In den Kölner Stadtteilen Esch, Pesch und Auweiler läuft eines der größten Infrastrukturprojekte der letzten Jahre. Die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) erneuern das über 50 Jahre alte Kanalnetz. Nach zwei Jahren Bauzeit ist nun die Hälfte des auf vier Jahre angelegten Projekts geschafft.
Die Modernisierung ist eine gewaltige Aufgabe, die nicht nur die Abwasserentsorgung sichern, sondern auch den Schutz vor Starkregen und Überflutungen für Tausende Anwohner verbessern soll. Die geschätzten Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf fast 120 Millionen Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- Projektstatus: Die Bauarbeiten zur Erneuerung des Kanalnetzes in Esch, Pesch und Auweiler haben die Halbzeit erreicht.
- Investition: Die Kosten für das vierjährige Projekt werden auf fast 120 Millionen Euro geschätzt.
- Umfang: Über 4,5 Kilometer an neuen Kanälen und Entwässerungsanlagen werden verlegt.
- Zusatznutzen: Die Modernisierung verbessert den Hochwasserschutz in den betroffenen Stadtteilen erheblich.
Ein Meilenstein in Esch ist erreicht
Ein zentraler Fortschritt des Projekts ist sichtbar in Esch. Dort steht inzwischen der Rohbau für das neue Abwasserpumpwerk. Dieses Bauwerk ist entscheidend für die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems im Kölner Norden.
Eine Sprecherin der StEB erklärte die Bedeutung des Pumpwerks. Es wird zukünftig das Abwasser aus den drei Stadtteilen sammeln und über weite Strecken bis zum Großklärwerk in Langel transportieren. Ohne diese Anlage wäre eine moderne und sichere Entsorgung nicht möglich.
Warum ein Pumpwerk?
In flachen Gebieten wie Teilen von Köln kann Abwasser nicht allein durch die Schwerkraft fließen. Pumpwerke heben das Wasser auf ein höheres Niveau, damit es weiter zum nächsten Punkt oder direkt zur Kläranlage fließen kann. Sie sind unverzichtbare Knotenpunkte in einem modernen Kanalnetz.
Notwendige Erneuerung nach über 50 Jahren
Die alten Kanalsysteme in Esch, Pesch und Auweiler stammen aus einer Zeit, in der die Anforderungen an die Stadtentwässerung noch ganz andere waren. Nach mehr als einem halben Jahrhundert im Dauereinsatz sind die Anlagen sanierungsbedürftig.
Materialermüdung, Risse und veraltete Kapazitäten machen eine grundlegende Modernisierung unumgänglich. Die alten Rohre und Anlagen sind nicht mehr für die heutigen Bevölkerungszahlen und die zunehmenden Wetterextreme ausgelegt. Ein Festhalten an der alten Infrastruktur würde das Risiko von Rohrbrüchen und Systemausfällen erhöhen.
Dimensionen des Projekts
- Gesamtdauer: 4 Jahre
- Aktueller Stand: 2 Jahre abgeschlossen (Halbzeit)
- Länge der neuen Kanäle: Über 4,5 Kilometer
- Investitionssumme: Fast 120 Millionen Euro
Ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz
Das Projekt hat einen bedeutenden positiven Nebeneffekt, der für die Anwohner von großer Wichtigkeit ist: der verbesserte Schutz vor Überflutungen. Die neuen Kanäle und Entwässerungsanlagen sind so dimensioniert, dass sie auch große Mengen an Regenwasser bei Starkregenereignissen aufnehmen und ableiten können.
In der Vergangenheit kam es in den betroffenen Stadtteilen bei extremen Niederschlägen immer wieder zu Problemen. Die alte Kanalisation war schnell überlastet. Das neue System soll die Überflutungsgefahr deutlich verringern und somit die Keller und Straßen der Anwohner besser schützen.
"Mit diesem Projekt investieren wir nicht nur in die Abwasserentsorgung, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zur Klimaanpassung und zum Schutz der Bürger vor den Folgen von Starkregen", so eine Sprecherin der StEB.
Ausblick auf die kommenden zwei Jahre
Mit Erreichen der Halbzeit geht das Projekt nun in die zweite Phase. Nach der Fertigstellung des Rohbaus des Pumpwerks in Esch folgen nun der technische Innenausbau sowie die Anbindung der neuen Kanalstränge. Die Arbeiten werden weiterhin mit den Anwohnern und dem Verkehr koordiniert, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.
Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist in rund zwei Jahren geplant. Dann werden Esch, Pesch und Auweiler über eine der modernsten Abwasserinfrastrukturen Kölns verfügen – eine Investition, die sich über Jahrzehnte auszahlen wird, sowohl für die Umwelt als auch für die Sicherheit der Bürger.




