Pendler und Reisende in Köln müssen sich im November auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Der Kölner Hauptbahnhof wird für zehn Tage weitgehend für den Regional- und Fernverkehr gesperrt. Grund dafür ist die Inbetriebnahme eines neuen elektronischen Stellwerks durch die Deutsche Bahn.
Die Sperrung beginnt am Freitag, den 14. November um 21 Uhr und dauert bis Montag, den 24. November um 5 Uhr morgens an. Während dieser Zeit werden fast alle Züge umgeleitet oder fallen aus. Lediglich die S-Bahnen und eine Regionallinie können den Hauptbahnhof weiterhin anfahren.
Das Wichtigste in Kürze
- Was: Sperrung des Kölner Hauptbahnhofs für Fern- und Regionalverkehr.
- Wann: Vom 14. November (21 Uhr) bis 24. November (5 Uhr).
- Warum: Inbetriebnahme eines neuen elektronischen Stellwerks.
- Ausnahmen: S-Bahn-Linien und die RB 25 verkehren weitgehend planmäßig.
- Folgen: Massive Umleitungen, Haltausfälle und längere Reisezeiten.
Ein modernes Herz für den Kölner Bahnverkehr
Die zehntägige Sperrung markiert einen entscheidenden Schritt in einem der größten Modernisierungsprojekte der Deutschen Bahn in der Region. Die Inbetriebnahme der zweiten Baustufe des neuen elektronischen Stellwerks soll den Zugverkehr im vielbefahrenen Knotenpunkt Köln zukünftig zuverlässiger und stabiler machen.
Die Deutsche Bahn investiert rund 360 Millionen Euro in die Erneuerung der Leittechnik. In den vergangenen vier Jahren wurden dafür umfangreiche Vorarbeiten geleistet, die nun in die finale Phase gehen.
Zahlen zum Projekt
- 176 neue Signale wurden aufgestellt.
- 208 Kilometer Kabel wurden neu verlegt.
- 11 neue Signalbrücken wurden errichtet.
- 2 Weichen wurden erneuert.
Ab Ende November wird die neue Schaltzentrale den gesamten Zugverkehr im Kölner Hauptbahnhof steuern, der täglich von rund 1.300 Zügen durchfahren wird. Dies soll die Anfälligkeit für Störungen reduzieren und die Kapazität des Netzes besser ausschöpfen.
Massive Auswirkungen auf den Fernverkehr
Für Reisende im Fernverkehr bedeutet die Baumaßnahme erhebliche Planänderungen. Viele ICE- und IC-Verbindungen werden umgeleitet und halten an alternativen Bahnhöfen in Köln oder fallen komplett aus.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
Richtung Brüssel und Aachen: ICE-Züge halten ersatzweise in Köln-Ehrenfeld statt am Hauptbahnhof.
Richtung Amsterdam: Züge werden nach Köln Messe/Deutz umgeleitet.
Richtung Berlin: Die Anzahl der Direktverbindungen wird stark reduziert. Es verkehrt nur noch alle zwei Stunden ein Zug von und nach Köln Messe/Deutz. Die Bahn empfiehlt, auf stündliche Verbindungen mit Umstieg in Düsseldorf auszuweichen.
Richtung Frankfurt (Schnellfahrstrecke): Alle Züge starten und enden in Köln Messe/Deutz. Die Züge, die normalerweise nur zwischen Köln und Frankfurt pendeln, entfallen ersatzlos.
Richtung Süden (Bonn, Koblenz, Mainz): Die meisten Züge halten nicht mehr im Kölner Raum. Einzelne Verbindungen werden nach Köln Süd umgeleitet, das Angebot ist jedoch stark eingeschränkt.
Richtung Norden (Bremen, Hamburg): Auch hier kommt es zu erheblichen Einschränkungen. Direktverbindungen nach Norddeich starten beispielsweise erst ab Düsseldorf oder fallen ganz aus.
Auch der Regionalverkehr ist stark betroffen
Nicht nur Fernreisende, sondern auch tausende Pendler aus der Region müssen sich auf einen veränderten Alltag einstellen. Mit Ausnahme der S-Bahnen und der Linie RB 25 sind alle Regionalzüge von den Maßnahmen betroffen.
Was bedeutet das für Pendler?
Viele Regionalexpress-Linien (RE) werden über alternative Routen um den Kölner Hauptbahnhof herumgeführt. Wichtige Halte wie Köln Hbf, Köln Messe/Deutz oder Köln-Mülheim entfallen. Stattdessen werden Ersatzhalte in Bahnhöfen wie Dormagen, Neuss oder Leverkusen eingerichtet. Bei den Regionalbahnen (RB) kommt es auf vielen Linien zu Teilausfällen, bei denen ganze Streckenabschnitte nicht bedient werden können. Reisende müssen sich auf deutlich längere Fahrzeiten und zusätzliche Umstiege einstellen.
S-Bahn und KVB sichern die Mobilität in der Stadt
Während der zehntägigen Sperrung bilden die S-Bahn und die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Köln. Die S-Bahnen fahren, mit wenigen Ausnahmen, planmäßig durch den Hauptbahnhof und stellen so die wichtigste Verbindung über den Rhein sicher.
Allerdings gibt es auch im S-Bahn-Verkehr zwei nächtliche Einschränkungen:
- In der Nacht vom 18. auf den 19. November können die Linien S 12 und S 19 nicht fahren.
- In der Nacht vom 19. auf den 20. November wird der S-Bahn-Verkehr für acht Stunden komplett eingestellt.
Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist nur für diese vereinzelten nächtlichen Ausfälle geplant. Tagsüber wird darauf verzichtet, da die S-Bahnen und das dichte Netz der KVB die Erreichbarkeit der Innenstadt sicherstellen. Reisenden wird dringend empfohlen, sich vor Fahrtantritt über Online-Auskunftsmedien über ihre spezifische Verbindung zu informieren.




