In der Nacht zum Jahreswechsel erschütterte eine laute Explosion eine Kölner Straße und beschädigte mehrere geparkte Fahrzeuge. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und verfolgt eine konkrete Spur: Ein Beziehungsstreit könnte der Auslöser für den mutmaßlichen Sprengstoffeinsatz gewesen sein. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember und rief umgehend die Einsatzkräfte auf den Plan. Anwohner wurden durch den lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Am Tatort bot sich ein Bild der Zerstörung: Mehrere Autos wiesen erhebliche Schäden auf, die auf die Wucht einer Detonation hindeuten. Spezialisten der Kriminalpolizei sicherten Spuren und begannen mit der aufwendigen Untersuchung.
Das Wichtigste in Kürze
- In Köln wurden mehrere Autos durch eine nächtliche Explosion beschädigt.
- Die Polizei geht von einem Sprengstoffeinsatz aus; es gab keine Verletzten.
- Erste Ermittlungen deuten auf ein Beziehungsdelikt als mögliches Motiv hin.
- Ein Zusammenhang mit früheren Sprengstoffanschlägen in Köln wird ausgeschlossen.
- Die Polizei sucht dringend nach Zeugen des Vorfalls.
Ermittler verfolgen erste Spuren
Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf das persönliche Umfeld der Fahrzeughalter. Die Polizei bestätigte, dass es erste Anhaltspunkte für ein Beziehungsdelikt gibt. Diese Spur hat für die Beamten aktuell Priorität.
"Die Brandermittler gehen ersten Hinweisen nach, dass es sich bei dem Angriff um ein Beziehungsdelikt handeln könnte", teilte ein Polizeisprecher mit.
Was genau hinter dieser Vermutung steckt, wurde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht weiter ausgeführt. In solchen Fällen analysieren die Beamten oft persönliche Konflikte, Drohungen im Vorfeld oder eskalierte Streitigkeiten, die dem Angriff vorausgegangen sein könnten. Der Fokus liegt darauf, eine Verbindung zwischen dem Täter und einem der Geschädigten herzustellen.
Spurensuche am Tatort
Unmittelbar nach dem Vorfall sicherten Kriminaltechniker den Bereich weiträumig ab. Ihre Aufgabe ist es, selbst kleinste Partikel des verwendeten Sprengsatzes zu finden. Diese Spuren können Aufschluss über die Art des Sprengstoffs und die Bauweise der Vorrichtung geben. Solche Details sind entscheidend, um mögliche Täter zu identifizieren oder Verbindungen zu anderen Taten herzustellen – auch wenn dies hier zunächst ausgeschlossen wird.
Die beschädigten Fahrzeuge werden ebenfalls akribisch untersucht. Die Verteilung der Splitter und die Deformierungen am Metall helfen den Experten, das Explosionszentrum zu lokalisieren und die Stärke der Detonation einzuschätzen.
Was ist ein Beziehungsdelikt?
Als Beziehungsdelikt oder Beziehungstat bezeichnet man eine Straftat, bei der Täter und Opfer in einer engen persönlichen Beziehung zueinander stehen oder standen. Dies können Partnerschaften, familiäre oder enge freundschaftliche Verhältnisse sein. Die Motive sind oft emotionaler Natur, wie Eifersucht, Rache oder ein Gefühl der Kränkung.
Keine Verbindung zu anderen Anschlägen
Die Kölner Polizei betont, dass es nach derzeitigem Ermittlungsstand keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang mit anderen jüngsten Vorfällen in der Stadt gibt. Insbesondere die Verbindung zu einem Sprengstoffanschlag in Köln-Eil, bei dem die Ermittler Spuren ins Rockermilieu vermuten, wird explizit ausgeschlossen.
Diese Abgrenzung ist für die Sicherheitswahrnehmung der Bürger wichtig. Während Anschläge im Milieu der organisierten Kriminalität oft auf Machtkämpfe innerhalb krimineller Gruppen abzielen, handelt es sich bei einem vermuteten Beziehungsdelikt um einen gezielten Angriff auf eine bestimmte Person. Die Gefahr für die Allgemeinheit wird in solchen Fällen anders bewertet.
Kontext: Sprengstoffdelikte in der Region
In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Sprengstoffdelikte in Nordrhein-Westfalen, insbesondere durch die Sprengung von Geldautomaten, zugenommen. Die Ermittlungsbehörden haben ihre Anstrengungen in diesem Bereich verstärkt. Jeder Fall, bei dem Sprengstoff zum Einsatz kommt, wird daher genau geprüft, um Muster oder Verbindungen zu organisierter Kriminalität auszuschließen.
Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe
Um den Fall schnell aufklären zu können, ist die Polizei auf die Hilfe von Zeugen angewiesen. Gesucht werden Personen, die in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Die Ermittler interessieren sich für alle ungewöhnlichen Vorkommnisse in der Nähe des Tatorts.
Folgende Fragen sind für die Ermittler von besonderem Interesse:
- Haben Sie in der Tatnacht verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Umgebung gesehen?
- Sind Ihnen Personen aufgefallen, die sich auffällig für die geparkten Autos interessiert haben?
- Haben Sie den Knall gehört und können Sie den Zeitpunkt genauer eingrenzen?
- Gibt es möglicherweise private Videoaufnahmen von Überwachungskameras oder Dashcams, die den relevanten Bereich abdecken?
Jeder noch so kleine Hinweis kann für die Aufklärung der Tat von entscheidender Bedeutung sein. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und dem entstandenen Sachschaden dauern an. Zeugen werden gebeten, sich umgehend mit der Kriminalpolizei Köln in Verbindung zu setzen.




