Ende Oktober 2025 wird Köln zum Zentrum für Liebhaber der Musik von Johann Sebastian Bach. Das Musikforum e. V. veranstaltet vom 31. Oktober bis zum 2. November das Festival „Dialoge“. An drei verschiedenen Orten in der Stadt finden Konzerte, Vorträge und Kantatenaufführungen statt, die sich dem Thema des musikalischen Gesprächs in Bachs Werken widmen.
Das dreitägige Programm beleuchtet, wie Bach musikalische Rede und Gegenrede komponierte. Die Veranstaltungen werden in der Friedenskirche in Mülheim, dem Museum für Angewandte Kunst Köln und der Trinitatiskirche durchgeführt. Renommierte Künstler wie Christoph Spering, Christoph Bossert und Christine Schornsheim gestalten das Programm.
Wichtige Informationen zum Festival
- Was: Bach-Festival „Dialoge“
- Wann: 31. Oktober bis 2. November 2025
- Wo: Friedenskirche Mülheim, Museum für Angewandte Kunst, Trinitatiskirche Köln
- Thema: Musikalische Rede und Gegenrede in Bachs Kompositionen
- Veranstalter: Musikforum e. V.
Ein Wochenende im Zeichen des musikalischen Gesprächs
Das Festival „Dialoge“ konzentriert sich auf ein zentrales Element in Bachs Schaffen: die Fähigkeit, Musik wie ein Gespräch zu gestalten. In seinen Werken treten Stimmen und Instrumente in einen lebhaften Austausch, der von einfachen Frage-Antwort-Strukturen bis hin zu komplexen, vielschichtigen Diskussionen reicht. Das Programm wurde entwickelt, um dieses kompositorische Prinzip für das Publikum erlebbar zu machen.
Der Veranstalter, das Musikforum e. V., hat dafür ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Es umfasst Orgel- und Cembalomusik, Chorkonzerte und die Aufführung von Kantaten. Jeder Programmpunkt ist darauf ausgerichtet, eine andere Facette des „Dialogs“ bei Bach zu beleuchten, sei es der Austausch zwischen zwei Chören, das Zwiegespräch zwischen Gesangssolisten oder die innere Auseinandersetzung in der Tastenmusik.
Festivalauftakt in der Friedenskirche Mülheim
Das Festival beginnt am Freitag, den 31. Oktober 2025, in der Friedenskirche in Köln-Mülheim. Der Abend startet um 20:00 Uhr mit einem „Bach-Portrait in Wort und Ton“. Der Organist Christoph Bossert wird die Zuhörer auf eine Reise durch Bachs Tastenmusik mitnehmen. Dabei erklingen Stücke von der frühen Neumeister-Sammlung bis hin zur späten „Kunst der Fuge“.
Bossert wird die Musikstücke nicht nur spielen, sondern auch erläutern und so die dialogischen Elemente in den Kompositionen verständlich machen. Vor dem Konzert findet um 19:00 Uhr eine Andacht zum Reformationstag statt. Der Einlass zum Konzert beginnt um 19:45 Uhr. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.
Der Veranstaltungsort: Friedenskirche Köln-Mülheim
Die Friedenskirche in der Wallstraße 70 ist nicht nur ein sakraler Raum, sondern auch ein wichtiger Ort für Kirchenmusik in Köln. Ihre Woehl-Orgel ist besonders für die Interpretation von Barockmusik geschätzt und bietet ideale klangliche Voraussetzungen für die Werke Johann Sebastian Bachs.
Chormusik und Vortrag am Samstag
Der Samstag, der 1. November 2025, steht ebenfalls im Zeichen der Musik in der Friedenskirche. Der Tag beginnt um 17:00 Uhr mit einem Vortrag von Christoph Bossert. Unter dem Titel „Bildnis Bachs und deren Verweis auf das Unsichtbare“ wird er über die tieferen, spirituellen Ebenen in Bachs Musik sprechen. Musikalische Beispiele an der Orgel werden seine Ausführungen illustrieren.
Am Abend um 19:00 Uhr folgt ein großes Chorkonzert. Der Chorus Musicus Köln unter der Leitung von Christoph Spering führt gemeinsam mit Christoph Bossert an der Orgel Bachs berühmte Motetten auf. Diese Werke sind ein Paradebeispiel für den musikalischen Dialog, insbesondere durch ihre oft doppelchörige Anlage, bei der sich zwei Chorgruppen gegenseitig antworten und ergänzen. Auf dem Programm stehen außerdem ausgewählte Orgelwerke, die das Thema des Kontrapunkts und des figurierten Chorals vertiefen.
Die doppelchörigen Motetten Bachs sind wie ein intensives Zwiegespräch, in dem theologische Ideen musikalisch verhandelt werden. Die Architektur der Friedenskirche unterstützt diese dialogische Wirkung auf besondere Weise.
Cembalo und Kantaten am Sonntag
Am letzten Festivaltag, dem 2. November 2025, wechselt das Festival die Spielorte und rückt andere Instrumente und Gattungen in den Fokus. Der Nachmittag gehört der Cembalomusik im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK).
Ein musikalischer Wettstreit im Museum
Von 17:00 bis 18:15 Uhr stellt die Cembalistin Christine Schornsheim in den Räumlichkeiten des MAKK, An der Rechtschule 2, Werke von Johann Caspar Ferdinand Fischer denen aus Bachs „Wohltemperiertem Clavier“ gegenüber. Fischer war ein Zeitgenosse Bachs, dessen Werk „Ariadne musica“ als wichtiger Vorläufer für Bachs Sammlung von Präludien und Fugen in allen Tonarten gilt. Das Konzert macht den kreativen Dialog zwischen den beiden Komponisten hörbar.
Hintergrund: Bach und seine Vorbilder
Johann Sebastian Bach studierte die Werke seiner Vorgänger und Zeitgenossen intensiv. Komponisten wie Dietrich Buxtehude, Georg Böhm und eben auch Johann Caspar Ferdinand Fischer lieferten ihm wichtige Impulse. Bach entwickelte deren Ideen jedoch weiter und führte sie zu einer bis dahin unerreichten Komplexität und Ausdruckstiefe.
Das Finale mit den „Dialog-Kantaten“
Den feierlichen Abschluss des Festivals bildet um 19:00 Uhr ein Konzert in der Trinitatiskirche am Filzengraben 4. Aufgeführt werden Bachs „Dialog-Kantaten“. In diesen besonderen Werken wird ein Zwiegespräch zwischen der menschlichen Seele (oft vom Sopran gesungen) und Christus (vom Bass oder Bariton dargestellt) vertont.
Die Solisten des Abends sind die Sopranistin Marie Luise Werneburg und der Bariton Thomas E. Bauer. Sie werden vom Neuen Orchester unter der Leitung von Christoph Spering begleitet. Die Moderation des Konzerts übernehmen Michael Maul und Bernhard Schrammek, die durch ihren MDR-Podcast über Bach-Kantaten einem breiten Publikum bekannt sind. Sie werden Einblicke in die theologischen und musikalischen Hintergründe der Werke geben.
Informationen zu Tickets und Eintritt
Die Zugänglichkeit des Festivals wird durch eine gemischte Preisstruktur gewährleistet. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen in der Friedenskirche Mülheim am Freitag und Samstag ist frei. Die Veranstalter bitten jedoch um Spenden zur Deckung der Kosten.
Für die Konzerte am Sonntag gelten folgende Preise:
- Museum für Angewandte Kunst: 20 Euro (ermäßigt 15 Euro)
- Trinitatiskirche: 20 Euro (ermäßigt 15 Euro)
Karten sind im Vorverkauf über die Webseiten www.koelnticket.de und www.bach-koeln.info erhältlich. Es wird empfohlen, den Vorverkauf zu nutzen, da die Platzkapazitäten begrenzt sind.




