In Köln-Dünnwald sorgt eine Ampel für anhaltenden Ärger und hohe Kosten. An der Kreuzung Berliner Straße und Odenthaler Straße wird ein Ampelmast regelmäßig, teils wöchentlich, von Lastwagen beschädigt. Anwohner sind frustriert, und die Stadtverwaltung plant eine Lösung, die jedoch auf sich warten lässt.
Die wiederholten Vorfälle werfen Fragen zur Verkehrsplanung und Sicherheit auf, insbesondere da sich in unmittelbarer Nähe eine Grundschule befindet.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Ampel in Köln-Dünnwald wird fast wöchentlich durch Unfälle beschädigt.
- Ursache sind meist Lastwagen, die eine angrenzende Tankstelle anfahren.
- Die Stadt Köln bestätigt das Problem und plant, den Ampelmast zu versetzen.
- Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahme existiert noch nicht.
- Anwohner und Eltern äußern Bedenken wegen der Sicherheit, da eine Grundschule in der Nähe ist.
Ein Dauerärgernis in Dünnwald
Für die Anwohner an der Berliner Straße, Ecke Odenthaler Straße, ist es ein vertrautes und zugleich frustrierendes Bild: eine demolierte Ampel. Das Glas ist zerbrochen, Kabel hängen aus dem Gehäuse, und der Mast selbst ist oft verbogen. „Es ist kaum zu glauben, aber diese Ampel wird mindestens einmal die Woche kaputtgefahren“, berichtet ein Anwohner, der die Situation seit Langem beobachtet.
Die Regelmäßigkeit der Schäden ist auffällig. Oft vergehen nur wenige Tage oder sogar Stunden zwischen einer Reparatur und der nächsten Beschädigung. Ein konkreter Vorfall verdeutlicht das Ausmaß des Problems: An einem Vormittag wurde die Anlage instand gesetzt, doch schon am selben Abend war sie erneut ein Trümmerhaufen.
Die Ursache: Eine unglückliche Position
Die Gründe für die wiederholten Kollisionen sind schnell gefunden. Direkt neben der Kreuzung befindet sich eine Tankstelle, die häufig von großen Lastwagen angefahren wird. Beim Ein- oder Ausbiegen touchieren die Fahrzeuge regelmäßig den unglücklich positionierten Ampelmast.
Ein Sprecher der Stadt Köln bestätigte diese Beobachtung. „Ursächlich sind hierbei meist Lastwagen, die beim Ein- oder Ausfahren aus der Tankstelle den Mast touchieren“, heißt es vonseiten der Verwaltung. Die Position der Ampel scheint für die Fahrer großer Fahrzeuge schwer einsehbar oder beim Rangieren ein unüberwindbares Hindernis zu sein.
Kontext: Verkehrsplanung und Sicherheit
Die Platzierung von Verkehrsanlagen wie Ampeln folgt strengen Vorschriften, um Sichtbarkeit und Sicherheit zu gewährleisten. In diesem Fall scheint die Kombination aus engen Platzverhältnissen, der Zufahrt zur Tankstelle und dem Verkehrsfluss zu einer problematischen Situation geführt zu haben, die ständige Reparaturen erfordert.
Hohe Kosten und Sicherheitsbedenken
Die ständigen Reparaturen sind nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein erheblicher Kostenfaktor für die Stadtkasse. Während die genauen Kosten für die einzelnen Reparaturen nicht beziffert wurden, gibt die Stadt allgemeine Zahlen zur Orientierung.
Kosten einer Ampelanlage
- Eine einfache Fußgängerampel kostet die Stadt rund 34.000 Euro.
- Für eine komplexe Ampelanlage an einer Kreuzung können die Kosten auf über 90.000 Euro ansteigen.
- In Köln sind insgesamt fast 1.000 Ampelanlagen in Betrieb, deren Wartung und Instandhaltung einen erheblichen Teil des Verkehrsetats ausmachen.
Noch wichtiger als die finanziellen Aspekte sind jedoch die Sicherheitsbedenken. Die beschädigte Ampel regelt den Verkehr an einer belebten Kreuzung. Besonders kritisch ist die Lage, weil sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Grundschule befindet. Eltern und Anwohner befürchten, dass ein Ausfall der Ampel die Sicherheit der Schulkinder gefährden könnte.
Eine defekte Ampel kann zu unklaren Verkehrssituationen führen und das Risiko von Unfällen für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, erhöhen. Die Notwendigkeit einer funktionierenden Signalanlage ist hier also von besonderer Bedeutung.
Stadt plant Versetzung – Aber wann?
Die Stadtverwaltung ist sich des Problems bewusst und hat eine Lösung ins Auge gefasst. „Die Stadt Köln plant, den Ampelmast zu versetzen“, erklärte ein Sprecher. Durch eine neue Positionierung soll der Mast aus dem direkten Gefahrenbereich der rangierenden Lastwagen gerückt werden.
Diese Ankündigung wird von den Anwohnern begrüßt, doch ein wichtiger Punkt sorgt für Unsicherheit: „Ein Zeitpunkt dafür kann aktuell noch nicht benannt werden“, so der Sprecher weiter. Diese vage Aussage lässt befürchten, dass die provisorische Lösung mit ständigen Reparaturen noch eine Weile andauern könnte.
„Es ist richtig, dass der besagte Ampelmast in der vergangenen Zeit mehrfach angefahren und beschädigt wurde. Die Stadt Köln plant, den Ampelmast zu versetzen.“
- Sprecher der Stadt Köln
Ein Symbol für alltägliche Herausforderungen
Der Fall der „Trottel-Ampel“, wie sie von manchen Anwohnern genannt wird, ist mehr als nur eine lokale Kuriosität. Er steht symbolisch für die Herausforderungen, mit denen städtische Verwaltungen bei der Instandhaltung der Infrastruktur konfrontiert sind. Oft sind es kleine, aber hartnäckige Probleme, deren Lösung Zeit, Planung und finanzielle Mittel erfordert.
Für die Menschen in Dünnwald bleibt die Hoffnung, dass die geplante Versetzung nicht in den Mühlen der Bürokratie stecken bleibt. Bis dahin werden sie wohl weiterhin mit einem wachsamen Auge auf ihre Ampel blicken und hoffen, dass sie den nächsten Lkw unbeschadet übersteht.




