Nach einer mehrstündigen Vollsperrung am Autobahnkreuz Köln-Gremberg ist die A559 in Richtung Bonn seit Dienstagmittag wieder für den Verkehr freigegeben. Ein Schwertransporter war am späten Montagnachmittag gegen eine Brücke geprallt und hatte umfangreiche Sicherheitsüberprüfungen notwendig gemacht.
Die Sperrung führte seit Montagabend zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im Kölner Südosten. Tausende Pendler und Reisende mussten Umwege in Kauf nehmen. Die Aufhebung der Sperrung erfolgte, nachdem Statiker das betroffene Brückenbauwerk eingehend geprüft und für sicher befunden hatten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Vollsperrung der A559 in Richtung Bonn am Kreuz Gremberg wurde am Dienstag gegen 12 Uhr aufgehoben.
- Ursache war die Kollision eines Schwertransporters mit einer Autobahnbrücke am Montagnachmittag.
- Eine intensive statische Prüfung ergab keine sicherheitsrelevanten Schäden an der Brücke.
- Die Sperrung verursachte erhebliche Verkehrsstörungen und Umleitungen über die A4.
Unfall löst umfangreiche Sperrmaßnahmen aus
Der Vorfall ereignete sich am späten Montagnachmittag, als ein Schwertransport aus noch ungeklärter Ursache mit dem Überbau einer Brücke im Kreuz Gremberg kollidierte. Aufgrund der potenziellen Gefahr durch strukturelle Schäden reagierten die Behörden umgehend. Zunächst wurde die A559 in Fahrtrichtung Bonn gesperrt.
Verkehrsteilnehmer, die aus der Kölner Innenstadt kamen, konnten weder die direkte Verbindung zur A59 nach Bonn noch die Abfahrt zur A4 in Richtung Olpe nutzen. Der gesamte Verkehr wurde zwangsweise auf die A4 in Richtung Aachen umgeleitet, was bereits am Montagabend zu ersten Staus führte.
Ausweitung der Sperrung am Dienstagmorgen
In den frühen Morgenstunden des Dienstags wurde die Situation für Autofahrer noch komplizierter. Die Autobahn GmbH erweiterte die Sperrmaßnahmen. Zusätzlich wurde die direkte Verbindung von der A4 aus Aachen kommend auf die A559 in Richtung Kölner Zentrum gesperrt. Diese Maßnahme war notwendig, um den Gutachtern einen sicheren Zugang zur Unfallstelle und zur Brücke zu ermöglichen.
Diese Erweiterung sorgte im morgendlichen Berufsverkehr für erhebliche Störungen. Viele Pendler mussten alternative Routen suchen, was auch auf den städtischen Ausweichstrecken zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führte.
Das Autobahnkreuz Köln-Gremberg
Das Kreuz Gremberg ist ein zentraler Knotenpunkt im Kölner Autobahnring. Hier kreuzen sich die A4 (Aachen-Olpe) und die A559, die als wichtige Stadtautobahn den Flughafen Köln/Bonn und die südlichen Stadtteile mit dem Zentrum verbindet. Störungen in diesem Bereich haben oft weitreichende Auswirkungen auf den gesamten regionalen Verkehr.
Statiker geben Entwarnung nach Prüfung
Die entscheidende Frage war, ob die Kollision die Statik der Brücke beeinträchtigt hatte. Ein Team von Baufachleuten und Statikern der Autobahn GmbH nahm das Bauwerk bei Tageslicht genau in Augenschein. Eine erste Begutachtung in der Dunkelheit war nicht ausreichend, um das volle Schadensausmaß sicher beurteilen zu können.
Die Experten führten eine umfassende visuelle Inspektion durch und prüften die tragenden Elemente auf Risse oder Verformungen. Am späten Vormittag kam die erlösende Nachricht: Es wurden keine Schäden festgestellt, die die Standfestigkeit oder die Verkehrssicherheit der Brücke beeinträchtigen könnten.
Prüfung von Brückenbauwerken
Nach einem sogenannten „Anprallereignis“ durch ein Fahrzeug ist eine sofortige Sonderprüfung gesetzlich vorgeschrieben. Dabei wird das Bauwerk von Fachingenieuren auf sichtbare Schäden wie Risse im Beton, freiliegende Bewehrung oder Verformungen von Stahlträgern untersucht. Die Sicherheit hat dabei oberste Priorität, weshalb Sperrungen bis zum Abschluss der Prüfung unumgänglich sind.
Diese positive Bewertung war die Voraussetzung für die Wiedereröffnung der gesperrten Fahrbahnen. Die Autobahn GmbH teilte mit, dass die Freigabe für 12 Uhr mittags geplant sei, ein Zeitplan, der eingehalten werden konnte.
Verkehr normalisiert sich langsam
Unmittelbar nach der Aufhebung der Sperrungen begannen die Aufräumarbeiten. Baken und mobile Absperrungen wurden entfernt, um den Verkehrsfluss wiederherzustellen. Dennoch dauerte es einige Zeit, bis sich die Verkehrslage im Kölner Südosten vollständig normalisiert hatte.
Die durch die Umleitungen entstandenen Staus auf der A4 und den umliegenden Bundes- und Landstraßen lösten sich nur langsam auf. Verkehrsexperten rechneten damit, dass die Nachwirkungen noch bis in den frühen Nachmittag spürbar sein würden.
Der Vorfall unterstreicht einmal mehr die Anfälligkeit der hochbelasteten Verkehrsinfrastruktur rund um Köln. Bereits ein einzelner Unfall an einer neuralgischen Stelle wie dem Kreuz Gremberg kann kaskadenartige Effekte auf das gesamte Verkehrsnetz der Region haben.
„Bei der fachlichen Prüfung wurden keine Schäden festgestellt, die die Statik des Bauwerks beeinträchtigen könnten“, teilte ein Sprecher der Autobahn GmbH am Vormittag mit und gab damit den Weg für die Wiedereröffnung frei.
Konsequenzen für den Schwertransport
Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an. Die Polizei untersucht nun, warum der Schwertransporter mit der Brücke kollidierte. Mögliche Ursachen könnten eine fehlerhafte Routenplanung, eine Überschreitung der genehmigten Fahrzeughöhe oder ein Fahrfehler sein.
Dem verantwortlichen Unternehmen und dem Fahrer drohen nun Konsequenzen. Neben einem möglichen Bußgeldverfahren müssen sie auch für die Kosten des Einsatzes und der umfangreichen Brückenprüfung aufkommen. Glücklicherweise wurde bei dem Unfall nach ersten Erkenntnissen niemand verletzt.




