Spezialeinheiten der Kölner Polizei haben in der Nacht zum Freitag fünf Männer im Stadtteil Volkhoven/Weiler festgenommen. Einem 28-jährigen Hauptverdächtigen wird vorgeworfen, eine junge Frau über Stunden in einem Hotel festgehalten und erpresst zu haben. Bei dem Zugriff wurden zahlreiche Waffen und Drogen sichergestellt.
Das Wichtigste in Kürze
- Fünf Männer im Alter von 28 bis 39 Jahren wurden in Köln-Volkhoven/Weiler festgenommen.
- Sie sollen eine 25-jährige Frau erpresst und mit Waffen bedroht haben.
- Der Hauptverdächtige soll die Frau zuvor stundenlang in einem Hotel festgehalten haben.
- Die Polizei stellte bei der Durchsuchung Langwaffen, Bajonette, Munition und Betäubungsmittel sicher.
Zugriff im Kölner Norden
In den frühen Morgenstunden des Freitags beendete ein Einsatz von Spezialeinheiten der Polizei eine mutmaßliche Erpressungsserie. In einer Wohnung im Stadtteil Volkhoven/Weiler wurden fünf Männer im Alter von 28, 30, 32, 35 und 39 Jahren widerstandslos festgenommen. Verletzt wurde bei der Operation niemand.
Der Zugriff erfolgte nach intensiven Ermittlungen der Kriminalpolizei, die die Beamten zu der Adresse im Kölner Norden geführt hatten. Die Ermittler hatten Hinweise darauf, dass die Gruppe für eine schwere Erpressung verantwortlich sein soll und im Besitz von Schusswaffen ist.
Was sind Spezialeinheiten (SEK)?
Spezialeinsatzkommandos (SEK) sind Sondereinheiten der deutschen Landespolizeien. Sie kommen bei besonders gefährlichen Lagen zum Einsatz, wie bei Geiselnahmen, Entführungen oder der Festnahme bewaffneter und gewaltbereiter Straftäter. Ihre Ausbildung und Ausrüstung sind auf solche Hochrisikoeinsätze spezialisiert.
Martyrium in einem Hotelzimmer
Den Ermittlungen zufolge begann der Albtraum für eine 25-jährige Frau bereits am Montag, dem 9. Februar. Der 28-jährige Hauptverdächtige soll sie an diesem Tag gegen ihren Willen für mehrere Stunden in einem Hotelzimmer eingesperrt haben.
Sein Ziel war es offenbar, einen fünfstelligen Geldbetrag von der jungen Frau zu erpressen. Unter einem Vorwand gelang es dem Opfer jedoch, sich aus der Situation zu befreien und aus dem Hotel zu flüchten.
Drohungen mit Waffen und Messern
Doch auch nach ihrer Flucht ließ der Täter nicht von ihr ab. Die Polizei geht davon aus, dass der 28-Jährige seine Geldforderung weiter aufrechterhielt. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, soll er die 25-Jährige gemeinsam mit den vier nun ebenfalls festgenommenen Männern massiv eingeschüchtert haben.
Die Gruppe soll die Frau wiederholt mit Schusswaffen und Messern bedroht haben, um sie zur Zahlung des Geldes zu zwingen. Diese anhaltende Bedrohungslage führte schließlich zu den Ermittlungen, die in dem nächtlichen Polizeieinsatz gipfelten.
Umfangreiche Sicherstellungen
Bei der Durchsuchung der Wohnung in Volkhoven/Weiler machten die Beamten einen beunruhigenden Fund. Sie stellten ein ganzes Waffenarsenal sicher, das die Gefährlichkeit der Gruppe unterstreicht.
- Zwei Langwaffen
- Drei Bajonette
- Zugehörige Munition
Zusätzlich zu den Waffen fanden die Ermittler auch Betäubungsmittel in nicht geringer Menge sowie mehrere Mobiltelefone, die nun ausgewertet werden.
Hauptverdächtiger bereits polizeibekannt
Der 28-jährige Hauptbeschuldigte ist für die Justiz kein Unbekannter. Wie die Polizei mitteilte, lag gegen den Mann bereits ein Haftbefehl aus dem Kreis Kleve vor. Aufgrund dieses bestehenden Haftbefehls und der neuen schweren Vorwürfe sollte er noch am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.
Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen der Tat und der konkreten Tatbeteiligung der einzelnen Männer dauern an. Die Kriminalpolizei versucht nun zu klären, in welcher Beziehung die Männer zueinander und zum Opfer standen und was das Motiv für die Erpressung war.
"Die Ermittlungen zu den Hintergründen und Tatbeteiligungen dauern weiter an", bestätigte ein Sprecher der Polizei Köln am Freitag.
Die sichergestellten Waffen werden nun kriminaltechnisch untersucht, um festzustellen, ob sie bei weiteren Straftaten verwendet wurden. Auch die Auswertung der beschlagnahmten Mobiltelefone könnte den Ermittlern weitere Aufschlüsse über die Organisation und die Pläne der Gruppe geben.




