Ein tragischer Vorfall erschüttert Tierfreunde in Köln. Am Stadtwaldweiher wurde ein erst sechs Monate alter Jungschwan von einem nicht angeleinten Hund angegriffen und tödlich verletzt. Die Besitzerin des Hundes verließ den Ort des Geschehens, ohne sich um das verletzte Tier zu kümmern oder Verantwortung zu übernehmen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein sechs Monate alter Schwan starb nach einer Hundeattacke im Kölner Stadtwald.
- Der Hund war nicht angeleint, obwohl in Kölner Parkanlagen eine Leinenpflicht gilt.
- Die Hundebesitzerin soll sich laut Zeugen versteckt haben und anschließend geflohen sein.
- Tierschützer beklagen, dass solche Vorfälle regelmäßig passieren und fordern mehr Rücksichtnahme.
Ein Angriff mit tödlichen Folgen
Für den jungen Schwan war es einer seiner ersten großen Ausflüge. Erst kürzlich war er vom Rautenstrauchkanal, wo er geschlüpft war, mit seiner Familie zum Aachener Weiher gezogen. Am vergangenen Wochenende erkundete er allein den Stadtwaldweiher – eine Reise, die für ihn tödlich endete.
Claudia Scherping, die sich seit rund einem Jahrzehnt ehrenamtlich um die Schwäne und Wasservögel an den Kölner Weihern kümmert, wurde Zeugin des Vorfalls. „Alles ging rasend schnell“, berichtete sie. Ein großer, graumelierter Hund mit viel Fell sei auf den Schwan zugerannt und habe sofort zugebissen.
Schutzmechanismus der Schwäne
Wenn Schwäne sich bedroht fühlen und nicht schnell genug flüchten können, heben sie ihre Flügel, um sich zu verteidigen und größer zu wirken. Dieser Abwehrmechanismus macht jedoch ihren Bauchbereich ungeschützt, was sie anfällig für Angriffe macht. Ein Schwan benötigt zudem eine lange Anlaufstrecke, um abheben zu können, was eine Flucht vor einem schnellen Hund oft unmöglich macht.
Der Hund biss dem Jungschwan gezielt in den ungeschützten Bauch. Obwohl Frau Scherping sofort zur Hilfe eilte, war es bereits zu spät. Das Tier blutete stark und war schwer verletzt.
Verantwortungslose Halterin flüchtet
Während sich die Tierschützerin um den verletzten Vogel kümmerte, fehlte von der Besitzerin des Hundes zunächst jede Spur. Später berichteten andere Augenzeugen, dass die Frau sich während des Angriffs „hinter einem Baum versteckt“ haben soll. Unmittelbar nach der Attacke verließ sie mit ihrem Hund den Park, ohne ihre Kontaktdaten zu hinterlassen oder Hilfe anzubieten.
„Früher haben wir so einen Fall auch schon mal zur Anzeige gebracht. Die wurde aber einfach zu den Akten gelegt“, erklärt Claudia Scherping über die Schwierigkeiten, solche Vorfälle rechtlich zu verfolgen.
Der Vorfall wurde umgehend dem Ordnungsamt der Stadt Köln gemeldet. Die Hoffnung, die Halterin zur Rechenschaft zu ziehen, ist jedoch gering. Frau Scherping und andere Tierschützer appellieren stattdessen an die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter.
Jede Hilfe kam zu spät
Nach dem Angriff wurde der junge Schwan sofort in eine Tierklinik gebracht, wo eine Notoperation durchgeführt wurde. Doch die Verletzungen waren zu schwerwiegend. Wenige Stunden nach der Attacke erlag der Vogel seinen inneren Blutungen.
Der Tod des Tieres ist ein schmerzlicher Verlust für die lokale Fauna und für die Ehrenamtler, die sich täglich für den Schutz der Tiere einsetzen. Der Vorfall verdeutlicht einmal mehr die Gefahren, die von nicht angeleinten Hunden für Wildtiere ausgehen.
Leinenpflicht in Kölner Grünanlagen
In allen öffentlichen Grünanlagen der Stadt Köln gilt eine generelle Anleinpflicht für Hunde. Ausnahmen bestehen nur auf speziell ausgewiesenen Hundewiesen. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden.
Ein wiederkehrendes Problem
Claudia Scherping, die auch die Webseite schwaene.koeln mitbetreibt, betont, dass dies kein Einzelfall ist. „Es passiert regelmäßig, dass Wasservögel von freilaufenden Hunden gebissen werden“, sagt sie. Viele Hundebesitzer würden die Gefahr unterschätzen und die Situation mit Sätzen wie „Der will doch nur spielen“ verharmlosen.
Dieser Vorfall dient als drastische Mahnung, dass der Jagdinstinkt eines Hundes unvorhersehbar sein kann und die Leinenpflicht nicht nur dem Schutz von Menschen, sondern auch dem Schutz der heimischen Tierwelt dient. Tierschützer fordern daher eine stärkere Kontrolle der Leinenpflicht durch das Ordnungsamt und mehr Aufklärung unter Hundehaltern, um solche Tragödien in Zukunft zu verhindern.




