Nach monatelangen Verhandlungen haben sich der Bahnbetreiber National Express und die Verkehrsverbünde in Nordrhein-Westfalen auf einen neuen Rahmenvertrag geeinigt. Die Vereinbarung soll die Qualität und Pünktlichkeit im Regionalverkehr verbessern, bringt aber auch eine wesentliche Änderung für die wichtigen RRX-Linien mit sich, die viele Pendler in Köln täglich nutzen.
Das Wichtigste in Kürze
- National Express und die Verkehrsverbünde in NRW haben ihren Vertragsstreit beigelegt und eine neue Vereinbarung unterzeichnet.
- Das Ziel ist eine höhere Qualität, Pünktlichkeit und Sauberkeit in den Zügen.
- Der Vertrag für die wichtigen RRX-Linien (u.a. RE1, RE5, RE11) wird vorzeitig Ende 2030 beendet und neu ausgeschrieben.
- Die Linien RE7 und RB48 werden von National Express bis Ende 2032 weiterbetrieben.
Einigung beendet monatelange Unsicherheit
Pendler in Nordrhein-Westfalen können aufatmen. Der britische Bahnbetreiber National Express hat sich mit den zuständigen Verkehrsverbünden geeinigt und damit eine lange Phase der Unsicherheit beendet. An den Verhandlungen waren neben National Express der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), go.Rheinland, der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sowie Verbünde aus Hessen und Rheinland-Pfalz beteiligt.
Die Einigung umfasst einen neuen Rahmenvertrag, der die Grundlage für den Betrieb zahlreicher wichtiger Regionalexpress- und Regionalbahnlinien in der Region bildet. Beide Seiten zeigten sich nach dem Abschluss der Gespräche erleichtert und betonten die Bedeutung der Vereinbarung für die Stabilität des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV).
Wer ist National Express?
National Express Rail GmbH ist die deutsche Tochtergesellschaft der britischen Mobico Group. In Nordrhein-Westfalen betreibt das Unternehmen einige der meistgenutzten Linien des Regionalverkehrs, darunter die prestigeträchtigen Linien des Rhein-Ruhr-Express (RRX), die das Rückgrat des schnellen Nahverkehrs im Land bilden.
Verbesserungen für Fahrgäste in Köln geplant
Im Mittelpunkt der neuen Vereinbarung stehen konkrete Verbesserungen für die Fahrgäste. National Express hat zugesagt, die Qualität in mehreren Bereichen zu steigern. Dazu gehören vor allem eine höhere Pünktlichkeit und mehr Sauberkeit in den Zügen. Gerade auf den stark frequentierten Strecken rund um den Kölner Hauptbahnhof soll es spürbare Veränderungen geben.
Geplant ist, die Kapazitäten auf besonders ausgelasteten Verbindungen zu erhöhen. Zudem sollen größere Zeitpuffer zwischen den einzelnen Fahrten eingeplant werden, um Verspätungen besser abzufangen und die Stabilität des gesamten Fahrplans zu erhöhen. Konkrete Fahrplanänderungen oder Details zur Kapazitätserweiterung wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.
„Wir haben im gesamten Verlauf der Verhandlungen darauf gedrängt, Verbesserungen für die Fahrgäste zu erzielen. Die nun anvisierten Lösungen sind ein wichtiger Schritt für die Stabilisierung und qualitative Verbesserung des Zugverkehrs in NRW.“
Für die Umsetzung dieser Ziele ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Betreiber und den Verkehrsverbünden entscheidend. Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell die angekündigten Maßnahmen bei den Pendlern ankommen.
Zukunft der RRX-Linien neu geordnet
Die größte strategische Änderung betrifft die Zukunft des Rhein-Ruhr-Express (RRX). National Express wird den ursprünglich bis Ende 2033 laufenden Vertrag für die Linien RE1, RE4, RE5, RE6 und RE11 vorzeitig beenden. Der Betrieb durch das Unternehmen läuft nun planmäßig Ende 2030 aus.
Diese Entscheidung bedeutet, dass der Betrieb dieser zentralen Pendlerstrecken für den Zeitraum ab 2031 neu ausgeschrieben wird. Ob sich National Express erneut um den Auftrag bewerben wird, ist derzeit offen. Diese Neuausschreibung gibt den Verkehrsverbünden die Möglichkeit, die Bedingungen für den Betrieb neu zu definieren und möglicherweise andere Anbieter zu berücksichtigen.
Betroffene RRX-Linien
Die vorzeitige Vertragsbeendigung zum Jahr 2030 betrifft folgende Linien, die auch für Köln von zentraler Bedeutung sind:
- RE1 (RRX): Aachen – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Essen – Dortmund – Hamm
- RE4 (RRX): Aachen – Mönchengladbach – Düsseldorf – Wuppertal – Hagen – Dortmund
- RE5 (RRX): Wesel – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz
- RE6 (RRX): Minden – Bielefeld – Hamm – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln/Bonn Flughafen
- RE11 (RRX): Düsseldorf – Duisburg – Essen – Dortmund – Hamm – Paderborn – Kassel-Wilhelmshöhe
Andere Linien langfristig gesichert
Während die Zukunft der RRX-Linien neu gestaltet wird, wurde für zwei andere wichtige Verbindungen eine langfristige Lösung gefunden. Die Verträge für die Linien RE7 (Rheine – Krefeld) und RB48 (Wuppertal – Köln – Bonn) wurden bis Ende 2032 verlängert. Damit ist der Betrieb durch National Express auf diesen Strecken für die kommenden Jahre gesichert.
Dr. Michael Hetzer, Geschäftsführer von National Express, betonte die Bedeutung der Einigung für das Unternehmen: „Wir sind uns der Verantwortung für die Fahrgäste bewusst und setzen uns für ein verlässliches Mobilitätsangebot für die Menschen in NRW und darüber hinaus ein.“ Der neue Vertrag sei für die „Zukunftsaussichten“ des Unternehmens von großer Bedeutung.
Herausforderungen im Nahverkehr bleiben
Die Einigung kommt zu einer Zeit, in der der Nahverkehr in und um Köln vor großen Herausforderungen steht. Bereits ab dem 7. Februar wird die Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen wegen einer Großbaustelle für rund sechs Monate gesperrt, was zu erheblichen Einschränkungen führen wird.
Zusätzlich belasten immer wieder Streiks den öffentlichen Nahverkehr. Die nun erzielte vertragliche Stabilität zwischen National Express und den Verbünden wird als wichtiger Schritt gesehen, um zumindest auf Betreiberseite für mehr Verlässlichkeit zu sorgen und den Fokus auf die Verbesserung des Angebots für die Fahrgäste zu legen.




