Für das Kölner Top-Talent Said El Mala endete der erste Aufenthalt bei der deutschen A-Nationalmannschaft ohne einen Einsatz auf dem Spielfeld. Stattdessen kehrte der 19-Jährige mit einer klaren und unmissverständlichen Aufgabe von Bundestrainer Julian Nagelsmann zur U21-Auswahl zurück.
Obwohl El Mala das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei verpasst, hat er wertvolle Eindrücke und direktes Feedback aus dem Kreis der Elite-Spieler mitgenommen. Die Botschaft des Bundestrainers war dabei ebenso lobend wie fordernd und skizziert einen deutlichen Weg für die Zukunft des jungen Spielers.
Das Wichtigste in Kürze
- Said El Mala kehrte ohne Debüt von der A-Nationalmannschaft zur U21 zurück.
- Bundestrainer Julian Nagelsmann gab ihm konkrete Entwicklungsziele mit auf den Weg.
- Die zentrale Forderung: El Mala muss sich als unangefochtener Stammspieler in seinem Kölner Verein etablieren.
- Bei der U21 wurde El Mala mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber ausgezeichnet.
Ein positives Zeugnis vom Bundestrainer
Trotz der vorzeitigen Abreise zog Julian Nagelsmann eine positive Bilanz der ersten Trainingstage von Said El Mala bei der A-Mannschaft. Der Bundestrainer betonte, dass der junge Kölner die Erwartungen erfüllt habe, insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich.
„Said hat einen guten Eindruck gemacht. Er war das erste Mal bei uns, wir hatten nicht so viel Trainingszeit. Aber er hat vor allem die Soft-Skills erfüllt“, erklärte Nagelsmann. Er beschrieb den 19-Jährigen als einen „super angenehmen jungen Mann“, der die richtige Mischung aus Bescheidenheit und Selbstbewusstsein mitbringe.
„Demütig genug, aber trotzdem auch frech genug“, so die Einschätzung des 38-jährigen Trainers über das Auftreten des Talents.
Dieses Lob zeigt, dass El Mala sich gut in das hochkarätig besetzte Team eingefügt und charakterlich überzeugt hat. Die sportliche Bewertung fiel aufgrund der kurzen Zeit naturgemäß knapper aus, doch die Tür für eine Rückkehr steht ihm offen – wenn er die gestellten Bedingungen erfüllt.
Die Fritz-Walter-Medaille
Die Fritz-Walter-Medaille ist die höchste Auszeichnung für Nachwuchsfußballer in Deutschland und wird vom DFB in Gold, Silber und Bronze vergeben. Sie ehrt die besten jungen Spieler des Jahres in verschiedenen Altersklassen. Die Auszeichnung in Silber für Said El Mala unterstreicht seinen Status als eines der größten Talente seines Jahrgangs.
Die klare Ansage für die Zukunft
Nagelsmann beließ es jedoch nicht bei warmen Worten. Er nutzte die Gelegenheit, um El Mala eine unmissverständliche Entwicklungsaufgabe mitzugeben. Der Weg zurück in den Kader der A-Nationalmannschaft führt für den Mittelfeldspieler nur über konstante Leistungen auf Vereinsebene.
„Am Ende liegt’s an ihm“, stellte Nagelsmann klar. Er verwies auf die Gespräche, die er und auch El Malas Vereinstrainer Lukas Kwasniok mit dem Spieler geführt haben. Es gebe klare „Baustellen“, an denen das Talent arbeiten müsse.
Die zentrale Forderung formulierte der Bundestrainer direkt und ohne Umschweife:
„Ich habe ihm gesagt: Er muss in Köln unangefochtener Stammspieler werden. Dann hat er auch Möglichkeiten bei der A-Mannschaft für Furore zu sorgen. Es liegt an ihm, aber der Eindruck war gut.“
Diese Aussage ist ein klares Signal. Die Nominierung war eine Anerkennung seines Potenzials, doch der nächste Schritt muss von El Mala selbst kommen. Er muss sich im anspruchsvollen Umfeld der Bundesliga durchsetzen und Woche für Woche seine Qualität nachweisen, um für höhere Aufgaben in Betracht gezogen zu werden.
Strategische Entscheidung für die U21
Die Kritik, warum er ein vielversprechendes Talent ohne eine einzige Spielminute wieder weggeschickt habe, wies Nagelsmann entschieden zurück. Die Entscheidung sei strategisch und im Sinne aller Beteiligten getroffen worden.
„Ich bin ein Trainer, der junge Spieler einbaut und sie auch sehen will“, erklärte er. Jedoch habe er El Mala bereits zu Beginn der Woche darüber informiert, dass Karim Adeyemi nach seiner abgesessenen Sperre wieder in den Kader für das Slowakei-Spiel rücken würde.
Die U21-Nationalmannschaft bestreitet in Tiflis ein wichtiges EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien. Ein Einsatz von El Mala dort hat für den DFB eine höhere Priorität als ein möglicher Kurzeinsatz im A-Team.
Für Nagelsmann war die Abwägung klar: „Da bringt es nichts, wenn er vielleicht bei uns fünf Minuten spielen könnte, während er bei der anderen Mannschaft gebraucht wird.“ Diese Maßnahme unterstreicht auch die enge Abstimmung zwischen dem A-Team und der U21-Auswahl unter Trainer Antonio di Salvo.
Nagelsmann betonte das gute Miteinander und den notwendigen Kompromiss. Während es für die Spieler eine Ehre sei, bei der A-Mannschaft dabei zu sein, sei es für die Mission der U21 nicht immer optimal, auf Schlüsselspieler verzichten zu müssen.
Anerkennung und neue Aufgaben
Zurück bei der U21 wurde Said El Mala herzlich empfangen. Vor dem Training erhielt er von Trainer Antonio di Salvo die Fritz-Walter-Medaille in Silber, eine bedeutende Anerkennung seiner bisherigen Leistungen im Nachwuchsbereich. Die Mannschaftskollegen feierten ihn mit Applaus.
Nun richtet sich sein Fokus voll auf die kommende Aufgabe. Mit der Nachwuchsauswahl reiste er nach Tiflis, wo am Dienstag das wichtige EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien ansteht. Dort wird er eine zentrale Rolle spielen – genau die Art von Verantwortung, die Bundestrainer Nagelsmann von ihm auch auf Vereinsebene fordert.
Währenddessen bereitet sich die A-Nationalmannschaft auf den Showdown gegen die Slowakei in Leipzig vor. Kapitän Joshua Kimmich, der an einer Kapselverletzung leidet, wird voraussichtlich spielen können. Auch Innenverteidiger Nico Schlotterbeck hat nach seiner Fußverletzung grünes Licht für einen Einsatz erhalten.




