Die Polizei Köln hat Fahndungsfotos eines Mannes veröffentlicht, der im Verdacht steht, im Juli die beliebte Maus-Figur vor dem WDR-Funkhaus in der Innenstadt angezündet zu haben. Der Täter hielt sich über eine Stunde am Tatort auf und versuchte, das Feuer immer wieder neu zu entfachen.
Fahndung nach Brandanschlag auf Kölner Kultfigur
Monate nach dem schockierenden Brandanschlag auf die Statue der „Sendung mit der Maus“ in der Kölner Innenstadt gibt es eine neue Entwicklung. Die Ermittler haben nun Bilder aus einer Überwachungskamera veröffentlicht und bitten die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung des mutmaßlichen Täters.
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli. Die Aufnahmen zeigen einen Mann, der sich über einen längeren Zeitraum an der Figur in der Mörsergasse zu schaffen machte. Die Polizei beschreibt seine Handlungen als hartnäckig und zielgerichtet.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Polizei Köln fahndet öffentlich mit Fotos nach dem mutmaßlichen Brandstifter der Maus-Figur.
- Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli in der Kölner Innenstadt.
- Der Täter soll sich über eine Stunde am Tatort aufgehalten und das Feuer wiederholt entfacht haben.
- Nach der Tat flüchtete der Mann auf einem Damenfahrrad in Richtung Appellhofplatz.
- Die Statue wurde inzwischen repariert und steht wieder an ihrem angestammten Platz.
Details zur Tatnacht und zum Verdächtigen
Die Ermittlungen der Polizei zeichnen ein detailliertes Bild der Tatnacht. Der unbekannte Mann wurde dabei gefilmt, wie er zunächst mit einer Zigarette und später mit weiterem Brennmaterial versuchte, die Statue in Brand zu setzen. „Der unbekannte Tatverdächtige hielt sich insgesamt über eine Stunde am Tatort auf und versuchte, das Feuer immer weiter mit Brennmaterial zu entfachen“, erklärte eine Sprecherin der Polizei.
Dieses beharrliche Vorgehen deutet darauf hin, dass es sich nicht um eine spontane Tat handelte. Nachdem er erheblichen Schaden an der Figur verursacht hatte, verließ der Mann den Tatort. Auffällig ist sein Fluchtfahrzeug: Er fuhr auf einem Damenfahrrad in Richtung des nahegelegenen Appellhofplatzes davon.
Personenbeschreibung des Gesuchten
Die Polizei hat eine genaue Beschreibung des Mannes veröffentlicht, die auf den Überwachungsbildern basiert:
- Alter: ca. 48 bis 60 Jahre
- Größe: ca. 1,70 bis 1,90 Meter
- Statur: schlank
- Kleidung: ein hellbrauner Pullover, eine blaue Hose und blaue Sneaker mit einer auffälligen weißen Sohle
Ein anfänglicher Verdacht zerschlug sich
Kurz nach der Tat geriet zunächst eine Gruppe junger Männer in den Fokus der Ermittlungen, die ebenfalls auf Überwachungsvideos zu sehen war. Dieser Verdacht hat sich jedoch offenbar nicht bestätigt. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun vollständig auf den Mann, dessen Bilder jetzt veröffentlicht wurden.
Die Reaktion der Kölner und die „Heilung“ der Maus
Der Anschlag auf die orangefarbene Kultfigur, die seit 2021 zum 50. Geburtstag der Sendung vom WDR aufgestellt wurde, löste in Köln und darüber hinaus große Bestürzung aus. Besonders Kinder, die treuesten Fans der Maus, zeigten ihre Anteilnahme auf eine rührende Weise. Sie kamen mit ihren Eltern zur beschädigten Statue und versorgten die Brandwunde symbolisch mit unzähligen bunten Pflastern.
Auf Zetteln und den Pflastern selbst hinterließen sie Genesungswünsche. Eine Botschaft fasste die Stimmung vieler Kölner zusammen: „Ein Anschlag auf die Maus ist ein Anschlag auf uns ALLE!“ Die verbrannte Stelle wurde so zu einem Denkmal der Solidarität.
„Sie muss ins Krankenhaus zur Kur.“
Anfang August wurde die stark beschädigte Figur abtransportiert. Matthias Körnich, der Leiter des WDR-Kinderprogramms, erklärte damals passend, die Maus müsse „ins Krankenhaus zur Kur“. In einer Spezialwerkstatt in Hannover wurden die Brandschäden sorgfältig behoben.
Wiederhergestellt und zurück an ihrem Platz
Die Reparatur war erfolgreich. Seit Ende August steht die Maus-Figur wieder vollständig restauriert an ihrem Platz vor dem 1-Live-Haus und erfreut Passanten und Fans. Der Vorfall hat jedoch Spuren im kollektiven Gedächtnis der Stadt hinterlassen.
Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung
Mit der Veröffentlichung der Fahndungsfotos erhoffen sich die Ermittler nun den entscheidenden Hinweis, um den Täter zu fassen. Die zentrale Frage der Polizei lautet: Wer kann Angaben zu dem abgebildeten Tatverdächtigen machen?
Bürger, die den Mann auf den Fotos erkennen oder wissen, wo er sich aufhält, werden dringend gebeten, sich zu melden. Auch Hinweise zum auffälligen Damenfahrrad könnten für die Ermittlungen von Bedeutung sein.
Zeugen und Hinweisgeber können sich direkt an das Kriminalkommissariat unter der Telefonnummer 0221/229-0 wenden oder eine E-Mail an [email protected] schreiben. Jede noch so kleine Information kann helfen, diesen Fall aufzuklären und den Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.




