Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat für den kommenden Mittwoch, den 19. Januar, angestellte Lehrkräfte in Köln und weiteren Städten Nordrhein-Westfalens zu einem Warnstreik aufgerufen. Eltern und Schüler müssen sich auf erhebliche Einschränkungen im Schulbetrieb und möglichen Unterrichtsausfall einstellen. Der Streik ist Teil der laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Bundesländer.
Das Wichtigste in Kürze
- Was: Warnstreik der angestellten Lehrkräfte.
- Wann: Mittwoch, 19. Januar 2026.
- Wo: Betroffen sind Köln, Gelsenkirchen, Münster sowie die Region Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen.
- Warum: Die GEW will den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder erhöhen.
- Folgen: Es wird mit eingeschränktem Unterricht und Unterrichtsausfällen gerechnet.
GEW ruft zu Arbeitsniederlegung auf
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat die tarifbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer in mehreren Ballungszentren Nordrhein-Westfalens zur Arbeitsniederlegung aufgefordert. Eine Sprecherin der GEW NRW bestätigte, dass die Aktionen gezielt in ausgewählten Regionen stattfinden sollen, um den Forderungen in der aktuellen Tarifrunde Nachdruck zu verleihen.
Neben Köln sind auch die Städte Gelsenkirchen und Münster sowie der gesamte Raum Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen von dem Aufruf betroffen. Die Gewerkschaft rechnet mit einer hohen Beteiligung und geht davon aus, dass der Schulbetrieb an vielen Standorten spürbar beeinträchtigt sein wird.
Wer darf streiken?
In Deutschland dürfen nur angestellte Lehrkräfte streiken. Die Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer in NRW ist verbeamtet und unterliegt der sogenannten Friedenspflicht, die eine Teilnahme an Streiks ausschließt. Tarifbeschäftigte Lehrkräfte hingegen haben das Recht zur Arbeitsniederlegung im Rahmen von Tarifkonflikten.
Hintergrund der Tarifverhandlungen
Der Warnstreik ist eine direkte Reaktion auf den bisherigen Verlauf der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder (TV-L). Die Gewerkschaften fordern unter anderem eine deutliche Gehaltserhöhung sowie strukturelle Verbesserungen für die Angestellten. Aus Sicht der GEW haben die Arbeitgeber bisher kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt.
Mit dem gezielten Warnstreik soll der Druck auf die Verhandlungspartner aufseiten der Länder erhöht werden, bevor die nächste Verhandlungsrunde stattfindet. Solche Aktionen sind ein übliches Mittel im Ringen um einen neuen Tarifvertrag.
Zahlen und Fakten
In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Angaben der GEW aktuell rund 40.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte. Diese Gruppe macht einen bedeutenden Teil des Personals an den Schulen aus, insbesondere in bestimmten Schulformen und bei jüngeren Kolleginnen und Kollegen.
Auswirkungen auf den Schulalltag in Köln
Für Eltern und Schüler in Köln bedeutet der Streiktag Unsicherheit. Es ist davon auszugehen, dass an vielen Schulen der reguläre Stundenplan nicht eingehalten werden kann. Mögliche Szenarien reichen von der Zusammenlegung von Klassen über Betreuungsangebote bis hin zum vollständigen Ausfall einzelner Unterrichtsstunden oder ganzer Schultage.
Was Eltern jetzt wissen müssen
Schulen sind verpflichtet, Eltern so früh wie möglich über die konkreten Auswirkungen des Streiks zu informieren. Es wird empfohlen, auf Mitteilungen der Schulleitung über die üblichen Kanäle wie E-Mail-Verteiler, Schul-Apps oder die Schul-Website zu achten. In der Regel wird eine Notbetreuung für jüngere Schülerinnen und Schüler eingerichtet, deren Eltern eine Betreuung nicht anderweitig organisieren können.
- Achten Sie auf offizielle Informationen Ihrer Schule.
- Planen Sie alternative Betreuungsmöglichkeiten, falls erforderlich.
- Sprechen Sie mit anderen Eltern über mögliche Fahrgemeinschaften oder Betreuungsgruppen.
Eine bewusste Entscheidung für den Standort Köln
Die Auswahl der Streikregionen durch die GEW ist strategisch. Köln als größte Stadt in NRW und wichtiger Bildungsstandort hat eine hohe Symbolkraft. Ein erfolgreicher Streik hier sendet ein starkes Signal an die Landesregierung in Düsseldorf.
Eine Sprecherin der GEW NRW betonte, dass man sich der Belastung für Familien bewusst sei. Der Streik sei jedoch ein notwendiges Mittel, um eine faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte zu sichern, was letztlich auch der Bildungsqualität zugutekomme. Die Gewerkschaft plant, am Streiktag selbst Kundgebungen in den betroffenen Städten abzuhalten, um ihre Forderungen öffentlich zu unterstreichen.




