Ein dramatischer Abend für Borussia Dortmund endete in der Champions League mit einer bitteren Enttäuschung. Nur Sekunden vor der sicher geglaubten Verlängerung führte ein schwerwiegender Fehler von Torhüter Gregor Kobel zu einem Elfmeter, der das Ausscheiden des BVB besiegelte. Die Mannschaft verlor das Rückspiel der Zwischenrunde bei Atalanta Bergamo mit 1:4 und schied damit aus dem Wettbewerb aus.
Der Vorfall in der Nachspielzeit überschattete eine ohnehin schwierige Partie für die Dortmunder, die ihren 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel nicht verteidigen konnten. Der Torhüter übernahm nach dem Spiel die volle Verantwortung für die entscheidende Szene, die den Traum vom Weiterkommen jäh beendete.
Das Wichtigste in Kürze
- Borussia Dortmund verliert das Rückspiel gegen Atalanta Bergamo mit 1:4 und scheidet aus der Champions League aus.
- Ein Fehlpass von Torhüter Gregor Kobel in der 94. Minute führte zu einem Elfmeter für Bergamo.
- Ramy Bensebaini erhielt nach dem anschließenden Foul die Gelb-Rote Karte.
- Gregor Kobel übernahm nach dem Spiel die volle Verantwortung für seinen Fehler.
Ein Abend zum Vergessen für Dortmund
Für Borussia Dortmund sollte der 25. Februar 2026 ein Schritt in Richtung der nächsten Runde der Champions League sein. Mit einem komfortablen 2:0-Polster aus dem Hinspiel reiste die Mannschaft nach Italien. Doch der Abend in Bergamo entwickelte sich schnell zu einem Albtraum.
Die Gastgeber von Atalanta Bergamo zeigten von Beginn an eine aggressive und entschlossene Leistung. Der BVB fand nur schwer ins Spiel und geriet bereits früh in Rückstand. Die Italiener dominierten große Teile der Partie und setzten die Dortmunder Abwehr permanent unter Druck. Bis zur Nachspielzeit stand es 3:1 für Bergamo – ein Ergebnis, das für beide Teams die Verlängerung bedeutet hätte.
Der fatale Moment in der Nachspielzeit
Die Uhr zeigte bereits die vierte Minute der Nachspielzeit an. Dortmund musste nur noch wenige Sekunden überstehen, um die Verlängerung zu erzwingen. Der Ball lag bei Torhüter Gregor Kobel, der sich außerhalb seines Strafraums befand. Anstatt den Ball zur Sicherheit weit nach vorne zu schlagen, entschied er sich für einen riskanten Kurzpass.
Diese Entscheidung erwies sich als fatal. Der Pass war ungenau und wurde von einem Spieler Bergamos abgefangen. Die Italiener starteten sofort einen letzten, verzweifelten Angriff. Der Ball landete im Dortmunder Strafraum, wo eine unübersichtliche Situation entstand.
Hintergrund: Die Auswärtstorregel
Seit der Saison 2021/22 gilt die Auswärtstorregel in den K.o.-Phasen der UEFA-Wettbewerbe nicht mehr. Bei einem ausgeglichenen Gesamtergebnis nach Hin- und Rückspiel (in diesem Fall 3:3) geht die Partie daher in die Verlängerung, unabhängig davon, welches Team mehr Tore auswärts erzielt hat.
Die dramatischen Folgen des Fehlers
In dem Versuch, die Situation zu klären, grätschte Dortmunds Verteidiger Ramy Bensebaini in den Zweikampf. Er traf zwar den Ball, erwischte seinen Gegenspieler Nikola Krstovic aber unglücklich mit den Stollen im Gesicht. Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel zunächst nicht, wurde aber kurz darauf vom Videoassistenten (VAR) zur Überprüfung der Szene an den Monitor gerufen.
Nach Ansicht der Bilder entschied der Unparteiische auf Elfmeter für Atalanta Bergamo. Zudem zeigte er Bensebaini die Gelb-Rote Karte. Die Proteste der Dortmunder Spieler blieben erfolglos. Die Verantwortung lag nun auf den Schultern von Lazar Samardzic, der in der achten Minute der Nachspielzeit zum Strafstoß antrat.
Statistik des Spiels
- Endergebnis: Atalanta Bergamo 4:1 Borussia Dortmund
- Gesamtergebnis: 4:3 für Bergamo
- Entscheidendes Tor: Elfmeter von Lazar Samardzic (90.+8 Minute)
- Platzverweis: Gelb-Rot für Ramy Bensebaini (90.+6 Minute)
Samardzic verwandelt und besiegelt das Aus
Samardzic behielt die Nerven und verwandelte den Elfmeter sicher zum 4:1. Unmittelbar danach pfiff der Schiedsrichter die Partie ab. Die Spieler von Atalanta Bergamo feierten den dramatischen Einzug in die nächste Runde, während die Dortmunder fassungslos auf dem Rasen zurückblieben. Ein einziger Moment hatte über Weiterkommen und Ausscheiden entschieden.
Reaktionen auf den entscheidenden Fehler
Nach dem Spiel zeigten sich Experten und ehemalige Fußballprofis schockiert über die Ereignisse. Insbesondere die Entscheidung von Gregor Kobel, den Ball nicht einfach wegzuschlagen, sorgte für Unverständnis. In der TV-Sendung „Fantalk“ analysierte der ehemalige Trainer Peter Neururer die Szene live und konnte seine Fassungslosigkeit kaum verbergen.
„Das ist unvorstellbar“, kommentierte Neururer die Aktion des Torhüters. Er hatte kurz zuvor noch gewarnt: „Jetzt darf keiner mehr einen Fehler machen.“
Auch andere Experten stimmten in die Kritik ein und bezeichneten Kobels Entscheidung als „komplett irre“. Die einhellige Meinung war, dass in einer solch kritischen Phase des Spiels die Sicherheit oberste Priorität haben müsse.
Kobel übernimmt die Verantwortung
Gregor Kobel selbst stellte sich kurz nach dem Abpfiff den Fragen der Journalisten und zeigte sich sichtlich niedergeschlagen. Er machte keinen Hehl aus seinem Fehler und übernahm die volle Verantwortung für das Ausscheiden seiner Mannschaft.
„Das war mein Fehler am Ende. Es tut mir super leid für meine Jungs“, sagte der 28-jährige Schweizer im Interview. Er erklärte, dass er in einem Bruchteil einer Sekunde eine spielerische Lösung gesucht habe, anstatt den Ball einfach nach vorne zu schlagen. „Fußball ist manchmal hart“, fügte er hinzu.
Für Borussia Dortmund bedeutet das Ausscheiden nicht nur eine sportliche Enttäuschung, sondern auch einen finanziellen Rückschlag. Die Mannschaft muss sich nun auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren und versuchen, diese bittere Niederlage so schnell wie möglich zu verarbeiten.




