lösungen, wie baulichen Veränderungen am Ebertplatz.
Ein positives Fazit nach einem Jahr
Die KVB zieht eine erfreuliche Bilanz des Einsatzes. Seit der Einführung der permanenten Sicherheitsstreifen habe sich die Situation an den beiden zentralen Verkehrsknotenpunkten merklich entspannt. Nach offiziellen Angaben des Unternehmens ist die Zahl der Beschwerden über Drogenhandel und Belästigungen durch wohnungslose Personen deutlich zurückgegangen.
Diese Entwicklung wird als direkter Erfolg der erhöhten Präsenz von Sicherheitspersonal gewertet. Die Mitarbeiter des beauftragten Dienstleisters sind rund um die Uhr vor Ort, um für Ordnung zu sorgen und als Ansprechpartner für Fahrgäste zu dienen. Ihr Auftrag ist es, Konflikte frühzeitig zu erkennen und deeskalierend einzugreifen.
Hintergrund: Problemzonen im Herzen der Stadt
Sowohl der Ebertplatz als auch der Neumarkt sind seit Jahren als soziale Brennpunkte bekannt. Insbesondere die unübersichtlichen unterirdischen Passagen und Haltestellenbereiche wurden zu Rückzugsorten für Drogenkonsumenten und Dealer. Dies führte zu einer stetig wachsenden Verunsicherung bei den Fahrgästen und Passanten.
Stimme der KVB-Führung
Stefanie Haaks, die Vorstandsvorsitzende der KVB, unterstreicht die Notwendigkeit der Maßnahme. Sie beschreibt die Zustände vor der Einführung der Dauerpatrouillen als eine für die Fahrgäste „vielfach unerträgliche Situation“. Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kunden hätten oberste Priorität.
„Es ist ein wichtiger Beitrag, um die für Fahrgäste vielfach unerträglichen Situationen zu verbessern“, so Haaks zur Verlängerung des Projekts.
Mit der Fortführung der Bewachung will die KVB ein klares Signal senden, dass sie die Sorgen ihrer Fahrgäste ernst nimmt. Gleichzeitig wird betont, dass dies nur ein Teil einer umfassenderen Strategie sein kann.
Langfristige Lösungen sind gefragt
Die KVB sieht die permanenten Patrouillen als eine wichtige Überbrückungsmaßnahme, bis die Stadt Köln nachhaltige Lösungen umsetzt. Stefanie Haaks äußerte die Erwartung, dass der Stadtrat im kommenden Jahr eine langfristige und tragfähige Strategie für die Problembereiche beschließen wird.
Ein zentraler Punkt dieser Strategie sind bauliche Veränderungen. Insbesondere für den Ebertplatz gibt es konkrete Pläne, die eine grundlegende Umgestaltung vorsehen. Dazu gehört unter anderem die Idee, bestimmte unterirdische Zugänge und Passagen zuzuschütten, um dunkle und unübersichtliche Ecken zu beseitigen. Solche Maßnahmen sollen die soziale Kontrolle erhöhen und Angsträume reduzieren.
Geplante Maßnahmen am Ebertplatz
- Verfüllung von Zugängen: Weniger genutzte oder problematische Eingänge könnten geschlossen werden.
- Bessere Beleuchtung: Ein neues Lichtkonzept soll die gesamte Anlage heller und freundlicher gestalten.
- Kulturelle Nutzung: Die Förderung von Kunst- und Kulturprojekten im Bereich des Platzes soll für eine positive Belebung sorgen.
Kooperation der Behörden bleibt bestehen
Unabhängig von dem privaten Sicherheitsdienst werden die gemeinsamen Streifen von KVB, Ordnungsamt und Polizei fortgesetzt. Diese Kooperation hat sich bewährt, um koordiniert gegen Kriminalität und Ordnungsstörungen vorzugehen.
Während sich der Sicherheitsdienst der KVB primär auf die Haltestellenbereiche konzentriert, decken die gemeinsamen Streifen ein größeres Areal ab und verfügen über erweiterte hoheitliche Befugnisse. Diese Zusammenarbeit verschiedener Akteure gilt als entscheidend für einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz.
Die Verlängerung der Sicherheitsmaßnahmen ist für viele Kölner eine willkommene Nachricht. Sie zeigt, dass die Verantwortlichen die Probleme anerkennen und aktiv nach Lösungen suchen. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, von temporären Maßnahmen zu einer dauerhaften Befriedung der Situation an den zentralen Plätzen der Stadt zu gelangen.




