Ein verheerender Wohnungsbrand im Kölner Stadtteil Lindenthal hat am späten Donnerstagabend einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Zwei 87-jährige Bewohner erlitten lebensgefährliche Verletzungen und mussten nach einer dramatischen Rettungsaktion in eine Spezialklinik gebracht werden. Die Löscharbeiten zogen sich bis tief in die Nacht.
Das Wichtigste in Kürze
- In einem Mehrfamilienhaus im Weyertal in Köln-Lindenthal brach am Donnerstagabend ein Feuer aus.
- Zwei 87-jährige Bewohner wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen aus der Brandwohnung gerettet.
- Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort und konnte eine Ausbreitung der Flammen verhindern.
- Die Brandursache ist noch unklar, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Dramatische Szenen am Abend
Gegen 20:54 Uhr gingen am Donnerstagabend mehrere Notrufe bei der Kölner Feuerwehr ein. Anwohner meldeten eine starke Rauchentwicklung aus einem Mehrfamilienhaus im Weyertal, nur wenige Meter vom Hildegardis-Krankenhaus entfernt. Die Situation vor Ort war dramatisch: Eine Frau stand hilferufend an einem Fenster der brennenden Wohnung im dritten Obergeschoss, während eine zweite Person in den stark verrauchten Räumen vermisst wurde.
Die Einsatzkräfte handelten sofort. Während ein Trupp unter Atemschutz in das Gebäude vordrang, wurde die Drehleiter in Stellung gebracht, um die Frau am Fenster zu retten.
Schnelle Reaktion entscheidend
Bei Wohnungsbränden zählt jede Sekunde. Die Kombination aus starker Rauchentwicklung und einer vermissten Person stellt für die Rettungskräfte die höchste Dringlichkeitsstufe dar. Der Einsatz von Drehleitern ermöglicht den Zugang zu höheren Stockwerken, wenn die Treppenhäuser bereits durch Rauch unpassierbar sind.
Rettung über zwei Drehleitern
Die Rettungsaktion gestaltete sich komplex. Die 87-jährige Frau konnte erfolgreich über die Drehleiter an der Vorderseite des Gebäudes in Sicherheit gebracht werden. Parallel dazu suchten Einsatzkräfte nach dem vermissten Mann. Er wurde schließlich im hinteren Teil der Wohnung gefunden und ebenfalls mithilfe einer Drehleiter gerettet.
Beide Senioren, ein Ehepaar im Alter von 87 Jahren, erlitten schwere Rauchgasvergiftungen und Verbrennungen. Nach der notärztlichen Erstversorgung am Einsatzort wurden sie mit lebensgefährlichen Verletzungen in die Kölner Uniklinik transportiert.
Löscharbeiten bis in die Nacht
Der Brand selbst hatte sich bereits tief in die Wohnung im dritten Obergeschoss gefressen. Die Feuerwehr konzentrierte sich darauf, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Wohnungen und das Dachgeschoss zu verhindern, was den Einsatzkräften auch gelang.
Der Rauch des Brandes war so intensiv, dass Anwohner ihn noch mehrere hundert Meter vom Brandort entfernt riechen konnten. Dies verdeutlicht das Ausmaß des Feuers und die Gefahr durch giftige Brandgase.
Die Löscharbeiten waren jedoch mit dem Ablöschen der offenen Flammen nicht beendet. Um versteckte Glutnester zu finden und eine erneute Entzündung zu verhindern, mussten die Feuerwehrleute Teile der Dachhaut des Gebäudes öffnen. Diese aufwendigen Nachlöscharbeiten dauerten bis weit nach Mitternacht an.
Auswirkungen und Ermittlungen
Der Großeinsatz hatte auch Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) mussten den Busverkehr der Linien 136 und 146 im Bereich des Weyertals vorübergehend einstellen. Die Haltestellen „Hildegardis-Krankenhaus“ und „Wiso-Fakultät“ wurden für die Dauer des Einsatzes nicht angefahren.
"Eine weibliche Person stand hierbei hilferufend an einem Fenster. Eine zweite Person wurde als vermisst gemeldet", berichtete ein Sprecher der Feuerwehr über die dramatische Ausgangslage bei Eintreffen der ersten Kräfte.
Nachdem der Brand vollständig gelöscht war, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Der Brandort wurde beschlagnahmt. Bislang gibt es noch keine Erkenntnisse darüber, wie das Feuer in der Wohnung des älteren Ehepaares ausbrechen konnte. Die Untersuchungen der Spezialisten dauern an.




