Ab dem 23. Januar müssen sich Bahnreisende südlich von Köln auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Deutsche Bahn modernisiert die wichtige Strecke zwischen Hürth-Kalscheuren und Sinzig, was zu Zugausfällen, Umleitungen und längeren Fahrzeiten im Regional- und Fernverkehr führt. Die Bauarbeiten sollen eine Woche andauern.
Grund für die Sperrung sind umfangreiche Modernisierungsarbeiten. Unter anderem werden Kabel verlegt, Weichen erneuert und Vorbereitungen für ein neues elektronisches Stellwerk in Bonn-Bad Godesberg getroffen. Diese Maßnahmen sind auch eine Vorbereitung für die Generalsanierung der rechtsrheinischen Strecke ab Juli 2026, für die die linke Rheinseite als Ausweichroute dienen wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Zeitraum der Sperrung: Hauptsächlich vom 23. Januar (21 Uhr) bis 30. Januar (21 Uhr).
- Betroffene Strecke: Zwischen Hürth-Kalscheuren und Sinzig.
- Fernverkehr: ICE-Züge zwischen Köln und Koblenz werden umgeleitet. Die Halte in Bonn Hbf, Remagen und Andernach entfallen.
- Nahverkehr: Sieben Linien (RE5, RE12, RE22, RB24, RB26, RB30, RB48) sind von Ausfällen und Fahrplanänderungen betroffen.
- Ersatzverkehr: Ein umfangreiches Konzept mit Bussen wird eingerichtet.
Große Auswirkungen auf den Fernverkehr
Besonders betroffen von der Sperrung ist die ICE-Verbindung zwischen Köln und Koblenz. Die Züge werden über die rechte Rheinseite umgeleitet, was zu einer Fahrzeitverlängerung von etwa 20 Minuten führt. Reisende müssen beachten, dass die regulären Halte in Bonn Hauptbahnhof, Remagen und Andernach während der Bauarbeiten komplett entfallen.
Als teilweiser Ersatz halten einige der umgeleiteten Züge ersatzweise am Bahnhof Bonn-Beuel. Fahrgäste, die von oder nach Bonn reisen, müssen sich auf geänderte Abfahrtsorte und längere Wege einstellen. Bereits ab dem 16. Januar kann es zu ersten Anpassungen auf der Strecke zwischen Frankfurt, Mainz und Köln kommen.
Sieben Regionallinien von der Sperrung betroffen
Im Nahverkehr sind die Auswirkungen noch weitreichender. Gleich sieben wichtige Linien, die täglich von tausenden Pendlern genutzt werden, müssen ihre Fahrpläne anpassen oder werden teilweise durch Busse ersetzt. Dies betrifft die folgenden Verbindungen:
- Regionalexpress RE5 (Rhein-Express)
- Regionalexpress RE12 (Eifel-Mosel-Express)
- Regionalexpress RE22 (Eifel-Express)
- Regionalbahn RB24 (Eifel-Bahn)
- Regionalbahn RB26 (MittelrheinBahn)
- Regionalbahn RB30 (Rhein-Ahr-Bahn)
- Regionalbahn RB48 (Rhein-Wupper-Bahn)
- Linie RE5: Schnellbusse verkehren zwischen Köln Hauptbahnhof und Remagen. Sie halten nur in Bonn Hauptbahnhof, Rolandseck und am Yachthafen in Oberwinter. Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr wird die Busverbindung bis nach Koblenz Hauptbahnhof verlängert.
- Linie RB26: Hier fahren Busse, die alle Zwischenhalte bedienen. Eine Ausnahme ist der Halt in Köln-West, der von den Bussen nicht angefahren wird.
- Es wird eine zusätzliche Schnellbuslinie zwischen Köln Hauptbahnhof und Erftstadt eingerichtet. Diese Busse verkehren ohne Zwischenhalte und sollen Pendlern eine schnelle Alternative bieten.
Für diese Linien wird ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet. Die Deutsche Bahn bittet alle Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt über die Online-Auskunftsmedien oder die DB Navigator App über ihre spezifische Verbindung zu informieren.
Hintergrund der Bauarbeiten
Die Modernisierung der Strecke ist ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung des Schienennetzes. Im Zentrum steht die Inbetriebnahme eines neuen elektronischen Stellwerks in Bonn-Bad Godesberg. Zudem werden im Umfeld der Gleise Kampfmittelsondierungen durchgeführt. Die Arbeiten dienen auch als Vorbereitung für die Generalsanierung der rechtsrheinischen Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden, die im Juli 2026 beginnt. Die nun modernisierte linke Rheinstrecke wird dann als wichtige Umleitungsstrecke benötigt.
So ist der Ersatzverkehr mit Bussen organisiert
Die Deutsche Bahn hat ein detailliertes Konzept für den Schienenersatzverkehr ausgearbeitet, das sich in zwei Phasen gliedert.
Phase 1: Erstes Wochenende (23. bis 26. Januar)
Von Freitag, 23. Januar, 21 Uhr, bis Montag, 26. Januar, 4 Uhr, gelten folgende Regelungen:
Phase 2: Unter der Woche (26. bis 30. Januar)
Von Montag, 26. Januar, 4 Uhr, bis Freitag, 30. Januar, 21 Uhr, wird das Angebot erweitert:
Reisende sollten beachten, dass die Fahrzeiten der Busse von den Zugfahrplänen abweichen und in der Regel länger sind. Auch die Mitnahme von Fahrrädern ist in den Ersatzbussen nur sehr eingeschränkt möglich.
Vorbereitung ist entscheidend
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, die Fahrplanänderungen rechtzeitig in den digitalen Auskunftssystemen zu veröffentlichen und an den Bahnhöfen deutlich auszuschildern. Dennoch wird allen Reisenden dringend empfohlen, mehr Zeit für ihre Fahrten einzuplanen und sich unmittelbar vor Reisebeginn über die aktuelle Situation zu informieren.
Die Bauarbeiten sind zwar eine kurzfristige Belastung für die Fahrgäste, dienen aber der langfristigen Verbesserung und Stabilität des Schienennetzes in einer der verkehrsreichsten Regionen Deutschlands.




