Die Polizei Nordrhein-Westfalen hat in Köln eine neue landesweite Kampagne zur Prävention von Messerattacken gestartet. Unter dem Motto „Besser ohne Messer!“ sollen Bürger für die Gefahren sensibilisiert und das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum gestärkt werden. Zum Auftakt am Montag, den 29. Dezember, war auch NRW-Innenminister Herbert Reul vor Ort, um die Initiative persönlich zu unterstützen.
Die Aktion fand in Zusammenarbeit mit den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) statt, deren Mitarbeiter zunehmend von Übergriffen betroffen sind. Die Kampagne setzt auf Aufklärung und soll dazu beitragen, Gewalt zu verhindern, bevor sie entsteht.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Polizei NRW hat die Präventionskampagne „Besser ohne Messer!“ in Köln gestartet.
- Ziel ist die Reduzierung von Messerattacken und die Stärkung des Sicherheitsgefühls.
- Innenminister Herbert Reul verteilte zum Auftakt mehrsprachige Flyer in einer KVB-Bahn.
- Die KVB unterstützen die Aktion, da Angriffe auf ihr Personal zugenommen haben.
Auftakt der Kampagne im öffentlichen Nahverkehr
Der Startschuss für die neue Präventionsinitiative fiel bewusst im Herzen des städtischen Lebens – im öffentlichen Nahverkehr. NRW-Innenminister Herbert Reul stieg am Montag in eine Bahn der Kölner Verkehrs-Betriebe, um aktiv auf die Fahrgäste zuzugehen.
Gemeinsam mit Polizeibeamten verteilte er mehrsprachige Informationsflyer, die über die Risiken und Konsequenzen des Mitführens von Messern aufklären. Die Wahl des Ortes unterstreicht die Bedeutung von Sicherheit in Bussen und Bahnen, wo täglich tausende Menschen unterwegs sind.
Reul betonte bei der Aktion die Wichtigkeit von präventiven Maßnahmen. Es gehe darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Messer keine Alltagsgegenstände sind und im öffentlichen Raum nichts zu suchen haben. Die direkte Ansprache der Bürger soll helfen, eine breite gesellschaftliche Debatte anzustoßen.
Prävention als zentraler Baustein für mehr Sicherheit
Die Kampagne „Besser ohne Messer!“ zielt nicht primär auf Strafverfolgung, sondern auf Vorbeugung. Die Polizei will damit eine klare Botschaft senden: Das Tragen eines Messers erhöht das Risiko einer Eskalation und kann harmlose Konflikte in lebensbedrohliche Situationen verwandeln.
„Prävention ist ein wichtiger Schritt, um Gewalt mit Messern zu verhindern. Wir müssen die Menschen erreichen, bevor etwas passiert, und deutlich machen, dass der Verzicht auf ein Messer die beste Entscheidung für die eigene Sicherheit und die der anderen ist.“
Die Aufklärungsarbeit soll in den kommenden Wochen und Monaten in ganz Nordrhein-Westfalen fortgesetzt werden. Geplant sind weitere Aktionen an öffentlichen Plätzen, in Schulen und in sozialen Medien, um möglichst viele Bevölkerungsgruppen zu erreichen.
Hintergrund: Waffenverbotszonen in Köln
In Köln gibt es bereits ausgewiesene Waffenverbotszonen, beispielsweise an den Kölner Ringen und in der Zülpicher Straße. An Wochenenden und vor Feiertagen ist dort das Mitführen von Messern mit einer Klingenlänge von über vier Zentimetern sowie anderen gefährlichen Gegenständen verboten. Die neue Kampagne ergänzt diese repressiven Maßnahmen um einen präventiven Ansatz.
KVB als starker Partner: Schutz der Mitarbeiter im Fokus
Die Kölner Verkehrs-Betriebe sind ein wichtiger Partner der Polizeiaktion. Das Unternehmen hat ein großes Interesse daran, die Sicherheit für Fahrgäste und insbesondere für das eigene Personal zu erhöhen. Laut Angaben der KVB hat die Zahl der verbalen und körperlichen Übergriffe auf Mitarbeiter in den letzten Jahren spürbar zugenommen.
Diese Angriffe ereignen sich nicht nur in den Fahrzeugen, sondern auch an Haltestellen und in den U-Bahn-Stationen. Um das Personal besser zu schützen, hat das Unternehmen bereits in der Vergangenheit reagiert und umfassende Schutzmaßnahmen ergriffen.
Schutzausrüstung für KVB-Personal
Um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten, haben die KVB folgende Ausrüstung eingeführt:
- Stichfeste Westen: Bieten Schutz vor Angriffen mit Messern oder anderen spitzen Gegenständen.
- Schutzhandschuhe: Verhindern Schnittverletzungen bei Auseinandersetzungen.
- Bodycams: Sollen deeskalierend wirken und dienen der Beweissicherung nach einem Vorfall.
Die Unterstützung der Kampagne „Besser ohne Messer!“ ist für die KVB ein weiterer logischer Schritt, um ein klares Zeichen gegen Gewalt im öffentlichen Raum zu setzen. Die Sicherheit im Nahverkehr ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur durch das Zusammenspiel von Behörden, Verkehrsunternehmen und der Zivilgesellschaft gelingen kann.
Ein Appell an die gesamte Gesellschaft
Die Initiative der Polizei NRW richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger. Sie appelliert an die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen. Das Ziel ist eine Kultur des Hinsehens und der Gewaltfreiheit, in der das Mitführen von Messern gesellschaftlich geächtet wird.
Experten betonen, dass solche Aufklärungskampagnen ein wichtiger Teil einer umfassenden Sicherheitsstrategie sind. Sie ergänzen polizeiliche Kontrollen und gesetzliche Regelungen, indem sie an der Wurzel des Problems ansetzen: der Einstellung und dem Verhalten der Menschen. Langfristig soll so das Sicherheitsgefühl in den Städten Nordrhein-Westfalens nachhaltig verbessert werden.




