Zum Jahreswechsel müssen sich die Kölnerinnen und Kölner auf eine Reihe von finanziellen Änderungen einstellen. Der Stadtrat hat kurz vor Jahresende mehrere Beschlüsse gefasst, die sich direkt auf den Geldbeutel der Bürger auswirken. Betroffen sind unter anderem die Gebühren für das Parken in städtischen Parkhäusern und die Nutzung der Stadtbibliothek. Gleichzeitig stellt die Stadt die Weichen für milliardenschwere Zukunftsprojekte.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Parkentgelte in städtischen Tiefgaragen und Parkhäusern werden angepasst, bleiben laut Stadt aber unter dem Durchschnitt.
- Die Stadtbibliothek Köln erhöht ab dem 6. Januar 2026 die Jahresbeiträge und Mahngebühren.
- Ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Sanierung und zum Ausbau von 56 Schulstandorten wurde beschlossen.
- Die Kölner Bürgerinnen und Bürger sollen in einem Ratsbürgerentscheid über eine mögliche Olympia-Bewerbung abstimmen.
Kostensteigerungen im Alltag der Kölner
Die Stadt Köln hat eine Anpassung verschiedener Gebührenordnungen beschlossen, die ab Anfang 2026 in Kraft treten. Diese Entscheidungen betreffen alltägliche Dienstleistungen und sollen laut Verwaltung zur Kostendeckung beitragen.
Parken wird teurer
Wer sein Auto in einer der städtischen Tiefgaragen oder Parkhäuser abstellt, muss sich auf höhere Tarife einstellen. Die Stadtverwaltung begründet die Anpassung mit gestiegenen Betriebs- und Instandhaltungskosten. Es wird jedoch betont, dass die neuen Preise weiterhin unterhalb des durchschnittlichen Niveaus der umliegenden privaten Parkquartiere liegen sollen. Ziel sei es, die städtischen Parkeinrichtungen wettbewerbsfähig zu halten, ohne die Autofahrer übermäßig zu belasten.
Neue Gebühren in der Stadtbibliothek
Auch für Lesebegeisterte gibt es Änderungen. Die Benutzungs- und Entgeltordnung der Stadtbibliothek Köln wird ab dem 6. Januar 2026 angepasst. Dies betrifft sowohl die Jahresbeiträge für die Ausleihe von Medien als auch die Mahnentgelte bei verspäteter Rückgabe. Die Anpassung sei notwendig, um die Qualität des Angebots und die Modernisierung der Bibliotheksstandorte zu sichern. Die genaue Höhe der neuen Beiträge wurde noch nicht im Detail kommuniziert, wird aber in Kürze bekannt gegeben.
Hintergrund: Kostendeckung als Ziel
Neben den spezifischen Anpassungen bei Parkhäusern und Bibliotheken wurde auch die allgemeine Verwaltungsgebührensatzung überarbeitet. Die Stadt verfolgt das Prinzip, dass städtische Verwaltungsleistungen kostendeckend erhoben werden sollen. Das bedeutet, dass die Gebühr für eine Dienstleistung die tatsächlichen Kosten der Verwaltung für deren Erbringung widerspiegeln soll.
Investitionen in die Zukunft der Stadt
Während die Bürger an einigen Stellen mehr bezahlen müssen, investiert die Stadt Köln gleichzeitig in großem Stil in die Infrastruktur und stellt die Weichen für wegweisende Projekte. Besonders die Bereiche Bildung und Sport stehen im Fokus der jüngsten Ratsentscheidungen.
Ein Milliardenpaket für Kölner Schulen
Eine der bedeutendsten Entscheidungen ist ein umfassendes Maßnahmenpaket für die Kölner Schullandschaft. Der Rat hat beschlossen, insgesamt 56 Schulstandorte auf ihre Bedarfe hin zu untersuchen. Dies ist der erste Schritt für ein langfristiges Sanierungs- und Ausbauprogramm.
Das Programm zielt darauf ab, marode Gebäude zu modernisieren, Kapazitäten zu erweitern und die Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern. Angesichts steigender Schülerzahlen und eines erheblichen Sanierungsstaus an vielen Schulen gilt diese Maßnahme als dringend erforderlich. Die Untersuchung der Standorte soll die Grundlage für gezielte Investitionen in den kommenden Jahren schaffen.
Zahlen und Fakten zum Schulbau
- 56 Standorte werden im Rahmen des Maßnahmenpakets untersucht.
- Die Untersuchungen umfassen Sanierungsbedarf, Erweiterungsmöglichkeiten und Neubauten.
- Das Projekt ist eine Reaktion auf den wachsenden Platzbedarf und den Sanierungsstau an Kölner Schulen.
Olympia in Köln? Die Bürger haben das Wort
Ein weiteres Großprojekt könnte die Austragung Olympischer Spiele in der Region sein. Der Stadtrat hat entschieden, dass die Kölnerinnen und Kölner direkt über eine mögliche Bewerbung der Stadt als Austragungsort im Rahmen einer Rhein-Ruhr-Initiative abstimmen sollen. Ein Ratsbürgerentscheid soll klären, ob die Bevölkerung dieses ambitionierte Vorhaben unterstützt.
Diese Entscheidung markiert einen wichtigen Schritt in Richtung mehr Bürgerbeteiligung bei stadtprägenden Projekten. Die Debatte um die Chancen und Risiken, die Kosten und den langfristigen Nutzen von Olympischen Spielen für Köln wird damit in den kommenden Monaten an Fahrt aufnehmen.
Kultur und Verwaltung im Wandel
Auch im kulturellen und administrativen Bereich der Stadt gibt es personelle und inhaltliche Neuerungen, die das Stadtleben im kommenden Jahr prägen werden.
Neue Leitung für das Gürzenich-Orchester
Das renommierte Gürzenich-Orchester Köln hat eine neue Verwaltungsdirektorin. Natascha Müllauer hat die finanz- und personalwirtschaftliche Betriebsleitung des Orchesters übernommen. Ihre Aufgabe wird es sein, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den international gefeierten Klangkörper zu sichern und weiterzuentwickeln.
Kunst im öffentlichen Raum
Die beliebte Reihe "Kunst an Kölner Litfaßsäulen" findet für das Jahr 2025 ihren Abschluss. Der Künstler Markus Willeke wurde ausgewählt, das letzte Motiv der Jahresreihe zu gestalten. Seine Werke werden in den kommenden Wochen an ausgewählten Litfaßsäulen im gesamten Stadtgebiet zu sehen sein und den öffentlichen Raum künstlerisch bereichern.
Mit diesen vielfältigen Beschlüssen zwischen Gebührenanpassungen, Bürgerbeteiligung und langfristigen Investitionen startet Köln in ein ereignisreiches Jahr 2026. Die Entscheidungen zeigen die Herausforderungen, vor denen die Stadt steht: die Balance zwischen Haushaltskonsolidierung und notwendigen Zukunftsinvestitionen zu finden.




