Das Leben in Köln wird im Jahr 2026 für viele Bürgerinnen und Bürger teurer. Der Stadtrat hat eine Reihe von Erhöhungen bei Gebühren und Steuern beschlossen, die sich in den Haushaltskassen bemerkbar machen werden. Von der Grundsteuer über Müllabfuhr bis hin zum Parken – die Anpassungen betreffen zahlreiche Lebensbereiche.
Für eine vierköpfige Musterfamilie mit Eigenheim und Hund könnten sich die jährlichen Mehrkosten auf über 260 Euro summieren. Die Stadt begründet die Schritte unter anderem mit gestiegenen Ausgaben und dem Ziel, wichtige soziale Strukturen zu erhalten und notwendige Investitionen zu tätigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Grundsteuer in Köln wird angehoben, was sowohl Eigentümer als auch Mieter betrifft.
- Gebühren für Abfall, Abwasser und Straßenreinigung steigen spürbar.
- Die Hundesteuer wird nach über 20 Jahren erstmals wieder erhöht.
- Parken in städtischen Parkhäusern wird teils deutlich teurer, einige Tarife verdoppeln sich.
- Auch Kulturbesuche und Bibliotheksausweise für Senioren sind von den Preisanpassungen betroffen.
Grundsteuer und Wohnnebenkosten steigen deutlich
Eine der weitreichendsten Änderungen betrifft die Grundsteuer. Der Hebesatz wird von 475 Prozent auf 550 Prozent angehoben. Diese Erhöhung spüren nicht nur Haus- und Wohnungseigentümer direkt, sondern auch Mieter, da die Grundsteuer auf die Nebenkosten umgelegt werden kann.
Für ein beispielhaftes Reihenhaus in Köln-Zollstock bedeutet dies jährliche Mehrkosten von rund 140 Euro. Die Stadt rechnet durch diese Maßnahme mit zusätzlichen Einnahmen von 22,3 Millionen Euro. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) verteidigte die Entscheidung: „Wenn wir diesen Hebel nicht nutzen, bleiben uns nur dramatische Kürzungen. Mit den Mehrerträgen können wir drohende Einschnitte in die sozialen Strukturen 2026 vermeiden.“
Mehrkosten für Wasser und Abfall
Auch die Gebühren für die Entsorgung von Abwasser werden angepasst. Eine vierköpfige Familie muss hier mit Mehrkosten von etwa 35 Euro pro Jahr rechnen. Die Stadtentwässerungsbetriebe (Steb) begründen dies mit gestiegenem Aufwand, der durch die bisherigen Gebühren nicht gedeckt sei. Trotz der Erhöhung zählt Köln im NRW-Vergleich weiterhin zu den günstigeren Kommunen.
Müllgebühren im Detail
Die Abfallgebühren steigen im Durchschnitt um 12,37 Prozent. Für eine 80-Liter-Restmülltonne bedeutet das eine jährliche Mehrbelastung von fast 93 Euro. Als Gründe nennen die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) die steigende CO2-Abgabe, höhere Lohn- und Logistikkosten sowie Investitionen in die städtische Sauberkeit.
Zusätzlich erhöhen sich die Gebühren für die Straßenreinigung um durchschnittlich 3,45 Prozent. Alle diese Posten werden zusammen auf dem jährlichen Grundbesitzabgabenbescheid ausgewiesen.
Anpassungen bei Mobilität und Freizeit
Wer in Köln mit dem Auto unterwegs ist, muss sich ebenfalls auf höhere Kosten einstellen. Die Stadt erhöht die Parkgebühren in ihren zwölf eigenen Parkhäusern und Tiefgaragen, teilweise drastisch. Die Tarife wurden zuletzt in den Jahren 2012 und 2016 angepasst.
An Standorten wie dem Zoo, dem Neptunplatz in Ehrenfeld sowie in Kalk und Mülheim verdoppelt sich der Preis für eine Stunde Parken von 90 Cent auf 1,80 Euro. Die Stadt möchte mit den erwarteten Mehreinnahmen von 2,3 Millionen Euro den erheblichen Sanierungsbedarf der Parkhäuser finanzieren.
Schülerticket wird teurer
Familien mit Schulkindern sind von einer weiteren Preissteigerung betroffen. Das Deutschlandticket Schule kostet ab dem 1. Januar 516 Euro pro Jahr, was einer Erhöhung von 60 Euro entspricht. Als Reaktion auf Elternforderungen prüft die Verwaltung nun auf Antrag des Rates, ob eine günstigere, nur im Kölner Stadtgebiet gültige Ticket-Alternative über die KVB angeboten werden kann.
Hundesteuer und Kulturangebote
Nach 22 Jahren Preisstabilität wird die Hundesteuer in Köln erhöht. Pro Hund werden zukünftig 174 Euro im Jahr fällig, das sind 18 Euro mehr als bisher. Für Menschen mit geringem Einkommen bleibt der ermäßigte Satz von 60 Euro bestehen.
Entlastungen für Tierfreunde
Es gibt auch positive Neuerungen: Wer einen Hund aus einem Tierheim adoptiert, wird nun für zwei Jahre von der Steuer befreit, statt wie bisher nur für ein Jahr. Zudem sind neben Blindenführhunden künftig auch andere zertifizierte Assistenzhunde dauerhaft steuerbefreit.
Auch im Kulturbereich gibt es Anpassungen. Während Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren die Stadtbibliothek weiterhin kostenlos nutzen können, verdoppelt sich die Jahresgebühr für Rentnerinnen und Rentner von 15 auf 30 Euro. Der reguläre Tarif für Erwachsene liegt ebenfalls bei 30 Euro.
Besucher des Museum Ludwig müssen bei besonders aufwendigen Sonderausstellungen tiefer in die Tasche greifen. Der maximale Eintrittspreis kann hier von bisher 15,40 Euro auf bis zu 19,80 Euro steigen. Der Grundpreis für das Museum bleibt bei elf Euro.




