Die Halloween-Nacht in Köln verlief für die Polizei weitgehend ohne größere Zwischenfälle. Während in der Innenstadt Tausende feierten, kam es im Umland zu einem besorgniserregenden Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft, bei dem nun der Staatsschutz ermittelt.
Die Einsatzkräfte in der Domstadt ziehen eine überwiegend positive Bilanz, obwohl Hotspots wie die Zülpicher Straße und die Ringe stark frequentiert waren. In anderen Teilen von Nordrhein-Westfalen zeigte sich ein ähnliches Bild, doch ein gezielter Angriff mit Pyrotechnik im Kreis Olpe trübt die Gesamtbilanz.
Das Wichtigste in Kürze
- In der Kölner Innenstadt feierten Tausende Menschen weitgehend friedlich Halloween.
- Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und meldete nur vereinzelte Störungen.
- In Drolshagen (Kreis Olpe) wurde ein Feuerwerkskörper in eine Flüchtlingsunterkunft geworfen.
- Der Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen eines möglichen politischen Motivs übernommen.
Feiern in Köln unter starker Polizeipräsenz
Die Straßen der Kölner Innenstadt waren in der Nacht zum 1. November gut gefüllt. Insbesondere auf der Zülpicher Straße im Kwartier Latäng und auf den Ringen versammelten sich zahlreiche kostümierte Menschen, um Halloween zu feiern. Die Atmosphäre war ausgelassen, aber laut Polizeiangaben blieb es die meiste Zeit friedlich.
Um die Sicherheit zu gewährleisten, zeigte die Polizei in den bekannten Partyzonen starke Präsenz. Überall in der Innenstadt war bis tief in die Nacht Blaulicht zu sehen, was zur Deeskalation beitrug und schnelles Eingreifen bei Bedarf ermöglichte.
Vereinzelte Auseinandersetzungen und Pyrotechnik
Trotz der grundsätzlich ruhigen Lage kam es vereinzelt zu den für solche Nächte typischen Einsätzen. Die Polizei musste bei einigen Schlägereien und Körperverletzungsdelikten einschreiten. Zudem wurden mehrfach Personen gemeldet, die verbotene Pyrotechnik zündeten.
Ein Sprecher der Polizei betonte jedoch, dass es im Vergleich zu früheren Jahren und angesichts der Menschenmassen keine außergewöhnlichen Vorkommnisse gab. Die meisten Feiernden verhielten sich verantwortungsbewusst.
Ein Blick auf die Lage in Nordrhein-Westfalen
Auch in anderen Großstädten von Nordrhein-Westfalen verlief die Halloween-Nacht ohne dramatische Ereignisse. Die Polizeibehörden in Bochum und Dortmund meldeten eine ruhige Nacht ohne besondere Vorkommnisse. In Bonn gab es einige Körperverletzungsdelikte und Platzverweise, was jedoch dem normalen Einsatzgeschehen an einem Wochenende entsprach.
In Wuppertal und Düsseldorf war nach Angaben der Polizei „viel los“. Es kam zu mehreren Einsätzen wegen Schlägereien und dem Zünden von Feuerwerkskörpern. Größere, speziell auf Halloween zurückzuführende Einsätze blieben aber auch hier aus.
Proaktive Strategie in Hagen
Die Polizei in Hagen verfolgte einen besonders präventiven Ansatz. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt wurden in der Innenstadt und anderen Stadtteilen verstärkte Kontrollen durchgeführt. Diese Maßnahme zeigte Wirkung und trug maßgeblich zur Sicherheit bei.
Bilanz der Kontrollen in Hagen
Die Einsatzkräfte in Hagen zogen eine positive Bilanz ihrer Strategie. Die Ergebnisse der Kontrollen verdeutlichen jedoch auch die Notwendigkeit der starken Präsenz:
- 280 Personenkontrollen wurden durchgeführt.
- 7 Platzverweise wurden ausgesprochen.
- 1 Messer wurde sichergestellt.
- 1 Kette, die als Schlagwerkzeug hätte dienen können, wurde beschlagnahmt.
- 2 Personen mit offenen Haftbefehlen wurden festgenommen.
Bei einer der festgenommenen Personen wurde zudem ein sogenannter „Polenböller“ gefunden, ein nicht zugelassener und besonders gefährlicher Feuerwerkskörper.
Gefährlicher Angriff auf Flüchtlingsunterkunft
Der schwerwiegendste Vorfall der Nacht ereignete sich abseits der großen Partymeilen in Drolshagen im Kreis Olpe. Dort wurde eine kommunale Unterkunft für Geflüchtete zum Ziel eines Angriffs mit Pyrotechnik.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei warfen Unbekannte einen nicht zugelassenen Feuerwerkskörper durch ein offenes Fenster in das Zimmer eines Bewohners. Der 22-jährige Mann, der sich zu diesem Zeitpunkt im Raum aufhielt, hatte Glück im Unglück und blieb unverletzt.
Da eine politische Motivation hinter der Tat nicht ausgeschlossen werden kann, hat das Polizeipräsidium Hagen, das für Staatsschutzdelikte in der Region zuständig ist, die Ermittlungen übernommen. Dieser Schritt unterstreicht die Schwere des Vorfalls.
Fünf Jugendliche unter Tatverdacht
Die Explosion des Böllers verursachte erheblichen Sachschaden. Eine Wand sowie Teile des Inventars in dem Zimmer wurden beschädigt. Die Polizei konnte schnell erste Ermittlungserfolge verzeichnen.
Im Fokus der Ermittlungen steht eine Gruppe von fünf Jugendlichen. Die Verdächtigen sind im Alter zwischen 14 und 19 Jahren. Die genauen Hintergründe der Tat und das Motiv sind nun Gegenstand der laufenden Untersuchung durch den Staatsschutz. Die Ermittlungen dauern an.




