Fast einen Monat nach einem brutalen Angriff auf einen jungen Mann in der Kölner Innenstadt haben Privatpersonen die Belohnung für Hinweise auf die Täter auf insgesamt 7000 Euro erhöht. Der 21-jährige Nils wurde in der Nacht zum 11. Oktober 2025 so schwer verletzt, dass er wochenlang im Krankenhaus behandelt werden musste.
Trotz eines ersten Fahndungsaufrufs der Polizei gibt es bislang keine entscheidende Spur zu den vier unbekannten Männern. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren, während die Familie des Opfers auf Gerechtigkeit hofft und die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein 21-jähriger Mann wurde in Köln nach einem Clubbesuch schwer verletzt.
- Die private Belohnung für Hinweise wurde auf 7000 Euro aufgestockt.
- Die Polizei sucht weiterhin nach vier unbekannten Männern.
- Das Opfer, Nils, konnte nach fast vier Wochen das Krankenhaus verlassen.
Die Tatnacht und ihre Folgen
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Samstag, dem 11. Oktober 2025. Der Auszubildende Nils aus Koblenz war mit Freunden in Köln unterwegs und besuchte den Club Roonburg. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler geriet er gegen drei Uhr morgens auf der Roonstraße in einen Streit mit einer Gruppe von vier Männern.
In der Nähe eines Imbisses eskalierte die Situation. Die Angreifer sollen auf Nils eingeschlagen und eingetreten haben, auch als er bereits am Boden lag. Er erlitt dabei schwerste Kopfverletzungen, darunter ein Schädel-Hirn-Trauma, und musste wochenlang intensivmedizinisch betreut werden.
Ein langer Weg der Genesung
Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Am 5. November, fast vier Wochen nach der Tat, konnte Nils das Krankenhaus verlassen. Seine Mutter, Melanie H., zeigte sich erleichtert über die Fortschritte ihres Sohnes. „In den letzten Tagen hat er so wahnsinnig aufgeholt. Damit hätte niemand gerechnet“, erklärte sie.
Der Weg zurück ins normale Leben ist jedoch noch weit. Nils leidet weiterhin an posttraumatischen Wesensänderungen und einer Verschiebung der Mittellinie des Gehirns. Er ist auf eine hohe Dosis Antiepileptika angewiesen, um weitere Komplikationen zu verhindern. Eine neurologische Rehabilitationsmaßnahme steht als nächster Schritt an.
Bisherige Ermittlungen ohne Erfolg
Die Kölner Polizei hatte bereits am 24. Oktober einen öffentlichen Fahndungsaufruf gestartet, der jedoch nicht zur Identifizierung der Täter führte. Die Ermittler des zuständigen Kriminalkommissariats gehen jedem Hinweis nach, sind aber auf die Mithilfe von Zeugen angewiesen, die in der Tatnacht etwas beobachtet haben könnten.
Private Initiative soll Ermittlungen voranbringen
Angesichts der stockenden Ermittlungen und der Brutalität der Tat zeigten sich zwei Bürger tief betroffen und entschlossen sich zu handeln. Zuerst bot der 77-jährige Kölner Dieter Poersch eine Belohnung von 5000 Euro für sachdienliche Hinweise an, die zur Ergreifung der Täter führen.
Kurz darauf meldete sich ein weiterer Mann, ein 64-Jähriger, der anonym bleiben möchte. Er stockte die Summe in Absprache mit der Polizei um weitere 2000 Euro auf. „Ich habe einen Sohn im ähnlichen Alter und kann mir gar nicht vorstellen, welches Leid der arme Nils und seine Eltern derzeit erleben“, begründete er seine Entscheidung. Er betonte, wie wichtig es für das Sicherheitsgefühl in der Gesellschaft sei, dass solche Straftaten aufgeklärt werden.
7000 Euro für entscheidende Hinweise
Die Polizei Köln bestätigte offiziell, dass nun eine private Belohnung von insgesamt 7000 Euro ausgesetzt ist. Die Summe wird für Hinweise gezahlt, die zur Identifizierung und Ergreifung der Verantwortlichen führen. Die Polizei merkte an, dass über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung unter Ausschluss des Rechtsweges entschieden wird.
Die Mutter des Opfers zeigte sich unendlich dankbar für diese Unterstützung aus der Bevölkerung. Sie appelliert weiterhin an das Gewissen möglicher Zeugen oder der Täter selbst.
„Dass da niemand etwas gesehen haben will … ich kann das nicht verstehen. Es würde uns zur Bewältigung so sehr helfen, wenn jemand sich zu der Tat bekennen und sich aufrichtig entschuldigen würde.“
- Melanie H., Mutter des Opfers
Polizei bittet weiter um Hinweise
Die Ermittler hoffen, dass die hohe Belohnung nun den entscheidenden Anstoß gibt, damit sich Zeugen melden. Der Bereich um die Roonstraße ist auch nachts belebt, weshalb die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass jemand den Streit oder die Tat beobachtet hat.
Basierend auf ersten Zeugenaussagen liegt eine vage Beschreibung eines der mutmaßlichen Täter vor:
- Alter: ca. 20 Jahre
- Größe: etwa 1,80 Meter
- Haare: kurz und blond
- Kleidung: weißes T-Shirt und eine helle Hose
Personen, die in der Nacht zum 11. Oktober 2025 gegen 3 Uhr im Bereich der Roonstraße etwas Verdächtiges beobachtet haben oder Angaben zu der beschriebenen Person oder der Gruppe machen können, werden dringend gebeten, sich zu melden.
Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat der Polizei Köln unter der Telefonnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an [email protected] entgegen.




