Der renommierte deutsche Regisseur und Produzent Werner Herzog wird mit dem diesjährigen Filmpreis Köln ausgezeichnet. Die Ehrung, die mit 25.000 Euro dotiert ist, würdigt seine über 60-jährige Karriere und seinen prägenden Einfluss auf die internationale Filmkunst. Die Verleihung findet am 16. Oktober im Rahmen des Film Festival Cologne statt.
Das Wichtigste in Kürze
- Preisträger: Der Regisseur Werner Herzog erhält den Filmpreis Köln 2025.
- Preisgeld: Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.
- Begründung: Gewürdigt wird sein über 60-jähriges Schaffen und seine genreprägende Arbeit.
- Verleihung: Die Übergabe erfolgt am 16. Oktober als Höhepunkt des Film Festival Cologne.
- Weitere Ehrungen: Auch Kleber Mendonça Filho und Maren Eggert erhalten internationale Preise.
Ein Preis für eine außergewöhnliche Karriere
Werner Herzog, eine Ikone des deutschen und internationalen Kinos, wird für sein beeindruckendes Lebenswerk geehrt. Die Veranstalter des Film Festival Cologne gaben bekannt, dass Herzog den mit 25.000 Euro dotierten Filmpreis Köln erhält. Dieser Preis wird gemeinsam von der Film- und Medienstiftung NRW und der Stadt Köln gestiftet, um Persönlichkeiten zu ehren, die einen herausragenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Film- und Mediensprache geleistet haben.
In ihrer Begründung hob die Jury Herzogs einzigartige Fähigkeit hervor, über sechs Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Kunstformen Meisterwerke zu schaffen. Seine Arbeit umfasst Spiel- und Dokumentarfilme, aber auch Operninszenierungen und literarische Werke. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films und hat das Kino nachhaltig geprägt.
Die Veranstalter erklärten, Herzog habe in seiner über 60-jährigen Karriere Genres geprägt und in mehreren Kunstformen Meisterwerke geschaffen.
Die offizielle Preisverleihung wird am 16. Oktober den feierlichen Abschluss des Film Festival Cologne bilden. Die Veranstaltung zieht jährlich zahlreiche Filmschaffende und Kinobegeisterte in die Domstadt und hat sich als wichtiges Branchenereignis etabliert.
Werner Herzog: Ein Porträt des Ausnahmeregisseurs
Geboren am 5. September 1942, hat Werner Herzog ein filmisches Universum geschaffen, das für seine Radikalität und seine tiefen Einblicke in die menschliche Natur bekannt ist. Sein Werk zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit Grenzerfahrungen, Obsessionen und dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur aus.
Herzog drehte seinen ersten Film bereits im Alter von 19 Jahren und hat seitdem mehr als 70 Spiel- und Dokumentarfilme realisiert. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Klassiker wie „Aguirre, der Zorn Gottes“ (1972) und „Fitzcarraldo“ (1982), beide mit dem exzentrischen Schauspieler Klaus Kinski in der Hauptrolle. Diese Produktionen sind legendär für ihre extremen Drehbedingungen im südamerikanischen Dschungel.
Vom Spiel- zum Dokumentarfilm
Neben seinen Spielfilmen hat sich Herzog auch als Meister des Dokumentarfilms einen Namen gemacht. Filme wie „Grizzly Man“ (2005), über das Leben und den Tod des Bären-Aktivisten Timothy Treadwell, oder die für den Oscar nominierte Dokumentation „Encounters at the End of the World“ (2007) zeigen seine Fähigkeit, faszinierende und oft verstörende Realitäten einzufangen.
Zahlen und Fakten zu Werner Herzog
- Geboren: 5. September 1942 in München
- Karrierebeginn: Erster Kurzfilm „Herakles“ im Jahr 1962
- Filmografie: Über 70 realisierte Filme als Regisseur
- Wichtige Auszeichnungen: Großer Preis der Jury in Cannes (1975), Beste Regie in Cannes (1982), zahlreiche weitere internationale Preise
Sein Stil ist unverwechselbar: Oftmals unscharfe Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentation, ein hypnotischer Erzählstil und die Suche nach dem, was er als „ekstatische Wahrheit“ bezeichnet, sind Kennzeichen seiner Arbeit. Er bleibt bis heute einer der einflussreichsten und produktivsten Filmemacher weltweit.
Weitere Preisträger beim Film Festival Cologne
Neben der Ehrung für Werner Herzog werden im Rahmen des Festivals weitere bedeutende internationale Künstler ausgezeichnet. Das Film Festival Cologne unterstreicht damit seine Rolle als Plattform für den globalen Austausch im Filmbereich.
Der brasilianische Regisseur Kleber Mendonça Filho erhält den „Hollywood Reporter Award“. Filho ist bekannt für sozialkritische und politisch aufgeladene Filme wie „Aquarius“ (2016) und „Bacurau“ (2019), die international große Beachtung fanden. Der Preis würdigt seine Fähigkeit, drängende gesellschaftliche Themen in kraftvolle filmische Erzählungen zu übersetzen.
Die deutsche Schauspielerin Maren Eggert wird mit dem „International Actors Award“ geehrt. Eggert, die für ihre Rolle in „Ich bin dein Mensch“ (2021) den Silbernen Bären bei der Berlinale gewann, wird für ihre vielseitigen und nuancierten Darstellungen in Film und Fernsehen ausgezeichnet.
Spannung um den Filmpreis NRW
Eine weitere wichtige Auszeichnung bleibt bis zum Abend der Preisverleihung geheim: der Filmpreis NRW. Dieser Preis ehrt die beste Produktion aus Nordrhein-Westfalen und wird erst während der Gala am 16. Oktober bekannt gegeben. Diese Geheimhaltung sorgt jedes Jahr für zusätzliche Spannung beim Fachpublikum und den nominierten Filmteams.
Die Bedeutung des Filmpreises Köln
Der Filmpreis Köln ist mehr als nur eine Auszeichnung; er ist ein Statement für die Kraft und Relevanz des Kinos. Durch die Ehrung von Persönlichkeiten wie Werner Herzog würdigt die Stadt Köln gemeinsam mit der Film- und Medienstiftung NRW nicht nur ein Lebenswerk, sondern setzt auch ein Zeichen für anspruchsvolles und mutiges Filmschaffen.
Die Dotierung von 25.000 Euro unterstreicht den Stellenwert des Preises in der deutschen Kulturlandschaft. Er reiht sich ein in eine Liste von prestigeträchtigen Auszeichnungen, die im Rahmen des Film Festival Cologne vergeben werden, und stärkt den Ruf Kölns als wichtigen Medien- und Filmstandort in Deutschland und Europa.
Die Entscheidung für Herzog wird in der Branche als konsequente und verdiente Wahl angesehen. Seine unermüdliche Kreativität und sein kompromissloser künstlerischer Ansatz dienen Generationen von Filmemachern als Inspiration. Die Auszeichnung in Köln ist somit eine Anerkennung für einen Künstler, der die Grenzen des Kinos immer wieder neu ausgelotet hat.




