Die Grippesaison hat Köln und die umliegende Region fest im Griff. Aktuelle Daten zeigen einen drastischen Anstieg der gemeldeten Influenzafälle, der die Werte der Vorjahre deutlich übertrifft. Besonders eine Altersgruppe rückt in den Fokus der Gesundheitsexperten, während sich die Infektionswelle weiter aufbaut.
Die Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen (LfGA NRW) für die zweite Kalenderwoche des Jahres 2026 zeichnen ein klares Bild: Die Grippe breitet sich in der Domstadt und im gesamten Regierungsbezirk rasant aus.
Alarmierende Entwicklung der Infektionszahlen
Die jüngsten Erhebungen sind besorgniserregend. Allein in der zweiten Januarwoche 2026 wurden im Regierungsbezirk Köln insgesamt 654 Influenza-Fälle offiziell registriert. Dies stellt fast eine Verfünffachung im Vergleich zur Vorwoche dar, in der lediglich 137 Fälle gemeldet wurden.
Dieser sprunghafte Anstieg ist nicht nur im kurzfristigen Vergleich auffällig. Auch ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt die Intensität der aktuellen Welle. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres (2025) lag die Zahl der gemeldeten Fälle bei 458, im Jahr 2024 waren es sogar nur 266.
Zahlen im Überblick: Regierungsbezirk Köln
Vergleich der gemeldeten Grippefälle in der zweiten Kalenderwoche:
- 2026: 654 Fälle
- 2025: 458 Fälle
- 2024: 266 Fälle
Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass die Saison 2025/2026 eine der stärksten der letzten Jahre werden könnte. Experten warnen, dass der Höhepunkt der Welle noch nicht erreicht ist.
Eine landesweite Herausforderung
Das Phänomen beschränkt sich nicht nur auf Köln. In ganz Nordrhein-Westfalen ist ein ähnlicher Trend zu beobachten. Seit dem offiziellen Beginn der Grippesaison in der 40. Kalenderwoche 2025 wurden dem LfGA NRW landesweit bereits 9.195 Influenzafälle gemeldet.
Auch hier zeigt der Vergleich die Brisanz der Lage. Im selben Zeitraum der Saison 2024/2025 waren es 5.306 Fälle, in der Saison 2023/2024 lag die Zahl bei 5.682. Die aktuelle Saison verzeichnet also bereits jetzt fast doppelt so viele Fälle wie die vorangegangenen Jahre zum gleichen Zeitpunkt.
Ein Sprecher des LfGA NRW betonte, dass eine seriöse Prognose über den gesamten Verlauf der Saison noch verfrüht sei. Die Tendenz sei jedoch eindeutig. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, steht dem Land eine intensive Grippesaison bevor.
Besondere Risikogruppe im Fokus
Ältere Menschen stärker betroffen
Eine detaillierte Analyse der Daten durch das Landesamt offenbart eine auffällige Verschiebung bei der Altersverteilung der Erkrankten. Sowohl in Köln als auch landesweit sind in dieser Saison Menschen über 60 Jahre überproportional stark von Influenza-Infektionen betroffen.
Dies unterscheidet die aktuelle Welle von denen der Vorjahre, in denen andere Altersgruppen stärker im Vordergrund standen. Im Gegensatz dazu sind Personen mittleren Alters, insbesondere unter 45 Jahren, in diesem Jahr tendenziell seltener betroffen. Die Infektionsraten bei Kindern und Jugendlichen bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie in den beiden vorherigen Saisons.
Warum sind ältere Menschen besonders gefährdet?
Für Menschen ab 60 Jahren stellt eine Grippeerkrankung ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Das Immunsystem reagiert im Alter oft nicht mehr so schlagkräftig, und bestehende Vorerkrankungen, etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge, können den Krankheitsverlauf erheblich erschweren und zu schweren Komplikationen führen. Aus diesem Grund wird dieser Altersgruppe die jährliche Grippeimpfung dringend empfohlen.
Auch Kleinkinder unter drei Jahren gelten als Risikogruppe, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist und sie daher anfälliger für schwere Verläufe sind.
Wie man sich schützen kann
Die Influenza wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen virushaltige Tröpfchen in die Luft und können von anderen Personen eingeatmet werden. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der ersten Symptome (Inkubationszeit) ist mit durchschnittlich ein bis zwei Tagen sehr kurz.
Typische Symptome einer echten Grippe sind:
- Plötzlich einsetzendes, hohes Fieber
- Starker Husten (oft trocken)
- Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen
- Ausgeprägtes Krankheitsgefühl und Schwäche
Um sich und andere zu schützen, empfehlen Gesundheitsexperten einfache, aber wirksame Hygienemaßnahmen. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife ist eine der wichtigsten Vorkehrungen. Zudem sollte man Abstand zu Erkrankten halten und in die Armbeuge husten oder niesen, um die Verbreitung von Viren zu minimieren.
Experten des Robert Koch-Instituts weisen darauf hin, dass das plötzliche Einsetzen der Symptome ein charakteristisches Merkmal der Influenza ist, das sie von einer gewöhnlichen Erkältung unterscheidet.
Die wirksamste Präventionsmaßnahme bleibt die jährliche Grippeimpfung. Sie wird insbesondere für Risikogruppen wie ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal empfohlen, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.




