Ein tagelanger Stromausfall in Teilen Berlins hat die Frage der Vorsorge in den Fokus gerückt. Während in der Hauptstadt tausende Haushalte betroffen waren, hat die Stadt Köln ihre Pläne für einen solchen Krisenfall bekräftigt. Die Verwaltung verfügt über ein detailliertes Konzept, um die Bevölkerung bei einem großflächigen oder langanhaltenden Stromausfall zu schützen und zu versorgen.
Das Konzept unterscheidet dabei nicht, ob es sich um einen lokalen Ausfall oder einen überregionalen Blackout handelt. Kern des Plans sind zentrale Anlaufstellen für die Bürger, sogenannte „Katastrophen-Leuchttürme“, sowie die Sicherstellung kritischer Infrastrukturen. Gleichzeitig appelliert die Stadt an die Eigenvorsorge jedes Einzelnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Katastrophen-Leuchttürme: In betroffenen Stadtteilen werden zentrale Anlaufstellen für Hilfe und Informationen eingerichtet.
- Wärmeinseln: Schulen dienen als Notunterkünfte, um Menschen Wärme und Schutz zu bieten.
- Eigenvorsorge: Die Stadt empfiehlt allen Bürgern, einen Notvorrat an Wasser, Lebensmitteln und wichtigen Utensilien anzulegen.
- Informationskanäle: Im Krisenfall informieren Radio Köln, die städtische Webseite und offizielle Social-Media-Kanäle.
Was passiert bei einem Blackout in Köln?
Sollte in Köln der Strom für längere Zeit ausfallen, tritt ein etablierter Notfallplan in Kraft. Dieser wird von einer operativen Einsatzleitung der Feuerwehr und einem administrativen Krisenstab der Stadt Köln gesteuert. Ziel ist es, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Die erste und wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der sogenannten Katastrophen-Leuchttürme in den betroffenen Stadtgebieten. Diese dienen als zentrale Anlaufpunkte für alle Hilfesuchenden und als Kommunikationszentrale zwischen Bürgern und Einsatzkräften.
Hintergrund: Stromausfall in Berlin
Auslöser für die aktuelle Diskussion ist ein Vorfall in Berlin, bei dem nach einem Brandanschlag auf die Strominfrastruktur zehntausende Haushalte und Unternehmen tagelang ohne Strom waren. Dieser Vorfall gilt als der längste Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte der Hauptstadt und verdeutlicht die Verletzlichkeit moderner Gesellschaften.
Anlaufstellen für die Bevölkerung: Die Leuchttürme
Die „Katastrophen-Leuchttürme“ sind das Herzstück des Kölner Notfallkonzepts. Sie werden in öffentlichen Gebäuden eingerichtet und sollen für die Bürger auch bei Dunkelheit gut erkennbar sein. Um dies zu gewährleisten, werden beleuchtete Ballons eingesetzt, die den Weg weisen.
Welche Hilfe gibt es an den Leuchttürmen?
An diesen zentralen Punkten können Bürger Notrufe absetzen und erhalten wichtige Informationen zur aktuellen Lage. Darüber hinaus ist eine grundlegende Versorgung vorgesehen:
- Ausgabe von Trinkwasser und Lebensmitteln
- Kleinere medizinische Erstversorgungen
- Möglichkeiten zur Erzeugung von Notstrom, etwa zum Laden von medizinischen Geräten
Eine digitale Karte mit den Standorten aller geplanten Leuchttürme ist bereits jetzt auf der Webseite der Stadt Köln einsehbar, damit sich Bürgerinnen und Bürger vorab informieren können.
Wärmeinseln und Schutz kritischer Infrastruktur
Besonders im Winter stellt ein langanhaltender Stromausfall eine Gefahr durch Kälte dar. Aus diesem Grund sieht der Plan die Einrichtung von „Wärmeinseln“ vor. Hierfür sollen primär Kölner Schulen genutzt werden, die als beheizte Notunterkünfte dienen. Dieses Vorgehen ist bereits aus Evakuierungen bei Bombenfunden bekannt und hat sich bewährt.
Bei Bedarf können weitere Einrichtungen zur Unterbringung von Menschen herangezogen werden. Die Versorgung kritischer Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Feuerwehrwachen und Wasserwerke hat höchste Priorität. Laut Stadtverwaltung sind diese Einrichtungen in der Regel mit eigenen Notstromaggregaten ausgestattet oder verfügen über Evakuierungspläne.
Notstromversorgung
Für die Versorgung der Leuchttürme und anderer wichtiger Punkte werden Notstromaggregate von Energieversorgern, der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW) eingesetzt. Diese können flexibel aus nicht betroffenen Stadtteilen oder sogar aus anderen Städten nach Köln verlegt werden.
Wie sich Bürger selbst vorbereiten können
Die Stadt Köln betont, dass die Eigenvorsorge der Bevölkerung eine entscheidende Rolle im Krisenmanagement spielt. Die Behörden empfehlen, einen Notvorrat für bis zu zehn Tage anzulegen. Dies entlastet die Hilfskräfte und stellt sicher, dass die eigene Familie die erste Zeit gut übersteht.
Checkliste für den Notfall:
Folgende Gegenstände sollten in jedem Haushalt griffbereit sein:
- Lebensmittel und Wasser: Ein Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und ausreichend Trinkwasser (ca. 2 Liter pro Person und Tag).
- Licht und Energie: Taschenlampe (am besten Kurbel- oder LED-Taschenlampe), Kerzen, Streichhölzer oder Feuerzeug und geladene Powerbanks.
- Information: Ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio, um offizielle Durchsagen zu empfangen.
- Erste Hilfe und Medikamente: Ein gut ausgestatteter Erste-Hilfe-Kasten sowie ein persönlicher Vorrat an wichtigen Medikamenten.
- Sonstiges: Bargeld in kleinen Scheinen, da Geldautomaten und Kartenzahlung ausfallen. Außerdem Hygieneartikel und ein Feuerlöscher.
Offizielle Informationswege im Ernstfall
Im Falle eines Blackouts bricht die gewohnte digitale Kommunikation schnell zusammen. Die Stadt Köln rät daher, sich über verlässliche Kanäle zu informieren und Falschmeldungen zu meiden.
„Im Notfall sind weitergehende Verhaltenshinweise abrufbar“, teilt die Stadtverwaltung mit und verweist auf ihre etablierten Kommunikationswege.
Zu den wichtigsten Informationsquellen gehören:
- Radio Köln auf der Frequenz UKW 107,1 MHz
- Die offizielle Webseite der Stadt Köln (sofern erreichbar)
- Die Social-Media-Kanäle von Stadt, Polizei und Feuerwehr
- Offizielle Warn-Apps wie NINA oder KATWARN
Durch eine gute persönliche Vorbereitung und die Kenntnis der städtischen Notfallpläne können die Kölnerinnen und Kölner dazu beitragen, die Auswirkungen eines möglichen Stromausfalls bestmöglich zu bewältigen.




