Die Stadtbahnhaltestelle „Porz Markt“ wird Fahrgästen der KVB-Linie 7 noch viele weitere Monate nicht zur Verfügung stehen. Nach Abschluss der Untersuchungen hat die Stadtverwaltung nun die Ursache für die Absackungen des Bahnsteigs bekannt gegeben und einen Zeitplan für die Wiedereröffnung vorgelegt. Pendler müssen sich mindestens bis zum Ende der Sommerferien 2026 auf die Nutzung von Ersatzhaltestellen einstellen.
Die umfangreichen Schäden im Untergrund erfordern eine komplexe Sanierung, die eine längere Sperrung unumgänglich macht. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und die Stadt arbeiten an einer Lösung, um die wichtige Haltestelle im Herzen von Porz so schnell wie möglich wieder sicher in Betrieb nehmen zu können.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Haltestelle „Porz Markt“ bleibt voraussichtlich bis Ende der Sommerferien 2026 gesperrt.
- Ursache sind verrottete Holzreste einer Baugrubensicherung, die Hohlräume bis zu sechs Meter Tiefe hinterlassen haben.
- Zwei Ersatzbahnsteige bleiben für die Linie 7 in beide Fahrtrichtungen in Betrieb.
- Die Sanierung hängt von der rechtzeitigen Bereitstellung der Finanzmittel und der Vergabe der Bauaufträge ab.
Unerwartete Ursache für die Absackungen entdeckt
Monatelang wurde über die Gründe für die sichtbaren Schäden an der Haltestelle „Porz Markt“ gerätselt. Nun liegt das Ergebnis eines geologischen Gutachtens vor, das eine überraschende Ursache ans Licht bringt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, sind verrottete Holzreste im Untergrund für die Instabilität verantwortlich.
Diese Holzbauteile waren Teil einer sogenannten Trägerbohlwand, auch als „Berliner Verbau“ bekannt. Diese temporäre Stützkonstruktion wurde beim Bau des über der Haltestelle liegenden Gebäudes verwendet, um die Baugrube zu sichern. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurden Teile dieser Holzkonstruktion offenbar im Erdreich belassen.
Über die Jahre sind diese organischen Materialien verrottet und haben Hohlräume hinterlassen. „Die festgestellten Schäden unterhalb des Bahnsteigs sind umfangreicher, als es zunächst den Anschein hatte“, erklärte ein Sprecher der Stadt. Die Untersuchungen zeigten Hohlräume und Unregelmäßigkeiten im Baugrund, die bis in eine Tiefe von rund sechs Metern reichen.
Eine schrittweise Sperrung seit Sommer 2025
Die Probleme an der Haltestelle wurden erstmals im Sommer letzten Jahres offensichtlich. Im Juli 2025 musste der Bahnsteig in Fahrtrichtung Zündorf gesperrt werden, nachdem deutliche Absackungen festgestellt wurden. Als erste Maßnahme richtete die KVB einen Ersatzbahnsteig auf Höhe des Parkplatzes an der Mühlenstraße ein.
Doch die Situation verschärfte sich. Nur wenige Wochen später, am 22. August 2025, wurde auch der gegenüberliegende Bahnsteig in Fahrtrichtung Kölner Innenstadt aus Sicherheitsgründen gesperrt. Dies führte zu erheblichen Einschränkungen für die Fahrgäste.
Was ist ein Berliner Verbau?
Der Berliner Verbau ist eine Methode zur Sicherung von Baugrubenwänden, die vor allem in städtischen Gebieten mit lockeren Böden eingesetzt wird. Dabei werden Stahlträger senkrecht in den Boden gerammt. Die Zwischenräume werden dann schrittweise mit Holzbohlen oder anderen Materialien ausgefüllt, während die Grube ausgehoben wird. Normalerweise werden diese temporären Strukturen nach Abschluss der Bauarbeiten wieder entfernt. Im Fall von Porz Markt scheinen Teile im Boden verblieben zu sein.
Langer Weg zur Wiedereröffnung
Die Fahrgäste der Linie 7 müssen sich auf eine lange Zeit mit Provisorien einstellen. Die Stadt Köln hat sich das Ziel gesetzt, die regulären Bahnsteige zum Ende der Sommerferien 2026 wieder in Betrieb zu nehmen. Dieser Zeitplan steht jedoch unter Vorbehalt.
Die Umsetzung hängt von zwei entscheidenden Faktoren ab:
- Finanzierung: Die notwendigen Finanzmittel müssen fristgerecht bereitgestellt werden.
- Bauvergabe: Die Ausschreibung und Vergabe der komplexen Sanierungsarbeiten an Fachfirmen muss ohne Verzögerungen erfolgen.
Bis dahin bleiben die beiden Ersatzhaltestellen die einzige Möglichkeit für Fahrgäste, in Porz die Linie 7 zu nutzen. Der Ersatzbahnsteig in Fahrtrichtung Köln, der sich rund 200 Meter von der ursprünglichen Haltestelle entfernt im Glashüttenpark befindet, wurde erst Ende Oktober 2025 als stabilere Lösung im Vergleich zum anfänglichen Bus-Shuttle eingerichtet.
Zeitlicher Ablauf der Sperrung
- Juli 2025: Sperrung des Bahnsteigs Richtung Zündorf.
- 22. August 2025: Sperrung des Bahnsteigs Richtung Köln.
- Ende Oktober 2025: Einrichtung des zweiten Ersatzbahnsteigs am Glashüttenpark.
- Februar 2026: Bekanntgabe der Ursache und des voraussichtlichen Zeitplans.
- Ende Sommerferien 2026: Geplante Wiedereröffnung der regulären Haltestelle.
Auswirkungen auf den Nahverkehr in Porz
Die Haltestelle „Porz Markt“ ist ein zentraler Knotenpunkt im rechtsrheinischen Kölner Süden. Die langfristige Sperrung stellt für Tausende von täglichen Pendlern, Schülern und Anwohnern eine erhebliche Belastung dar. Die provisorischen Haltestellen sind zwar funktional, bedeuten aber längere Fußwege und eine veränderte Verkehrssituation vor Ort.
Die KVB und die Stadtverwaltung betonen, dass die Sicherheit der Fahrgäste oberste Priorität habe. Die Sperrung sei unumgänglich gewesen, um eine Gefährdung auszuschließen. Nun liegt der Fokus darauf, die Sanierungsarbeiten so effizient wie möglich zu planen und durchzuführen.
„Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat absoluten Vorrang. Die aufwendige Sanierung ist notwendig, um die Haltestelle langfristig wieder sicher und zuverlässig betreiben zu können“, so ein Vertreter der Stadt.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob der ehrgeizige Zeitplan eingehalten werden kann. Die Porzer Bürger müssen sich vorerst weiterhin mit den provisorischen Lösungen arrangieren und hoffen, dass die Linie 7 bald wieder wie gewohnt am zentralen Marktplatz halten kann.




