Ein technischer Defekt an einem Stellwerk hat am Donnerstagmittag den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Herzen von Köln für rund eineinhalb Stunden erheblich beeinträchtigt. Tausende Pendler und Reisende waren von Verspätungen und Zugausfällen auf der vielbefahrenen Strecke über die Hohenzollernbrücke betroffen.
Die Störung ereignete sich gegen 12 Uhr auf dem kritischen Abschnitt zwischen dem Kölner Hauptbahnhof und dem Bahnhof Köln Messe/Deutz. Erst gegen 13:30 Uhr konnte die Deutsche Bahn Entwarnung geben, doch die Auswirkungen waren noch längere Zeit spürbar.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Signalstörung blockierte am Donnerstagmittag die Bahnstrecke zwischen Köln Hbf und Messe/Deutz.
- Insgesamt 16 Regional- und S-Bahn-Linien waren von den Ausfällen und Verspätungen betroffen.
- Der Fernverkehr (ICE, IC) war laut Bahnangaben nicht beeinträchtigt.
- Die Störung dauerte von circa 12:00 Uhr bis 13:30 Uhr, mit anschließenden Folgeverspätungen.
Nadelöhr Hohenzollernbrücke blockiert
Der betroffene Streckenabschnitt ist einer der meistbefahrenen in ganz Deutschland und ein zentrales Nadelöhr im Schienennetz von Nordrhein-Westfalen. Jeder technische Defekt an dieser Stelle hat weitreichende Konsequenzen für den gesamten regionalen Bahnverkehr.
Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte, dass ein defektes Signal im Stellwerk die Ursache für die weitreichenden Probleme war. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Problems wurde der Zugverkehr auf der Strecke stark eingeschränkt, was zu einem Rückstau auf der Hohenzollernbrücke und den zulaufenden Strecken führte.
Warum diese Strecke so wichtig ist
Die Hohenzollernbrücke verbindet den linksrheinischen Kölner Hauptbahnhof mit dem rechtsrheinischen Bahnhof Messe/Deutz. Nahezu der gesamte Regional- und Fernverkehr, der Köln durchquert, muss diese Brücke passieren. Sie ist somit ein entscheidender Knotenpunkt für Pendlerströme aus dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und den benachbarten Regionen.
Zahlreiche Linien von der Störung betroffen
Die Auswirkungen der Signalstörung trafen den Nahverkehr zur Mittagszeit hart. Laut offiziellen Informationen waren insgesamt 16 verschiedene Linien des Regional- und S-Bahn-Verkehrs betroffen. Dies führte zu erheblichen Unannehmlichkeiten für Fahrgäste, die in der Stadt unterwegs waren oder in die umliegenden Regionen pendeln wollten.
Wichtige betroffene Verbindungen
Zu den betroffenen Linien zählten einige der wichtigsten Verkehrsachsen in NRW. Pendler mussten sich auf erhebliche Wartezeiten einstellen. Betroffen waren unter anderem:
- RE 1 (RRX): Die Linie zwischen Aachen und Hamm, eine der Hauptverkehrsadern des Landes.
- RE 5 (RRX): Die Verbindung von Koblenz nach Wesel, die das Rheinland in Nord-Süd-Richtung durchquert.
- RE 6 (RRX): Die Strecke vom Flughafen Köln/Bonn bis nach Minden in Westfalen.
Darüber hinaus waren auch Regionalexpress-Züge in Richtung Trier, Siegen und Koblenz sowie diverse S-Bahn-Linien, darunter die S6, S11, S12 und S19, von der Störung betroffen. Viele Züge wurden umgeleitet, endeten vorzeitig oder fielen komplett aus.
Über 1.200 Züge täglich
Die Hohenzollernbrücke wird täglich von mehr als 1.200 Zügen befahren. Dieser hohe Takt macht das System extrem anfällig für Störungen. Schon ein kleiner technischer Defekt kann, wie am Donnerstag geschehen, schnell zu einem Dominoeffekt im gesamten Netz führen.
Entwarnung am frühen Nachmittag
Techniker der Deutschen Bahn arbeiteten mit Hochdruck an der Behebung des Problems. Gegen 13:30 Uhr meldete das Unternehmen schließlich, dass das defekte Signal erfolgreich repariert werden konnte und die Strecke wieder freigegeben sei.
Ein Bahn-Sprecher erklärte, dass der Verkehr schrittweise wieder normalisiert werde. Allerdings kam es auch nach der Reparatur noch zu erheblichen Folgeverspätungen, da sich zahlreiche Züge auf den Strecken gestaut hatten. Es dauerte einige Zeit, bis der Fahrplan wieder stabilisiert werden konnte.
Zu den genauen technischen Ursachen des Stellwerksdefekts machte die Bahn zunächst keine weiteren Angaben. Die Höhe des entstandenen Schadens oder das genaue Ausmaß der Verspätungen wurden ebenfalls nicht beziffert.
Immer wieder Probleme am Kölner Hauptbahnhof
Der Vorfall vom Donnerstag ist kein Einzelfall. Der Bereich um den Kölner Hauptbahnhof ist bekannt für seine hohe Belastung und die damit verbundene Störanfälligkeit. Erst am Dienstag dieser Woche hatten spontan angesetzte Bauarbeiten im S-Bahn-Netz rund um den Hauptbahnhof für erhebliche Verspätungen bei Pendlern gesorgt.
Solche Ereignisse verdeutlichen die enorme Bedeutung einer funktionierenden Infrastruktur für die Mobilität von Millionen Menschen in der Region. Die hohe Zugdichte und das Alter mancher Anlagen stellen die Deutsche Bahn vor kontinuierliche Herausforderungen, um einen reibungslosen Betrieb an diesem zentralen Verkehrsknotenpunkt zu gewährleisten.




