Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat in der WM-Qualifikation ihre erste Niederlage erlitten. In Zagreb unterlag das stark ersatzgeschwächte Team von Bundestrainer Alex Mumbrú nach einem intensiven Spiel knapp mit 88:93 gegen Kroatien. Trotz des Fehlens zahlreicher Stars zeigte die Mannschaft eine kämpferisch überzeugende Leistung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft verlor das WM-Qualifikationsspiel in Kroatien mit 88:93.
- Das Team trat ohne zahlreiche NBA- und Euroleague-Stars wie Dennis Schröder, Franz Wagner und Andreas Obst an.
- David Krämer war mit 22 Punkten bester deutscher Werfer.
- Trotz der Niederlage zeigte die junge Mannschaft eine starke kämpferische Leistung und führte lange Zeit.
- Das Rückspiel findet bereits am kommenden Sonntag in Bonn statt.
Ein Team ohne seine Stars zeigt Herz
Die Voraussetzungen für das Spiel im Drazen Petrovic Basketball Center in Zagreb waren alles andere als einfach. Bundestrainer Alex Mumbrú musste auf nahezu alle Leistungsträger verzichten, die im vergangenen Jahr den Weltmeistertitel gewonnen hatten. Die NBA-Profis um Kapitän Dennis Schröder und die Wagner-Brüder standen ebenso wenig zur Verfügung wie die meisten deutschen Euroleague-Akteure.
Namen wie Maodo Lo, Daniel Theis, Isaac Bonga, Johannes Voigtmann und Andreas Obst fehlten auf dem Spielberichtsbogen. Bereits im Vorfeld sprach der Bundestrainer daher von einer „sehr kniffligen Aufgabe“. Doch die neu formierte und junge deutsche Mannschaft ließ sich davon nicht beeindrucken und trat von Beginn an selbstbewusst auf.
Hintergrund: Die WM-Qualifikation
Die Spiele finden in sogenannten „Fenstern“ während der laufenden Saison statt. Dies führt regelmäßig dazu, dass Spieler aus der nordamerikanischen NBA und der europäischen Euroleague ihren Nationalteams nicht zur Verfügung stehen. Für die Verbände ist dies eine Chance, jüngere Spieler und Akteure aus der heimischen Liga auf internationalem Niveau zu testen.
Ein dramatischer Spielverlauf mit offenem Schlagabtausch
Die deutsche Auswahl startete stark in die Partie und überraschte die favorisierten Kroaten. Angeführt von einem treffsicheren David Krämer erarbeitete sich das DBB-Team im ersten Viertel eine Führung und beendete den Abschnitt mit 26:20. Die Defensive schaffte es zudem, den kroatischen Starspieler Mario Hezonja, der erst am Vortag noch für Real Madrid in der Euroleague spielte, zunächst gut zu kontrollieren.
Im zweiten Viertel fanden die Gastgeber besser ins Spiel. Vor allem Hezonja und der erfahrene NBA-Profi Dario Saric übernahmen nun mehr Verantwortung. Dennoch hielt Deutschland dagegen und konnte eine knappe 50:46-Führung mit in die Halbzeitpause nehmen.
Top-Punktesammler der Partie
- Dario Saric (Kroatien): 23 Punkte
- David Krämer (Deutschland): 22 Punkte
- Mario Hezonja (Kroatien): nicht spezifiziert, aber spielbestimmend
Die Wende nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch. Mitte des dritten Viertels verlor das deutsche Team jedoch kurzzeitig die Kontrolle. Kroatien nutzte diese Phase, um das Spiel zu drehen und erstmals in Führung zu gehen. Die erfahrenen kroatischen Spieler zeigten nun ihre ganze Klasse und setzten die junge deutsche Mannschaft unter Druck.
Im Schlussabschnitt konnten sich die Kroaten zwischenzeitlich mit sieben Punkten absetzen. Doch das deutsche Team bewies große Moral und kämpfte sich zurück. Angetrieben von den Fans in Zagreb schien Kroatien auf der Siegerstraße, doch Deutschland hatte noch eine Antwort parat.
Die spannende Schlussphase und der Blick nach vorn
Kurz vor dem Ende der Partie sorgte der erst 20-jährige Jack Kayil für einen Gänsehautmoment, als er Deutschland mit einem erfolgreichen Wurf noch einmal mit 84:83 in Führung brachte. Die Sensation lag in der Luft, doch in den entscheidenden letzten Momenten fehlte dem unerfahrenen Team die Abgeklärtheit.
Einige kleine Fehler und Ballverluste zu viel ermöglichten es den Kroaten, das Spiel doch noch für sich zu entscheiden. Am Ende stand eine knappe, aber verdiente 88:93-Niederlage aus deutscher Sicht. Trotz des Ergebnisses war es eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt.
„Es war eine sehr knifflige Aufgabe“, hatte Bundestrainer Alex Mumbrú bereits vor dem Spiel die Herausforderung treffend beschrieben.
Die Chance zur Revanche bietet sich schon bald. Am kommenden Sonntag, dem 27. Februar, treffen beide Mannschaften um 18:00 Uhr in Bonn erneut aufeinander. Dann könnte mit Oscar da Silva vom FC Bayern München eine wichtige Verstärkung zum deutschen Team stoßen. Für die Qualifikation zur nächsten Runde zählt jeder Sieg, denn nur die ersten drei Teams der Vierer-Gruppe kommen weiter.




