Das Familienbad De Bütt in Hürth wird für zwei Wochen seine Türen schließen, um ein umfassendes technisches Upgrade durchzuführen. Ab dem 29. September beginnen die Arbeiten zur Installation eines neuen Kassensystems, das die bisherigen Münzen durch moderne Armbänder ersetzen wird. Die Investition in Höhe von 280.000 Euro soll den Betrieb modernisieren und zukunftssicher machen.
Die Schließung fällt in eine Zeit, in der das Bad einen bemerkenswerten Besucheraufschwung erlebt. Mit bereits 179.000 Gästen bis Ende Juli dieses Jahres könnte erstmals seit 2018 die Marke von 300.000 Besuchern wieder erreicht werden. Diese positive Entwicklung wird auf längere Öffnungszeiten und gezielte Modernisierungsmaßnahmen zurückgeführt.
Die wichtigsten Informationen
- Zweiwöchige Schließung: Das Bad bleibt ab Montag, 29. September, für Umbauarbeiten geschlossen.
- Neues Kassensystem: Ein modernes System mit Armbändern ersetzt die alten Münzen für eine Investition von 280.000 Euro.
- Steigende Besucherzahlen: Bis Juli kamen 179.000 Gäste, das Ziel von 300.000 Besuchern für das Gesamtjahr ist in Reichweite.
- Verbesserte Finanzen: Das erwartete Defizit konnte von 2,7 Millionen auf 2,33 Millionen Euro gesenkt werden.
Umfangreiche Modernisierung erfordert temporäre Schließung
Die bevorstehende Schließung des Familienbads De Bütt ist für eine tiefgreifende technische Erneuerung notwendig. Im Mittelpunkt steht der Austausch des veralteten und störanfälligen Kassensystems. Bäderchef Patrick Kasten betonte die Dringlichkeit der Maßnahme: „Ohne den Austausch müssten wir wohl bald wieder Tickets mit der Zange abknipsen.“
Das neue System, das eine Investition von rund 280.000 Euro erfordert, wird die bisher genutzten Coins durch komfortable Armbänder ersetzen. Diese Umstellung ermöglicht eine einfachere und modernere Abwicklung für die Besucher.
Aufwendige Bauarbeiten geplant
Die Installation ist komplex und betrifft mehrere Bereiche des Bades. Die Arbeiten, die am 29. September beginnen und zwei Wochen andauern sollen, umfassen mehrere Schritte:
- Austausch der Drehkreuze im Eingangsbereich.
- Verlegung neuer Kabel unter den Fliesen.
- Erneuerung von 1.000 Spindschlössern in den Umkleidekabinen.
Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die neue Technologie nahtlos in die bestehende Infrastruktur zu integrieren und einen reibungslosen Betrieb für die Zukunft zu gewährleisten.
Besucherrekord in Sichtweite
Trotz der anstehenden Schließung blickt die Badleitung auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurück. Von Januar bis Ende Juli zählte De Bütt bereits 179.000 Badegäste. Diese Zahl übertrifft bereits die Besucherzahlen des gesamten Vorjahres 2023.
Besucherentwicklung im Überblick
Mit den bisherigen Zahlen ist das Ziel, die Marke von 300.000 Besuchern in diesem Jahr zu erreichen, realistisch. Zuletzt wurde diese Marke im Jahr 2018 mit knapp 313.000 Gästen überschritten.
Patrick Kasten führt diesen Erfolg auf mehrere Faktoren zurück. „Die neuen, verlängerten Öffnungszeiten haben sich positiv ausgewirkt“, erklärte er. Zudem wurden in den vergangenen Monaten kontinuierlich Verbesserungen vorgenommen, wie die Erneuerung von Fliesen und Anstrichen sowie eine frisch gestrichene Fassade. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Anhebung der Beckentemperaturen auf das Niveau vor der Corona-Pandemie.
Saunabereich übertrifft Erwartungen
Nicht nur der Badebereich, auch die Sauna erfreut sich großer Beliebtheit. Bis Ende Juli besuchten knapp 11.000 Gäste die Saunalandschaft, was die Erwartungen deutlich übertraf. Dieser Trend trägt maßgeblich zur positiven Gesamtbilanz bei.
Finanzielle Lage verbessert sich deutlich
Die steigenden Besucherzahlen wirken sich direkt auf die Finanzen des Bäderbetriebs aus. Die Einnahmen liegen deutlich über den Planungen. Im Badbereich wird mit Mehreinnahmen von knapp 120.000 Euro gerechnet, während die Sauna ein Plus von rund 43.000 Euro verzeichnet.
Geringeres Defizit als geplant
Gleichzeitig konnten die Betriebskosten gesenkt werden. In der aktuellen Kalkulation rechnet der Bäderbetrieb mit einem Defizit von 2,33 Millionen Euro. Ursprünglich waren 2,7 Millionen Euro geplant, was eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Situation darstellt.
Auch der Verkauf von Badeartikeln trug zu den steigenden Erlösen bei, wie aus dem aktuellen Quartalsbericht hervorgeht. Die positive Entwicklung ermöglicht es, weitere Investitionen in die Attraktivität des Bades zu planen.
Zukünftige Projekte und offene Fragen
Der Bäderbetrieb plant, die positive Dynamik für weitere Modernisierungen zu nutzen. Auf der Agenda stehen die Erneuerung des Kinderbeckens und die Ausstattung des Wasserspielplatzes im Außenbereich mit neuen Spielgeräten. Auch für den Saunabereich sind weitere Investitionen vorgesehen.
Entscheidung über neue Wasserrutsche steht aus
Eines der größten Projekte, der Bau einer neuen Wasserrutsche, ist jedoch noch nicht final entschieden. Obwohl im aktuellen Haushaltsplan 1,7 Millionen Euro dafür vorgesehen sind, möchte der Bäderausschuss die Investition erneut beraten. Die Entscheidung bleibt vorerst offen.
Ebenso ungeklärt ist die Zukunft des baufälligen Solebeckens. Die Stadt Hürth hat Klage gegen mehrere am Bau beteiligte Firmen erhoben. Der Erste Beigeordnete Jens Menzel informierte über den aktuellen Stand:
„Das Gericht hat einen neuen Gutachter bestellt.“Ein Ergebnis des Verfahrens ist noch nicht absehbar.
Politische Diskussion um Privatisierung
Für kurzzeitige Verunsicherung bei Gästen und Mitarbeitern sorgte ein Wahlplakat der SPD auf dem Parkplatz des Bades mit der Aufschrift „Auch morgen: Kein Verkauf von De Bütt“. Bäderchef Kasten berichtete von Irritationen durch die Aktion.
Im Bäderausschuss stellte der CDU-Stadtverordnete Sebastian Horst klar: „Für uns ist eine Privatisierung des Schwimmbads keine Option.“ Er erinnerte daran, dass in früheren Diskussionen lediglich über eine mögliche Verpachtung der Sauna, nicht aber des gesamten Bades, gesprochen wurde. Die SPD-Stadtverordnete Margit Reisewitz kommentierte die Debatte mit den Worten: „Wehret den Anfängen.“




