Ein unerwarteter und potenziell gefährlicher Fund sorgte kurz vor dem Jahreswechsel in einem Kölner Haushalt für Aufregung. Eine Frau aus dem Stadtteil Sülz entdeckte in ihrem Badezimmer einen Skorpion, der sich als blinder Passagier aus einem Costa-Rica-Urlaub entpuppte. Die Tierrettung Porz wurde alarmiert und konnte das Tier sicherstellen.
Der Vorfall ereignete sich am 30. Dezember, als die Bewohnerin das Tier unter ihrer Badezimmertür hervorkriechen sah. Ihre schnelle und richtige Reaktion, sofort professionelle Hilfe zu rufen, verhinderte eine Eskalation der Situation. Der Skorpion, der später als mittelamerikanischer Rindenskorpion identifiziert wurde, hatte eine lange Reise hinter sich, die in einem verlorenen Rucksack begann.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Frau in Köln-Sülz fand einen Skorpion in ihrer Wohnung.
- Das Tier gelangte vermutlich über ein Gepäckstück aus Costa Rica nach Deutschland.
- Die Tierrettung Porz fing den Skorpion ein und brachte ihn in fachkundige Pflege.
- Es handelte sich um einen giftigen mittelamerikanischen Rindenskorpion, dessen Stich für Allergiker gefährlich sein kann.
Der Moment des Schreckens in Sülz
Für die Kölnerin begann der Tag mit einer Begegnung der besonderen Art. Als sie sich im Badezimmer aufhielt, bemerkte sie eine ungewöhnliche Bewegung an der Türschwelle. Ein kleines, aber unverkennbares Tier kroch hervor: ein Skorpion. Anstatt in Panik zu geraten, handelte die Frau besonnen. Sie hielt Abstand und griff zum Telefon, um die Experten der Tierrettung Porz zu informieren.
Die Mitarbeiter der Tierrettung trafen kurz darauf ein und waren auf solche Einsätze vorbereitet. Mit geübten Handgriffen und der passenden Ausrüstung wurde der exotische Gast eingefangen. Die Situation war schnell unter Kontrolle, ohne dass Mensch oder Tier zu Schaden kamen.
Eine Odyssee im Reisegepäck
Die Frage, wie ein Skorpion aus Mittelamerika in eine Kölner Wohnung gelangen konnte, war schnell geklärt. Die Frau war erst am 19. Dezember von einer Reise aus Costa Rica zurückgekehrt. Bei ihrer Ankunft am Flughafen fehlte jedoch ein entscheidendes Gepäckstück: ihr Rucksack. Sie meldete den Verlust umgehend bei der Fluggesellschaft.
Verlorenes Gepäck als Transportmittel
Es ist nicht ungewöhnlich, dass exotische Tiere unbemerkt in Koffern oder Rucksäcken mitreisen. Spinnen, Skorpione oder kleine Reptilien können sich in Kleidung oder Ausrüstung verstecken und so eine weite Reise antreten. Oftmals werden sie erst Tage oder Wochen später in der Wohnung des Reisenden entdeckt.
Die Suche nach dem Rucksack dauerte mehrere Tage. Erst am 24. Dezember, pünktlich zu Heiligabend, wurde er wiedergefunden und von einem Flughafenmitarbeiter direkt zu ihr nach Hause geliefert. Die Frau erklärte den Tierrettern, dass sie den Rucksack nach Erhalt sofort ausräumte und die schmutzige Wäsche in die Waschmaschine steckte. Während dieses Prozesses muss sich der Skorpion unbemerkt aus dem Gepäck geschlichen haben.
Sechs Tage lang hielt sich das Tier versteckt in der Wohnung auf, bis es schließlich im Badezimmer wieder zum Vorschein kam. Dieser Zeitraum zeigt, wie widerstandsfähig diese Tiere sein können, auch außerhalb ihres natürlichen Lebensraums.
Ein giftiger Gast identifiziert
Die Experten der Tierrettung Porz konnten das Tier schnell bestimmen. Es handelte sich um einen mittelamerikanischen Rindenskorpion (Centruroides margaritatus). Diese Art ist in Süd- und Mittelamerika heimisch und kann eine Größe von bis zu acht Zentimetern erreichen.
Fakten zum Rindenskorpion
- Wissenschaftlicher Name: Centruroides margaritatus
- Herkunft: Süd- und Mittelamerika
- Größe: Bis zu 8 cm
- Nahrung: Insekten wie Grillen, Heimchen und Schaben
- Giftigkeit: Der Stich ist schmerzhaft und das Gift kann insbesondere für Allergiker gefährliche Reaktionen auslösen.
Obwohl sein Stich für einen gesunden Erwachsenen in der Regel nicht lebensbedrohlich ist, kann das Gift starke Schmerzen, Schwellungen und andere lokale Reaktionen hervorrufen. Besonders für Allergiker, Kinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem stellt ein Stich ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar.
Die Lebensbedingungen in einer Kölner Wohnung sind für einen solchen Skorpion alles andere als ideal. Er benötigt konstant hohe Temperaturen von etwa 30 Grad Celsius und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit, um zu überleben. Das deutsche Klima wäre für ihn auf Dauer tödlich gewesen.
Sichere Unterbringung und fachkundige Pflege
Nach dem erfolgreichen Einsatz sorgte die Tierrettung Porz für eine artgerechte Unterbringung des Skorpions. Sie bereiteten eine kleine Transportbox mit Erde, Steinen und einer Versteckmöglichkeit aus einer Papprolle vor. Die leicht angefeuchtete Erde half dabei, ein passendes Mikroklima für den Transport zu schaffen.
„Das Tier befindet sich nun bei jemandem, der sich auf wirbellose Landtiere spezialisiert hat“, teilte die Tierrettung Porz mit. Dort erhält der Skorpion die Pflege und die Lebensbedingungen, die er benötigt.
Der Vorfall in Sülz ist eine eindringliche Erinnerung für alle Fernreisenden. Es ist ratsam, Gepäckstücke nach der Rückkehr aus exotischen Ländern sorgfältig zu überprüfen, idealerweise im Freien oder in einem gut kontrollierbaren Bereich wie der Badewanne. Sollte man ein unbekanntes Tier entdecken, lautet die oberste Regel: Abstand halten und professionelle Hilfe rufen. Weder die Feuerwehr noch die Polizei oder spezialisierte Tierrettungsdienste sollten gezögert werden zu kontaktieren.




