Ein Fuchs irrt seit Tagen durch Kölner Stadtteile, sein Kopf steckt in einem durchsichtigen Plastikbehälter. Das Tier kann weder fressen noch trinken und schwebt in akuter Lebensgefahr. Tierschützer haben eine großangelegte Suchaktion gestartet und kämpfen gegen die Zeit, um das Wildtier zu retten.
Die erste Sichtung wurde bereits am 28. Dezember im Stadtteil Niehl gemeldet. Seitdem bewegt sich das geschwächte Tier durch die Stadt, zuletzt wurde es an Silvester in Longerich gesehen. Für die Retter ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, denn jeder Tag ohne Wasser und Nahrung verringert die Überlebenschancen des Fuchses dramatisch.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Fuchs mit einem Plastikbehälter über dem Kopf wurde in Köln-Niehl und -Longerich gesichtet.
- Das Tier ist vom Verhungern und Verdursten bedroht.
- Tierschutzorganisationen suchen mit Drohnen und Wildkameras nach dem Fuchs.
- Die Öffentlichkeit wird um Mithilfe gebeten, soll aber nicht selbst eingreifen.
Ein Wettlauf gegen die Zeit in den Kölner Veedeln
Die dramatische Geschichte begann kurz nach den Weihnachtstagen. Am 28. Dezember meldete ein aufmerksamer Bürger die erste Sichtung des Fuchses in einem Industriegebiet in Köln-Niehl. Die beigefügten Fotos zeigten das ganze Ausmaß des Problems: Ein großer, fester Plastikbehälter umschloss den gesamten Kopf des Tieres.
Sofort liefen die Telefone bei den Organisationen „Dogman-Tierrettung“ und „Team für Tiere Köln“ heiß. Seitdem versuchen die ehrenamtlichen Helfer unermüdlich, den Fuchs zu lokalisieren. Die Spur führte von Niehl in den benachbarten Stadtteil Longerich, wo das Tier an Silvester in einem Wohngebiet gesehen wurde. Dies zeigt, dass der Fuchs trotz seiner lebensbedrohlichen Lage noch weite Strecken zurücklegen kann.
Warum Müll für Wildtiere so gefährlich ist
Achtlos weggeworfene Verpackungen werden für viele Tiere zur tödlichen Falle. Füchse, Igel oder Vögel sind von Natur aus neugierig und untersuchen Müll auf der Suche nach Essensresten. Dabei können sie sich in Dosen, Gläsern oder Plastikbehältern verfangen. Eine Befreiung aus eigener Kraft ist oft unmöglich und führt, wie im aktuellen Fall, zu einem langsamen und qualvollen Tod durch Verhungern oder Ersticken.
Die komplexe Suche nach dem Phantom
Die Rettungsaktion gestaltet sich äußerst schwierig. Füchse sind von Natur aus scheue und intelligente Tiere, die sich bei Gefahr schnell zurückziehen. Ein Tier, das in Panik ist, verhält sich noch unberechenbarer. Die Tierschützer setzen daher auf moderne Technik, um den Fuchs aufzuspüren, ohne ihn zusätzlich zu verschrecken.
Zum Einsatz kommen Drohnen mit Wärmebildkameras, die aus der Luft nach der Wärmesignatur des Tieres suchen. Am Boden wurden an strategisch wichtigen Punkten mehrere Wildtierkameras aufgestellt, die bei Bewegung auslösen. Auch die städtischen Behörden unterstützen die Suche mit eigenen Kameras. Trotz des technischen Aufwands ist die Suche in dem dicht besiedelten städtischen Gebiet eine enorme Herausforderung.
Warum ein Betäubungsgewehr keine einfache Lösung ist
Viele fragen sich, warum das Tier nicht einfach aus der Ferne betäubt wird. Jordan Wieland vom „Team für Tiere Köln“ erklärt die Problematik:
„Die Betäubung wirkt nicht sofort. Durch das Adrenalin im Körper könnte der Fuchs noch eine ganze Strecke weit laufen. Auch mit Spürhunden könnten wir ihn dann nicht finden, weil sie den Geruch des Tieres nicht kennen.“
Ein Schuss mit dem Betäubungsgewehr könnte also dazu führen, dass der Fuchs an einem unzugänglichen Ort bewusstlos wird und die Retter ihn nicht mehr finden. Dies wäre das Todesurteil für das Tier. Deshalb konzentrieren sich die Helfer darauf, den Fuchs zu lokalisieren und dann mit einer Lebendfalle zu fangen.
Tierschützer bitten dringend um Mithilfe der Bevölkerung
Der Erfolg der Rettungsmission hängt entscheidend von den Hinweisen aus der Bevölkerung ab. Jede aktuelle Sichtung ist wertvoll und kann den Suchradius erheblich eingrenzen. Die Tierschützer bitten darum, Beobachtungen sofort zu melden.
So können Sie helfen: Wichtige Kontaktdaten
Wenn Sie den Fuchs sehen, melden Sie dies bitte umgehend per WhatsApp mit Foto oder Video und genauer Ortsangabe an eine der folgenden Nummern:
- Team für Tiere Köln: 0160-99069657
- Dogman Tierrettung: 0172-2164431
Gleichzeitig warnen die Experten eindringlich davor, eigene Fangversuche zu unternehmen. „Der Fuchs ist ein Wildtier und in dieser Situation in Panik. Das kann für Mensch und Tier gefährlich werden“, betont Wieland. Ein in die Enge getriebener Fuchs könnte aus Angst beißen. Es ist daher entscheidend, Abstand zu halten und die Profis zu informieren.
Ein trauriges Symbol für ein wachsendes Problem
Der Fall des Kölner Fuchses ist mehr als nur ein tragisches Einzelschicksal. Er wirft ein grelles Licht auf die zunehmende Vermüllung unserer Umwelt und deren verheerende Folgen für die Tierwelt. Immer häufiger dringen Wildtiere auf der Suche nach Nahrung in städtische Gebiete vor und kommen dabei mit unserem Abfall in Kontakt.
Dieser Vorfall sollte ein Weckruf für alle sein, bewusster mit Müll umzugehen. Ordnungsgemäß entsorgte Abfälle, insbesondere Verpackungen mit engen Öffnungen, können Tierleben retten. Die Helfer vor Ort geben die Hoffnung nicht auf. „Aufgeben wollen wir auf keinen Fall“, sagt Jordan Wieland entschlossen. Der Kampf um das Leben des Kölner Fuchses geht weiter.




