Otto Waalkes, der bekannte Komiker und Musiker, stellte bei der lit.Cologne Spezial in Köln sein neues Buch „Kunst in Sicht“ vor. Im Klaus-von-Bismarck-Saal präsentierte er seine künstlerischen Arbeiten und sprach über seinen Werdegang. Das Publikum zeigte großes Interesse an seinen bekannten Humor-Einlagen.
Wichtige Punkte
- Otto Waalkes stellte sein Kunstbuch „Kunst in Sicht“ vor.
- Er sprach über seine Leidenschaft für die Malerei und deren Einfluss auf seine Karriere.
- Das Publikum genoss Waalkes' bekannte Sprüche und Sketche.
- Waalkes sieht Parodie als höchste Form der Verehrung in der Kunst.
Ein Abend der Kontraste: Kunst und Komik
Der Auftritt von Otto Waalkes am Freitagabend im Rahmen der lit.Cologne Spezial begann mit einer vertrauten Begrüßung. Ein einziges Wort genügte, um das Publikum im Klaus-von-Bismarck-Saal zu begeistern: „Holladihiti“, rief Waalkes beim Betreten der Bühne. Es folgte ein „Hallo Köln!“, das mit einem lauten, vielstimmigen „Hallo Otto!“ beantwortet wurde.
Diese Art der Begrüßung, die an ein Kasperltheater erinnert, wurde vom Publikum positiv aufgenommen. Für viele Anwesende war es eine Reise in ihre Kindheit und Jugend. Otto Waalkes zeigte den Deutschen, dass es in Ordnung ist, auch über Wortwitze und Kalauer zu lachen, wenn sie gut vorgetragen werden.
Faktencheck
- Otto Waalkes wurde 1948 in Emden geboren.
- Sein Markenzeichen, der Ottifant, ist seit 1972 bekannt.
- Waalkes hat über 20 Studioalben veröffentlicht und in zahlreichen Filmen mitgewirkt.
- Sein Buch „Kunst in Sicht“ enthält 150 seiner Werke.
Die Kunst als erste Liebe
Die lit.Cologne ist der Literatur gewidmet. Daher brachte Waalkes sein Buch „Kunst in Sicht“ mit nach Köln. Er unterhielt sich mit seinem langjährigen Freund und Weggefährten Bernd Eilert über das Werk. Das Buch präsentiert 150 Ölgemälde, Acrylbilder, Aquarelle und Federzeichnungen, in denen sich Waalkes mit der Kunstgeschichte auseinandersetzt. Die Malerei war für den Musiker und Komiker immer ein wichtiger Bestandteil seines Lebens.
Die Kunst war sogar seine erste große Liebe, die ihn auf ungewöhnliche Weise zur Musik führte. Schon als Kind zeichnete der Sohn eines Malermeisters gerne. Albert Schweitzer und die Gorch Fock gehörten zu seinen bevorzugten Motiven. Bei einem Malwettbewerb des Kaufhauses Hertie reichte er ein Bild ein. Er wurde disqualifiziert, weil man ihm Betrug vorwarf. Man vermutete, sein Vater habe das Bild gemalt.
Wechsel zur Musik und Rückkehr zur Malerei
Nach dieser Enttäuschung legte Waalkes Stift und Pinsel zunächst beiseite, wie er in Köln berichtete. Er widmete sich der Musik, was seiner streng religiösen Mutter missfiel. „Karl, er singt schon wieder“, klagte sie ihrem Mann. Waalkes erklärte, alles Weltliche sei ihr suspekt gewesen. Bernd Eilert, Mitglied der Neuen Frankfurter Schule, ergänzte: „Sie wissen das hier in Köln vielleicht nicht, aber der ostfriesische Protestantismus lehnt alles ab, was Spaß macht.“
Der junge Otto ließ sich jedoch nicht entmutigen. Er nahm erneut an einem Wettbewerb des Kaufhauses teil, diesmal mit seiner Gitarre. Für seine Interpretation des Babysitter-Boogies gewann er einen Warengutschein im Wert von 30 Mark und eine Ausgabe von „Die Meuterei auf der Bounty“.
„Sie wissen das hier in Köln vielleicht nicht, aber der ostfriesische Protestantismus lehnt alles ab, was Spaß macht.“
Bernd Eilert
In seinen frühen Jahren lief es mit der Musik besser als mit der Malerei. Nach dem Abitur entschied er sich dennoch, Kunstpädagogik an der Hochschule für bildende Künste Hamburg zu studieren. Zu seinen Professoren gehörte der Maler Hans Thiemann. Es ist bekannt, dass er dort in einer Wohngemeinschaft mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen lebte. Lindenberg verfasste auch das Vorwort zu Waalkes' Buch. „Beide kommen wir aus der prüden Provinz, beide waren wir früh musik-obsessed“, zitierte Eilert daraus.
Der Ottifant in der Kunstgeschichte
Waalkes wurde zunächst durch seine Bühnenshows bekannt, nicht durch seine Malerei. Er kennt jedoch die großen Namen der Kunstwelt. Unabhängig von Epoche und Künstler vermisste er auf allen Werken eines: den Ottifanten. Daher hat er es sich zur Aufgabe gemacht, berühmte Motive aufzugreifen und in seinen eigenen Kosmos zu integrieren.
Ob er nun wie Monet oder Manet malt, ob er Dalí oder Vermeer zitiert, der kleine, comicartige Elefant mit den großen Augen darf auf seinen Werken nicht fehlen. So baumelt am Ohrläppchen des „Mädchens mit dem Perlenohrring“ ein Ottifant. Auf einem Gemälde, das an Edward Hopper angelehnt ist, sind Otto und ein Ottifant auf einem Bett zu sehen. An einer Wand lehnt seine Gitarre, und er blickt auf einen mutmaßlich ostfriesischen Leuchtturm in der Ferne.
Hintergrundinformationen
Die lit.Cologne ist ein internationales Literaturfest, das jährlich in Köln stattfindet. Es bietet Lesungen, Gespräche und Diskussionen mit nationalen und internationalen Autoren. Die Veranstaltung „lit.Cologne Spezial“ bietet oft besondere Formate oder prominente Gäste außerhalb des regulären Festivalzeitraums.
Parodie als Verehrung
Der 77-Jährige betonte, dass es ihm keineswegs darum gehe, etwas oder jemanden lächerlich zu machen. Dies gelte auch, wenn aus Brueghels „Großem Turmbau zu Babel“ eine Sandburg wird, die ein kleiner Ottifant gebaut hat.
„Die Parodie ist für mich die aufrichtigste Form der Verehrung.“
Otto Waalkes
Diese Momente, in denen Waalkes über sein Verhältnis zur Kunst spricht und erklärt, was ihn daran fasziniert, waren die spannendsten der gut einstündigen Veranstaltung. Doch weil er weiß, was seine treuen Fans von ihm erwarten, musste er den Spagat eingehen. Er sprach zwischendurch wie das Faultier Sid aus der „Ice Age“-Reihe, das er in der deutschen Fassung synchronisiert, oder stimmte den Titelsong des Films „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ an.
Ein Kindheitsheld gefangen in seiner Rolle?
Das Publikum feierte ihn, wenn er dies tat oder alte Sketche nachspielte. Seine Freude über die entgegengebrachte Zuneigung wirkte aufrichtig und sympathisch. Ein wenig schien er jedoch auch in seiner Rolle als Kindheitsheld gefangen, der immer wieder die alten Geschichten erzählen muss. Dabei wurde deutlich, dass er etwas über Kunst zu sagen hat.
Er hat Recht mit seiner Botschaft, wenn er anmerkt, dass in Galerien und Museen zu wenig gelacht werde und er dies ein wenig aufbrechen möchte. Für solche Überlegungen war an diesem Abend jedoch wenig Platz und Zeit. Als sich Waalkes und Eilert unter großem Jubel vom Publikum verabschiedeten, rief Waalkes: „Das war der schönste Abend in meinem Leben.“
Man nimmt ihm ab, dass er so glücklich war wie sein Publikum. Am Ende signierte er im Foyer des Funkhauses, und die Schlange der Wartenden war schier endlos. Mit fast 80 Jahren ist der Mann, dessen Ottifant es bis in den Duden geschafft hat, irgendwie unantastbar geworden. Sein Einfluss auf die deutsche Comedy- und Kunstszene ist unbestreitbar.
Der bleibende Eindruck
Der Abend zeigte, dass Otto Waalkes nicht nur ein Meister des Humors ist, sondern auch ein ernstzunehmender Künstler. Seine Fähigkeit, Kunst und Komik zu verbinden, macht ihn einzigartig. Die lit.Cologne Spezial bot eine Plattform, um diese Facette seines Schaffens zu beleuchten und gleichzeitig die Erwartungen seiner Fans zu erfüllen.
- Humor und Kunst: Waalkes' doppeltes Talent wurde sichtbar.
- Publikumsbindung: Seine Fans schätzen die Mischung aus Neuem und Altbekanntem.
- Künstlerische Botschaft: Er plädiert für mehr Lachen in Kunstinstitutionen.
Die Veranstaltung war ein Erfolg, der die Vielseitigkeit von Otto Waalkes unterstrich und einmal mehr bewies, dass seine Werke und sein Humor Generationen verbinden.




