Im Rhein-Pfalz-Kreis haben die Behörden einen Fall von Tollwut bei einem Hund offiziell bestätigt. Das Tier, das ursprünglich aus Russland stammt, verstarb in einer Quarantänestation, nachdem es auffällige Verhaltensweisen gezeigt hatte. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, da der Verdacht auf Dokumentenfälschung bei der Einfuhr des Tieres besteht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein aus Russland importierter Hund ist im Rhein-Pfalz-Kreis an Tollwut gestorben.
- Die Behörden haben alle Kontaktpersonen und -tiere ermittelt und informiert.
- Es besteht der Verdacht, dass die Impfpapiere des Hundes gefälscht waren.
- Die Kriminalpolizei ermittelt wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tiergesundheitsgesetz.
Verdachtsfall wird zur Gewissheit
Ein Hund aus der Gemeinde Dannstadt-Schauernheim löste Ende Januar einen Großeinsatz des Veterinäramtes aus. Nach einer Operation zeigte das Tier plötzlich starke Verhaltensauffälligkeiten, die die Besitzer alarmierten.
In enger Absprache mit der zuständigen Veterinärbehörde wurde der Hund umgehend in die Quarantänestation eines Tierheims in der Region verlegt. Trotz der sofortigen Isolierung verstarb das Tier bereits in der folgenden Nacht. Die anschließenden labortechnischen Untersuchungen brachten die traurige Gewissheit: Der Hund war mit dem Rabiesvirus, dem Erreger der Tollwut, infiziert.
Spur führt nach Russland
Die Kreisverwaltung in Ludwigshafen gab bekannt, dass der Hund über eine Internetplattform von einer Organisation in Russland erworben wurde. Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf die potenziellen Gefahren beim internationalen Tierhandel, insbesondere aus Regionen, in denen Tollwut noch verbreitet ist.
Der Transport nach Deutschland erfolgte nicht isoliert. Der Hund reiste zusammen mit weiteren Hunden und Katzen. Diese Tiere waren für verschiedene Bestimmungsorte in Europa vorgesehen, darunter Österreich, die Schweiz, Belgien und Frankreich. Die Behörden bestätigten jedoch, dass keine weiteren Tiere aus diesem spezifischen Transport in den Zuständigkeitsbereich des Rhein-Pfalz-Kreises gelangten.
Internationaler Tierhandel birgt Risiken
Die Einfuhr von Tieren aus Nicht-EU-Ländern unterliegt strengen Vorschriften, um die Einschleppung von Krankheiten wie Tollwut zu verhindern. Ein gültiger Impfschutz, der durch einen Heimtierausweis und eine eindeutige Kennzeichnung per Mikrochip nachgewiesen wird, ist zwingend erforderlich.
Ermittlungen wegen gefälschter Dokumente
Auf den ersten Blick schien bei der Einfuhr des Hundes alles vorschriftsmäßig abgelaufen zu sein. Die vorgelegten Papiere wiesen eine gültige Tollwutimpfung aus und der implantierte Mikrochip war registriert. Die Kreisverwaltung äußerte jedoch einen schwerwiegenden Verdacht.
Es wird vermutet, dass die Dokumente nicht zu dem verstorbenen Tier gehörten. Möglicherweise wurde das Alter des Hundes falsch angegeben, um die vorgeschriebenen Impfintervalle zu umgehen. Die Ermittler gehen davon aus, dass dem jungen Tier die Papiere eines älteren, geimpften Hundes zugeordnet wurden. Somit hätte der Hund keinen wirksamen Impfschutz gegen Tollwut besessen.
Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tiergesundheitsgesetz. Im Fokus stehen die Verantwortlichen, die den Hund nach Deutschland gebracht haben.
Behörden reagieren schnell
Das Veterinäramt hat nach eigenen Angaben sämtliche Kontaktpersonen und -tiere, die mit dem infizierten Hund in Berührung gekommen sein könnten, lückenlos ermittelt und informiert. Eine Gefahr für weitere Tiere oder Menschen im Rhein-Pfalz-Kreis besteht laut der Behörde derzeit nicht.
Was ist Tollwut?
Tollwut ist eine Viruserkrankung, die das zentrale Nervensystem von Säugetieren, einschließlich des Menschen, befällt. Die Krankheit verläuft nach dem Ausbruch der klinischen Symptome fast immer tödlich.
Die Übertragung des Rabiesvirus erfolgt hauptsächlich über den Speichel eines infizierten Tieres, meist durch einen Biss. Die Symptome können vielfältig sein und reichen von Verhaltensänderungen wie Aggressivität oder Apathie bis hin zu Lähmungserscheinungen.
- Übertragung: Hauptsächlich durch Bisse von infizierten Tieren.
- Symptome: Verhaltensänderungen, Lähmungen, Schluckbeschwerden.
- Verlauf: Nach Ausbruch der Krankheit fast immer tödlich.
- Schutz: Impfung bei Tieren und präventive Impfung (Präexpositionsprophylaxe) bei Risikogruppen von Menschen.
Dank konsequenter Impfprogramme bei Haustieren und der Immunisierung von Füchsen gilt Deutschland seit 2008 als frei von terrestrischer Tollwut. Fälle wie dieser zeigen jedoch, dass die Gefahr durch illegal oder mit gefälschten Papieren importierte Tiere weiterhin besteht und Wachsamkeit geboten ist.




