Bei einem verheerenden Brand in einem Reihenhaus in Köln-Weiß ist am Dienstagabend ein 68-jähriger Mann schwer verletzt worden. Die Löscharbeiten der Feuerwehr wurden erheblich erschwert, da im Gebäude gelagerte Pyrotechnik während des Feuers explodierte. Zwei Häuser sind nach dem Brand unbewohnbar.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein 68-jähriger Bewohner wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
- Im brennenden Haus gelagerte Feuerwerkskörper explodierten und behinderten den Einsatz.
- Die Feuerwehr war mit 70 Kräften und 25 Fahrzeugen im Einsatz.
- Zwei Wohnhäuser in der Straße „Auf dem Klemberg“ sind vorerst unbewohnbar.
- Die Polizei vermutet ein Kaminfeuer als mögliche Brandursache.
Dramatischer Einsatz am Dienstagabend
Die ersten Notrufe erreichten die Leitstelle gegen 18:30 Uhr am Dienstagabend. Gemeldet wurde ein Feuer in einem Wohnhaus in der Straße „Auf dem Klemberg“ im Stadtteil Weiß. Als die ersten Einsatzkräfte nur wenige Minuten später eintrafen, bot sich ihnen ein dramatisches Bild: Das mittlere Reihenhaus stand bereits in Vollbrand, die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dachstuhl.
Der 68-jährige Bewohner hatte sich glücklicherweise bereits selbstständig ins Freie retten können. Er wurde umgehend vom Rettungsdienst versorgt und wegen des Verdachts auf eine schwere Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus transportiert.
Alarmstufe sofort erhöht
Angesichts der Intensität des Feuers und der dichten Bebauung erhöhte die Einsatzleitung sofort die Alarmstufe. Insgesamt wurden 70 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst mit 25 Fahrzeugen an den Brandort beordert, um eine weitere Ausbreitung der Flammen auf die direkt angrenzenden Nachbarhäuser zu verhindern.
Herausforderung Reihenhaus
Brände in Reihenhäusern stellen für die Feuerwehr eine besondere Herausforderung dar. Durch die gemeinsame Dachkonstruktion und die direkten Wandverbindungen können sich Feuer und Rauch schnell auf benachbarte Gebäude ausbreiten. Ein schnelles und gezieltes Eingreifen ist hier entscheidend, um einen Flächenbrand zu verhindern.
Gefahr durch explodierende Pyrotechnik
Die Löscharbeiten gestalteten sich von Beginn an extrem schwierig und gefährlich. Immer wieder waren laute Knallgeräusche und Explosionen aus dem Inneren des brennenden Hauses zu hören. Schnell wurde klar, dass dort größere Mengen an Pyrotechnik gelagert waren, die durch die enorme Hitze unkontrolliert detonierten.
Diese unkalkulierbare Gefahr machte einen direkten Löschangriff im Inneren des Gebäudes, einen sogenannten Innenangriff, für die Feuerwehrleute unmöglich. Die Sicherheit der Einsatzkräfte hatte oberste Priorität.
„Ein Vorgehen im Inneren des Gebäudes war aufgrund der andauernden Detonationen nicht möglich. Wir mussten uns darauf konzentrieren, das Feuer von außen über Drehleitern zu bekämpfen und die Nachbargebäude zu schützen.“
Die Einsatzkräfte konnten den Brand daher ausschließlich von außen bekämpfen. Dieser Umstand verlängerte den Einsatz erheblich und machte es schwieriger, alle Glutnester im Inneren zu erreichen. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden des Mittwochs hin.
Warnung der Bevölkerung und massive Schäden
Durch den Brand entstand eine massive Rauchsäule, die weithin sichtbar war und in Richtung Sürth zog. Die Feuerwehr Köln gab über die offiziellen Warn-Apps eine Warnung für die Bevölkerung heraus.
Handlungsempfehlung für Anwohner
- Gebiet meiden: Das Einsatzgebiet sollte weiträumig umfahren werden.
- Fenster und Türen schließen: Anwohner in Weiß und Sürth wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
- Lüftungen ausschalten: Klima- und Lüftungsanlagen sollten vorsorglich abgeschaltet werden.
Spezielle Messtrupps der Feuerwehr überprüften die Luftqualität in den betroffenen Gebieten. Glücklicherweise wurden keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen von Schadstoffen festgestellt. Gegen 22:45 Uhr konnte die offizielle Warnung wieder aufgehoben werden.
Die Bilanz des Brandes ist dennoch verheerend. Das Haus, in dem das Feuer ausbrach, wurde vollständig zerstört. Auch das direkt angrenzende Nachbarhaus wurde durch die Flammen und das Löschwasser so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass beide Gebäude vorerst als unbewohnbar gelten.
Polizei ermittelt zur Brandursache
Nachdem das Feuer unter Kontrolle war, haben die Brandermittler des Kriminalkommissariats 15 der Kölner Polizei die Arbeit aufgenommen. Sie müssen nun die genaue Ursache für das Feuer klären.
Nach ersten Erkenntnissen gibt es derzeit keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. Die Ermittler gehen einem ersten Verdacht nach, wonach ein Kaminfeuer den Brand ausgelöst haben könnte. Ob und inwieweit die Lagerung der Pyrotechnik vorschriftsmäßig war, ist ebenfalls Gegenstand der laufenden Ermittlungen.




