Die Menschen in Köln müssen sich auf höhere finanzielle Belastungen einstellen. Der Stadtrat wird am Dienstag über eine Reihe von Anhebungen bei Gebühren und Steuern entscheiden, die ab 2026 in Kraft treten sollen. Betroffen sind unter anderem die Müllabfuhr, das Abwasser und die Hundesteuer.
Als Grund für die geplanten Erhöhungen nennt die Stadtverwaltung gestiegene Betriebs- und Personalkosten, die ausgeglichen werden müssen. Die Entscheidungen könnten die Haushaltskassen vieler Bürgerinnen und Bürger direkt beeinflussen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Kölner Stadtrat entscheidet über höhere Gebühren für 2026.
- Die Müllgebühren sollen um 12 Prozent steigen.
- Die Abwassergebühren werden voraussichtlich um 8 Prozent erhöht.
- Hundehalter müssen mit einer höheren Hundesteuer rechnen.
- Auch eine umstrittene Anhebung der Grundsteuer steht zur Debatte.
Stadtrat entscheidet über finanzielle Mehrbelastung
In seiner heutigen Sitzung befasst sich der Kölner Stadtrat mit einem Paket von Maßnahmen, das für viele Haushalte spürbare finanzielle Folgen haben wird. Die Stadtverwaltung hat vorgeschlagen, verschiedene kommunale Gebühren und Steuern anzuheben, um die steigenden Kosten in den Bereichen Personal und Betrieb zu decken.
Diese Anpassungen sind notwendig, um die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen auch in Zukunft sicherzustellen. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Politikerinnen und Politikern im Rat.
Die geplanten Erhöhungen im Detail
Die vorgeschlagenen Änderungen betreffen mehrere zentrale Bereiche des täglichen Lebens. Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich auf Anpassungen bei der Müllentsorgung, der Abwasserbehandlung, der Straßenreinigung und der Hundehaltung einstellen.
Müllabfuhr wird deutlich teurer
Die wohl markanteste Erhöhung betrifft die Müllgebühren. Laut Vorlage der Verwaltung sollen diese um satte 12 Prozent ansteigen. Damit reagiert die Stadt auf gestiegene Logistik- und Entsorgungskosten. Für die Haushalte bedeutet dies eine direkte Erhöhung der monatlichen oder jährlichen Abgaben für die Restmüll-, Bio- und Papiertonnen.
Abwassergebühren steigen moderater
Auch die Kosten für die Abwasserentsorgung sollen nach oben angepasst werden. Geplant ist eine Erhöhung um rund 8 Prozent. Die Verwaltung hat berechnet, was dies konkret für eine Familie bedeutet.
Beispielrechnung für Abwasser
Für einen vierköpfigen Musterhaushalt in Köln würden die neuen Abwassergebühren zu jährlichen Mehrkosten von etwa 35 Euro führen.
Hundesteuer wird ebenfalls angehoben
Hundehalter in Köln müssen sich ebenfalls auf höhere Kosten einstellen. Die Hundesteuer soll um circa 18 Euro pro Jahr und Hund steigen. Es gibt jedoch weiterhin wichtige Ausnahmen, die von der Erhöhung unberührt bleiben.
- Rettungs- und Assistenzhunde bleiben weiterhin vollständig von der Steuer befreit.
- Hunde, die aus einem Tierheim adoptiert werden, sind auch in Zukunft für die ersten zwei Jahre steuerfrei.
Diese Regelungen sollen das ehrenamtliche Engagement und die Adoption von Tieren aus dem Tierschutz weiterhin fördern.
Umstrittene Grundsteuer könnte Mieter belasten
Ein besonders vieldiskutiertes Thema auf der Tagesordnung ist die mögliche Anhebung der Grundsteuer. Dieser Punkt ist politisch umstritten, da eine Erhöhung nicht nur Eigentümer, sondern über die Nebenkostenabrechnung auch Mieterinnen und Mieter direkt treffen würde.
Eine höhere Grundsteuer könnte die Wohnkosten in einer ohnehin schon angespannten Marktlage weiter verteuern. Kritiker befürchten eine zusätzliche Belastung für Gering- und Normalverdiener. Die Debatte im Rat wird mit Spannung erwartet.
Was ist die Grundsteuer?
Die Grundsteuer ist eine Steuer, die auf den Besitz von Grundstücken und Gebäuden erhoben wird. Sie ist eine der wichtigsten Einnahmequellen für Kommunen. Vermieter können die Grundsteuer auf ihre Mieter umlegen, weshalb eine Erhöhung oft zu steigenden Nebenkosten führt.
Weitere wichtige Themen auf der Agenda
Neben den finanziellen Themen stehen weitere zukunftsweisende Entscheidungen für Köln an. Die Stadtpolitik wird über eine breite Palette von Projekten beraten, die die Entwicklung Kölns in den kommenden Jahren prägen könnten.
Dazu gehört eine Bewerbung um das Yad Vashem Education Center. Die Holocaust-Gedenkstätte plant erstmals ein Bildungszentrum außerhalb Israels, und ein breites politisches Bündnis in Köln möchte diesen wichtigen Ort der Erinnerung und Bildung in die Domstadt holen.
Außerdem stehen zahlreiche Beschlüsse zum Schulbau auf dem Programm, um der wachsenden Schülerzahl gerecht zu werden. Schließlich wird der Rat darüber abstimmen, ob sich Köln an einem für April geplanten Bürgerentscheid zu einer möglichen Olympia-Bewerbung beteiligen wird.




