Angesichts der angespannten Wohnungsmarktlage für Studierende vor Beginn des Wintersemesters hat die Stadt Köln eine Sofortmaßnahme ergriffen. In Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität zu Köln wird eine Immobilie in Dellbrück als temporäre Notschlafstelle für bis zu 80 wohnungslose Studierende eingerichtet.
Wichtige Informationen auf einen Blick
- Angebot: Bis zu 80 kostenlose Notfall-Schlafplätze für Studierende.
- Standort: Eine städtische Immobilie am Dellbrücker Mauspfad in Köln-Dellbrück.
- Zeitraum: Das Angebot gilt befristet vom 6. Oktober bis zum 16. November 2025.
- Organisation: Die Vergabe der Plätze erfolgt ausschließlich über den AStA der Universität zu Köln.
- Hintergrund: Reaktion auf die dramatische Wohnungsnot für Studierende in Köln.
Akute Wohnungsnot zum Start des Wintersemesters
Die Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft stellt für viele Studierende in deutschen Großstädten jedes Jahr eine enorme Hürde dar. Kurz vor dem Start des Wintersemesters 2025 spitzt sich die Lage erneut dramatisch zu. Laut Angaben des Deutschen Studierendenwerks warten deutschlandweit rund 33.000 Studierende auf einen Platz in einem Wohnheim.
Diese Problematik konzentriert sich auf elf große Universitätsstädte, zu denen neben Berlin, München und Hamburg auch Köln zählt. Die Situation in der Domstadt ist besonders kritisch, wie aktuelle Zahlen des Kölner Studierendenwerks verdeutlichen.
Wohnungsmarkt für Studierende in Köln
Für das kommende Wintersemester konnten in Köln lediglich 850 Wohnheimplätze neu vergeben werden. Demgegenüber stehen jedoch rund 2.500 Bewerberinnen und Bewerber, die weiterhin auf der Warteliste stehen und dringend eine Unterkunft suchen. Dies unterstreicht die extreme Knappheit an bezahlbarem Wohnraum.
Eine Sprecherin des Studierendenwerks bezeichnete die Wohnsituation in Köln als „nach wie vor dramatisch“. Sie betonte, dass der Bau von bezahlbarem Wohnraum für diese Zielgruppe nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt halte.
Gemeinsame Lösung von Stadt und Studierendenvertretung
Um auf diese Notlage kurzfristig zu reagieren, haben die Stadt Köln und der AStA der Universität eine Kooperation initiiert. Die Stadt stellt eine geeignete Immobilie zur Verfügung, während der AStA die Organisation und Verteilung der Plätze übernimmt. Dieses Modell wurde bereits in der Vergangenheit erfolgreich angewendet, um die größte Not zu lindern.
Das städtische Amt für Wohnungswesen hat für diesen Zweck ein Gebäude am Dellbrücker Mauspfad angeboten. Die Immobilie bietet die notwendige Infrastruktur, um eine vorübergehende Unterbringung zu gewährleisten.
Details zur Notunterkunft in Dellbrück
Die zur Verfügung gestellte Unterkunft kann bis zu 80 Studierende aufnehmen. Die Plätze verteilen sich auf mehrere Zimmer im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des Gebäudes. Notwendige sanitäre Einrichtungen wie Duschen und WCs sind vorhanden.
Die Nutzung der Notschlafstelle ist für einen klar definierten Zeitraum vorgesehen:
- Start: 6. Oktober 2025
- Ende: 16. November 2025
Dieser sechswöchige Zeitraum soll den Studierenden die Möglichkeit geben, von einer sicheren Basis aus intensiv nach einer dauerhaften Wohnlösung für das Semester zu suchen.
Rechtlicher Rahmen der Unterbringung
Wichtig für die Nutzer ist, dass für den kurzen Zeitraum der Unterbringung keine Mietverträge abgeschlossen werden. Es handelt sich um eine unbürokratische Nothilfe. Die gesamte Koordination, von der Anmeldung bis zur Zuweisung der Zimmer, liegt in der alleinigen Verantwortung des AStA der Universität zu Köln. Interessierte Studierende müssen sich direkt an die Studierendenvertretung wenden.
Eine bundesweite Herausforderung
Die Situation in Köln ist kein Einzelfall, sondern spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Eine kürzlich von der Deutschen Presse-Agentur durchgeführte Umfrage unter Studierendenwerken mehrerer Hochschulstädte bestätigte, dass tausende Studierende in Nordrhein-Westfalen kurz vor Semesterbeginn noch ohne Zimmer sind.
Experten sehen die Ursachen in einer Kombination aus steigenden Studierendenzahlen, einem Mangel an Neubauprojekten für bezahlbaren Wohnraum und einem allgemein angespannten Immobilienmarkt in Ballungszentren. Die steigenden Mieten machen es für junge Menschen ohne festes Einkommen zunehmend schwieriger, eine passende und finanzierbare Wohnung zu finden.
„Die Wohnsituation in Köln ist nach wie vor dramatisch. Es wird zu wenig bezahlbarer Wohnraum für Studenten gebaut.“
Initiativen wie die Notschlafstelle in Köln sind daher wichtige, wenn auch nur temporäre, Maßnahmen. Sie helfen, akute Notlagen zu überbrücken, lösen jedoch nicht das strukturelle Problem des fehlenden Wohnraums. Langfristig fordern Studierendenvertretungen und Sozialverbände ein stärkeres Engagement von Bund, Ländern und Kommunen beim Bau neuer und der Förderung bestehender studentischer Wohnheime.




