Die Stadt Köln und insbesondere der Bezirk Porz trauern um Sabine Stiller. Die ehemalige Bezirksbürgermeisterin, die als erste Frau dieses Amt in Porz bekleidete, ist am 17. November 2025 verstorben. Stiller, die erst Anfang November nach fünfjähriger Amtszeit in den Ruhestand getreten war, hinterlässt eine Lücke in der Kölner Kommunalpolitik.
Die Nachricht ihres Todes wurde am Montag von der Kölner CDU bekannt gegeben und löste parteiübergreifend Bestürzung aus. Sabine Stiller wurde für ihre verbindende Art und ihren unermüdlichen Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger von Porz geschätzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Sabine Stiller, die erste Bezirksbürgermeisterin von Köln-Porz, ist am 17. November 2025 verstorben.
- Sie hatte ihr Amt von 2020 bis Anfang November 2025 inne und war erst kürzlich in den Ruhestand getreten.
- Vor ihrer politischen Karriere war Stiller 29 Jahre lang Pflegedirektorin am Krankenhaus Porz am Rhein.
- Während ihrer Amtszeit trieb sie die Sanierung der Porzer Mitte voran und etablierte eine neue, offene Gesprächskultur in der Bezirksvertretung.
Ein Leben für Porz
Sabine Stillers Engagement für den Stadtbezirk Porz war tief verwurzelt und reichte weit über ihre politische Tätigkeit hinaus. Bevor sie 2020 in die Politik wechselte, prägte sie fast drei Jahrzehnte lang das Gesundheitswesen vor Ort. 29 Jahre lang war sie als Pflegedirektorin des Porzer Krankenhauses tätig, eine Position, in der sie Verantwortung für Hunderte von Mitarbeitenden und das Wohl unzähliger Patienten trug.
Diese lange Zeit im direkten Kontakt mit den Sorgen und Nöten der Menschen schärfte ihren Blick für die Bedürfnisse der Gemeinschaft. Ihr Wechsel in das Amt der Bezirksbürgermeisterin war für viele ein logischer Schritt, um ihr Engagement auf einer neuen Ebene fortzusetzen.
Eine Amtszeit, die Spuren hinterlässt
Als Sabine Stiller 2020 zur ersten Bezirksbürgermeisterin von Porz gewählt wurde, übernahm sie die Verantwortung in einer Zeit wichtiger Weichenstellungen für den Bezirk. Zwei Themen standen besonders im Fokus ihrer Arbeit: die städtebauliche Entwicklung und die politische Kultur.
Die Neugestaltung der Porzer Mitte
Eines der zentralen Projekte ihrer Amtszeit war die umfassende Sanierung der Porzer Mitte. Das in die Jahre gekommene Zentrum sollte wieder zu einem lebendigen und attraktiven Treffpunkt für alle Generationen werden. Stiller setzte sich mit Nachdruck dafür ein, die Planungen voranzutreiben und die Umsetzung zu beschleunigen. Ihr Ziel war es, einen Ort zu schaffen, mit dem sich die Porzerinnen und Porzer identifizieren können.
Faktencheck: Porzer Mitte
Die Neugestaltung der Porzer Mitte ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Köln. Es umfasst den Abriss und Neubau von Geschäftshäusern, die Schaffung neuer öffentlicher Plätze und eine verbesserte Verkehrsführung, um die Aufenthaltsqualität im Zentrum des Bezirks deutlich zu erhöhen.
Brückenbauerin in der Politik
Neben den baulichen Projekten wird Sabine Stiller vor allem für ihre Fähigkeit in Erinnerung bleiben, politische Gräben zu überwinden. In der Porzer Bezirksvertretung hatte vor ihrer Amtszeit teilweise eine angespannte Atmosphäre geherrscht, die die Zusammenarbeit zwischen den Parteien erschwerte.
Stiller etablierte eine neue, offene Gesprächskultur. Sie legte Wert auf das „Wir-Prinzip“ und schaffte es, die verschiedenen politischen Akteure wieder an einen Tisch zu bringen. Ihre als höflich, aber bestimmt beschriebene Art verschaffte ihr Respekt über Parteigrenzen hinweg. Sie bewies, dass eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle des Bezirks möglich ist.
Würdigung von Weggefährten
Die Nachricht von Stillers Tod löste große Trauer aus. Politische Weggefährten und Nachfolger würdigten ihre Verdienste.
Die CDU Köln hob in ihrer Mitteilung hervor, dass für Stiller stets das Wohl der Menschen an erster Stelle gestanden habe. „Fleiß, Beharrlichkeit, Höflichkeit und freundliche Strenge zeichneten sie dabei aus“, so die Partei. Die CDU-Kreisvorsitzende Serap Güler drückte den Angehörigen ihr tiefes Beileid aus.
„Der Tod eines Menschen hinterlässt immer eine schmerzliche Lücke, die nur die Zeit und die Erinnerung an gemeinsame Augenblicke etwas zu lindern vermag.“
Serap Güler, CDU-Kreisvorsitzende
Auch ihr direkter Nachfolger im Amt, Lutz Tempel (SPD), fand persönliche Worte des Abschieds. Auf der Social-Media-Plattform Instagram dankte er seiner Vorgängerin für die gute Zusammenarbeit.
„Vielen Dank, Sabine, für fünf Jahre offene und faire Zusammenarbeit. Ich werde versuchen, es ebenso gut zu machen. Ruhe sanft“, schrieb Tempel. Diese Worte unterstreichen den parteiübergreifenden Respekt, den sich Sabine Stiller in ihrer Amtszeit erarbeitet hatte.
Das Amt des Bezirksbürgermeisters in Köln
In Köln gibt es neun Stadtbezirke, jeder mit einer eigenen Bezirksvertretung. An deren Spitze steht der Bezirksbürgermeister oder die Bezirksbürgermeisterin. Sie leiten die Sitzungen, repräsentieren den Bezirk nach außen und sind wichtige Ansprechpartner für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Sabine Stiller war die erste Frau, die diese Position im bevölkerungsreichsten Kölner Stadtbezirk Porz innehatte.
Ein stiller Abschied
Sabine Stiller hatte sich erst Anfang November 2025 aus der aktiven Politik zurückgezogen. Nach fünf intensiven Jahren als Bezirksbürgermeisterin hatte sie entschieden, nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren, um in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Ihr plötzlicher Tod nur wenige Wochen später hinterlässt eine große Lücke. Zu den genauen Umständen ihres Todes wurden keine Angaben gemacht. Sabine Stiller wird als engagierte Persönlichkeit in Erinnerung bleiben, die sich mit Herz und Verstand für ihren Heimatbezirk Porz eingesetzt hat.




