Kaum rollen Busse und Bahnen der KVB wieder planmäßig, steht Köln vor der nächsten Streikwelle. Am Mittwoch und Donnerstag legen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Länder die Arbeit nieder. Besonders betroffen sind die Uniklinik Köln, Hochschulen und der Straßenverkehr durch geplante Demonstrationen.
Die Gewerkschaften Verdi und GEW haben zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um im laufenden Tarifkonflikt mit den Ländern den Druck zu erhöhen. Für Patienten, Studierende und Pendler in der Stadt bedeutet dies erneute Einschränkungen im Alltag.
Das Wichtigste in Kürze
- Am Mittwoch, 4. Februar, wird die Uniklinik Köln bestreikt.
- Auch Beschäftigte an Kölner Hochschulen sind zum Streik aufgerufen.
- Eine Demonstration in der Kölner Innenstadt kann zu Verkehrsbehinderungen führen.
- Hintergrund ist der Tarifstreit des öffentlichen Dienstes der Länder.
Uniklinik Köln im Zentrum des Streiks
Einer der zentralen Schauplätze des Warnstreiks am Mittwoch ist die Uniklinik Köln. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen, darunter auch Köln, zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Für Patienten und deren Angehörige kann dies spürbare Folgen haben.
Es ist damit zu rechnen, dass nicht dringend notwendige Operationen und Behandlungen verschoben werden müssen. Die Kliniken bemühen sich, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten und die Versorgung kritischer Fälle sicherzustellen.
Notdienst sichert Akutversorgung
Trotz des Streiks ist die Notfallversorgung gewährleistet. Zwischen der Gewerkschaft und den Klinik-Leitungen bestehen sogenannte Notdienstvereinbarungen. Diese stellen sicher, dass lebenswichtige Behandlungen, die Versorgung von Notfällen und die Betreuung auf Intensivstationen aufrechterhalten werden. Betroffene Patienten, deren Termine ausfallen, werden in der Regel direkt von den Kliniken informiert.
Einschränkungen an Hochschulen und Schulen
Auch der Bildungssektor ist von den Arbeitskämpfen betroffen. An vielen Hochschulen in NRW wird am Mittwoch gestreikt, was auch den Betrieb in Köln beeinträchtigen kann. Studierende müssen sich darauf einstellen, dass Bibliotheken geschlossen bleiben oder Lehrveranstaltungen ausfallen könnten.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat zudem angestellte Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter zum Streik aufgerufen. Die Aktionen konzentrieren sich am Mittwoch auf die Regierungsbezirke Arnsberg und Düsseldorf und am Donnerstag auf Detmold und Münster. Auch wenn Köln nicht im direkten Fokus der Schulstreiks steht, könnten Auswirkungen in der Region spürbar sein.
Warum nicht alle Lehrer streiken
Eltern sollten beachten, dass ein Großteil der Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen verbeamtet ist. Beamte haben kein Streikrecht und müssen ihren Dienst antreten. Daher ist nicht mit einem flächendeckenden Unterrichtsausfall zu rechnen. Schulen informieren in der Regel direkt über mögliche Einschränkungen und stellen eine Notbetreuung sicher, falls dies erforderlich wird.
Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt erwartet
Neben den direkten Auswirkungen auf Kliniken und Hochschulen müssen sich die Kölnerinnen und Kölner am Mittwoch auf Probleme im Straßenverkehr einstellen. Verdi hat für mehrere Großstädte, darunter auch Köln, zu Demonstrationen und Kundgebungen aufgerufen.
Ein Demonstrationszug durch die Innenstadt kann zu vorübergehenden Straßensperrungen und erheblichen Staus führen. Autofahrer sollten den Bereich der Kundgebung meiden und, wenn möglich, auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, die von diesem Streik nicht betroffen sind. Auch Beschäftigte der Autobahn GmbH beteiligen sich, jedoch werden hier keine größeren Auswirkungen auf den Verkehrsfluss erwartet.
Die Kernforderungen der Gewerkschaften
Im Tarifkonflikt für die Beschäftigten der Bundesländer fordern die Gewerkschaften sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber einen monatlichen Zuwachs von 300 Euro. Die Arbeitgeberseite der Länder hat diese Forderung bisher als zu hoch zurückgewiesen und auf die angespannte Haushaltslage verwiesen.
Hintergrund des Tarifkonflikts
Die aktuellen Warnstreiks sind Teil der laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Gewerkschaften wollen mit den Aktionen den Druck auf die Arbeitgeber vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde erhöhen.
Diese soll am 11. und 12. Februar in Potsdam stattfinden. Während die Gewerkschaften die hohe Inflation und den gestiegenen Arbeitsdruck als Gründe für ihre Lohnforderung anführen, verweisen die Länder auf knappe Kassen. Trotz der verhärteten Fronten zeigten sich Vertreter der Arbeitgeberseite zuletzt zuversichtlich, im Februar einen Abschluss erzielen zu können.




