Die Polizei hat in Köln-Kalk zwei Männer im Alter von 38 und 51 Jahren festgenommen, die im Verdacht stehen, mit Drogen gehandelt zu haben. Bei den Einsätzen am Samstag stellten die Beamten erhebliche Mengen an Betäubungsmitteln, Bargeld und Waffen sicher. Ein Haftrichter ordnete für beide Tatverdächtige Untersuchungshaft an.
Die beiden Festnahmen erfolgten unabhängig voneinander an verschiedenen Orten im Stadtteil Kalk. Ein Fall begann mit einem Zeugenhinweis auf einen Mann mit einem Messer, der andere mit der Beobachtung eines mutmaßlichen Drogengeschäfts auf offener Straße. Beide Vorfälle führten zu bedeutenden Funden und verdeutlichen die anhaltenden Bemühungen der Polizei gegen den Drogenhandel in Köln.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Männer (38, 51) wurden am Samstag in Köln-Kalk wegen Drogenhandels festgenommen.
- Bei den Einsätzen wurden Cannabis, Heroin, Tabletten, eine Gasdruckpistole und Messer sichergestellt.
- Ein 38-Jähriger führte die Polizei selbst zu einer Cannabisplantage in seiner Wohnung.
- Beide Verdächtige befinden sich nun auf Anordnung eines Haftrichters in Untersuchungshaft.
Einsatz in der Bertramstraße nach Zeugenhinweis
Der erste größere Einsatz des Tages begann am Samstagnachmittag gegen 14:30 Uhr. Aufmerksame Zeugen alarmierten die Polizei, weil sie einen Mann beobachtet hatten, der in der Bertramstraße ein Messer bei sich trug. Die Sorge in der Bevölkerung führte zu einem schnellen Eintreffen mehrerer Streifenteams.
Die Beamten konnten den beschriebenen Mann, einen 38-Jährigen, im Bereich der Wipperfürther Straße und Remscheider Straße antreffen. Er trug ein Brotmesser bei sich. Laut Polizeiangaben verhielt sich der Mann kooperativ und legte das Messer auf Anweisung der Polizisten widerstandslos ab. Die Situation konnte somit schnell und ohne Gefahr für Unbeteiligte entschärft werden.
Überraschende Wende führt zu Drogenfund
Im Gespräch mit den Einsatzkräften machte der 38-Jährige eine unerwartete Angabe. Er gab zu, in seiner Wohnung in der nahegelegenen Bertramstraße eine größere Menge an Betäubungsmitteln zu lagern. Diese Information führte zu einer umgehenden richterlich angeordneten Wohnungsdurchsuchung.
In den Räumlichkeiten des Mannes bestätigte sich seine Aussage auf eindrückliche Weise. Die Beamten entdeckten nicht nur erhebliche Mengen an Cannabis und verschiedenen Tabletten, sondern auch diverse Substanzen in Pulverform. Der Fund legte den Verdacht auf einen schwunghaften Handel nahe.
Sichergestellte Gegenstände
Bei der Durchsuchung der Wohnung des 38-Jährigen fanden die Beamten eine Reihe von Beweismitteln, die auf professionellen Drogenhandel hindeuten:
- Eine Cannabisplantage im Aufbau
- Größere Mengen Cannabis, Tabletten und Pulver
- Bargeld in szenetypischer Stückelung
- Eine Gasdruckpistole
Besonders der Fund der Gasdruckpistole und der professionell angelegten Cannabisplantage wiegt schwer. Waffen in Verbindung mit Drogenhandel werden von den Ermittlungsbehörden als besonders gefährlich eingestuft, da sie das Gewaltpotenzial erheblich steigern. Der Mann wurde an Ort und Stelle festgenommen.
Zweite Festnahme an der Kalker Hauptstraße
Bereits einige Stunden zuvor, am Samstagvormittag gegen 11:30 Uhr, waren Zivilfahnder in einem anderen Bereich von Kalk aktiv. Im belebten Umfeld der Kalker Hauptstraße, nahe der Kapellenstraße, beobachteten die Beamten einen 51-jährigen Mann, der sich verdächtig verhielt.
Die erfahrenen Polizisten erkannten Anzeichen für einen möglichen Drogenhandel. Sie entschlossen sich, den Mann zu kontrollieren, um den Verdacht zu überprüfen. Diese Entscheidung sollte sich als richtig erweisen.
Tasche voller Drogen und griffbereites Messer
Bei der Kontrolle des 51-Jährigen untersuchten die Beamten auch seine mitgeführte Umhängetasche. Der Inhalt ließ keine Zweifel an seinen Absichten: Die Tasche war gefüllt mit zahlreichen Subutex-Tabletten, einem Opioid-Substitutionsmittel, das auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird. Zudem fanden die Ermittler eine Menge Heroin sowie Bargeld.
Was ist Subutex?
Subutex ist der Handelsname für den Wirkstoff Buprenorphin. Es wird in der Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit eingesetzt, um Entzugserscheinungen zu lindern. Aufgrund seiner Wirkung ist es jedoch auch eine auf dem Schwarzmarkt gefragte Droge, deren unerlaubter Handel strafbar ist.
Besonders besorgniserregend war ein weiterer Fund. Der Mann führte ein griffbereites Klappmesser mit sich. Das Mitführen einer Waffe während des Drogenhandels stellt einen erschwerenden Umstand dar und führt in der Regel zu einer höheren Straferwartung. Auch der 51-Jährige wurde umgehend festgenommen.
Juristische Konsequenzen und Einordnung
Beide Männer wurden nach ihrer Festnahme einem Haftrichter vorgeführt. Dieser prüfte die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise und entschied in beiden Fällen, die Verdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen. Als Gründe hierfür kommen unter anderem Flucht- oder Verdunkelungsgefahr in Betracht.
Die Untersuchungshaft stellt sicher, dass die Beschuldigten bis zu einem möglichen Prozessbeginn für die Justiz verfügbar bleiben und keine weiteren Straftaten begehen können. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen nun weiter. Es wird geprüft, ob die Männer Teil größerer Netzwerke sind und woher die sichergestellten Drogen stammen.
Die beiden erfolgreichen Zugriffe innerhalb weniger Stunden zeigen, dass die Polizei den Stadtteil Kalk weiterhin fest im Blick hat. Der Handel mit Betäubungsmitteln, insbesondere in Verbindung mit Waffen, bleibt ein zentrales Thema für die Sicherheitsbehörden in Köln. Jeder erfolgreiche Einsatz trägt dazu bei, die organisierte Drogenkriminalität zu stören und die Sicherheit für die Anwohner zu erhöhen.




