Ein defekter Schwertransporter hat am frühen Dienstagmorgen die Autobahn A3 in Fahrtrichtung Köln für mehrere Stunden vollständig blockiert. Zwischen der Anschlussstelle Siebengebirge und dem Kreuz Bonn/Siegburg ging nichts mehr, was zu einem kilometerlangen Stau und einem Großeinsatz von Hilfskräften führte, die gestrandete Autofahrer versorgten.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Schwertransporter mit einem Bohrgerät erlitt in einer Baustelle auf der A3 eine Panne.
- Die Autobahn in Richtung Köln war seit 3:20 Uhr morgens für über fünf Stunden voll gesperrt.
- Ein kilometerlanger Stau bildete sich, in dem hunderte Menschen bei Kälte festsaßen.
- Hilfsorganisationen starteten einen Großeinsatz und versorgten die Betroffenen mit warmen Getränken und Decken.
- Gegen 8:30 Uhr konnte der Lkw bewegt und die Fahrbahn wieder freigegeben werden.
Plötzlicher Stillstand in der Nacht
Für Pendler und Reisende auf der A3 begann der Dienstagmorgen mit einer stundenlangen Geduldsprobe. Um exakt 3:20 Uhr kam ein Schwertransporter, der ein großes Bohrgerät auf Kettenbasis geladen hatte, abrupt zum Stehen. Der Vorfall ereignete sich in einem Baustellenbereich kurz vor der Brücke Scheurenstraße bei Königswinter-Oberscheuren.
Das Fahrzeug nahm aufgrund seiner Größe beide verengten Fahrspuren in Anspruch. Die Ursache für den Stillstand war ein technischer Defekt: Die Bremsen des Aufliegers blockierten vollständig und ließen sich nicht mehr lösen. Ein erster Versuch einer Notreparatur direkt vor Ort scheiterte, was die Situation für die nachfolgenden Fahrzeuge besiegelte.
Eine Autobahn wird zum Parkplatz
Die Folgen waren unmittelbar und gravierend. Die Polizei sperrte die A3 in Fahrtrichtung Köln ab der Anschlussstelle Siebengebirge komplett. Schnell bildete sich hinter der Pannenstelle ein Stau, der auf eine Länge von rund sechs Kilometern anwuchs. Hunderte von Autos und Lastwagen steckten fest.
Während die meisten Lkw-Fahrer über eine autarke Versorgung verfügen, spitzte sich die Lage für die Insassen der Pkw zu. Bei kalten Temperaturen saßen sie stundenlang in ihren Fahrzeugen fest. Viele stellten aus Sorge um den Kraftstoffverbrauch ihre Motoren ab.
Herausforderung Baustelle
Baustellen auf Autobahnen stellen für den Verkehr immer ein Nadelöhr dar. Verengte Spuren und fehlende Standstreifen machen Pannen besonders problematisch. Ein liegengebliebenes Fahrzeug, insbesondere ein Schwertransporter, kann wie in diesem Fall schnell zu einer vollständigen Blockade führen, da Rangiermöglichkeiten für andere Fahrzeuge kaum vorhanden sind.
Großeinsatz der Hilfsdienste
Angesichts der langen Wartezeit und der niedrigen Temperaturen wurde ein umfangreicher Betreuungseinsatz für die festsitzenden Menschen eingeleitet. Mehrere Hilfsorganisationen wurden alarmiert, um die Versorgung sicherzustellen.
Insgesamt 35 Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus dem Siebengebirge und Troisdorf sowie vom Malteser-Hilfsdienst aus Bad Honnef und Siegburg waren vor Ort. Die Koordination des Einsatzes erfolgte von einer Basis an der Anschlussstelle Siebengebirge aus.
Tee und Decken gegen die Kälte
Die Helfer hatten große Mengen an Versorgungsgütern vorbereitet. Rund 2.000 Liter Kaffee und Tee standen zur Verfügung, um die durchgefrorenen Autofahrer aufzuwärmen. Zusätzlich wurden zahlreiche Decken verteilt.
Die Logistik war eine besondere Herausforderung. Die Einsatzkräfte nutzten eine spezielle Notzufahrt unter der Brücke Scheurenstraße, um direkt auf die blockierte Autobahn zu gelangen. Ein Quad des DRK Siebengebirge konnte sich zudem einen Weg durch die gesperrte Baustellenspur bahnen, um schnell zu den Betroffenen zu gelangen.
Mit kleinen Rollwagen, beladen mit Thermoskannen und Decken, gingen die Helfer zu Fuß den gesamten Stau ab. Sie klopften an die Fahrzeugscheiben und boten den Insassen, darunter auch Passagiere eines Reisebusses, ihre Hilfe an. Dieser Einsatz war entscheidend, um die Situation für die Wartenden erträglicher zu machen.
Komplizierte Reparatur und langsame Entspannung
Während die Versorgung der Menschen lief, arbeiteten Techniker unter Hochdruck an der Reparatur des havarierten Schwertransporters. Ein Werkstattwagen war zur Pannenstelle vorgedrungen, um den Defekt zu beheben.
Die Reparatur gestaltete sich jedoch als schwierig. Der Versuch, mit externer Druckluft das Bremssystem zu reaktivieren, schlug fehl. Da es sich um ein relativ neues Fahrzeug handelte, musste der Bordcomputer ausgelesen werden, um die genaue Fehlerquelle zu identifizieren. Dieser Prozess nahm viel Zeit in Anspruch.
Erst gegen 8:30 Uhr, nach mehr als fünf Stunden Stillstand, gelang es schließlich, den Transporter zu bewegen. Er wurde aufwendig in den abgesperrten Baustellenbereich manövriert, um den Weg für den Verkehr freizumachen. Kurz darauf konnte die Polizei die Sperrung aufheben.
Obwohl die Fahrbahn wieder frei war, dauerte es noch eine Weile, bis sich der Stau auflöste. Die Polizei riet Verkehrsteilnehmern weiterhin, das Gebiet weiträumig zu umfahren, da sich der Rückstau bis zur Abfahrt Bad Honnef/Linz erstreckte.




