Das Rettungsprojekt für die verwilderten Katzen des Kölner Großmarkts steht vor unerwarteten Schwierigkeiten. Ein zugesagtes Tierheim hat seine Unterstützung zurückgezogen. Grund sind neue behördliche Auflagen. Die Tierschützer suchen nun dringend eine eigene Immobilie mit Quarantänemöglichkeiten, um die rund 120 verbliebenen Tiere zu versorgen, bevor der Großmarkt Ende des Jahres schließt.
Wichtige Punkte
- Tierheim außerhalb Kölns zieht Unterstützung für Großmarktkatzen-Projekt zurück.
- Neue, kurzfristig verhängte Auflagen des Veterinäramts sind für das Tierheim nicht umsetzbar.
- Rund 120 verwilderte Katzen warten weiterhin auf dem Großmarktgelände auf Hilfe.
- Tierschützer suchen dringend eine eigene Immobilie mit Quarantänemöglichkeiten.
- Ansteckende Viruserkrankungen wurden bei bereits geretteten Katzen festgestellt.
- 33 Katzen konnten bisher in Sicherheit gebracht werden.
Unerwartete Absage erschwert Katzenrettung
Die Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ sah sich kürzlich mit einer erheblichen Herausforderung konfrontiert. Ein Tierheim, das bisher die Aufnahme von Katzen aus Raderberg ermöglichte, hat dem Projekt eine endgültige Absage erteilt. Diese Entscheidung erfolgte aufgrund neuer Auflagen des zuständigen Veterinäramts. Laut den Kölner Tierschützern wurden diese Anforderungen kurzfristig und ohne vorherige Absprache erlassen. Das Team der Initiative erklärte, dass die neuen Bedingungen dauerhaft nicht umsetzbar seien.
Die Absage trifft das Engagement der Ehrenamtlichen schwer. Erst Anfang September hatte das Projekt „Rettung der Großmarktkatzen“ eine wichtige Anerkennung erhalten: den „goldenen Fressnapf“ des Heimtierbedarf-Unternehmens Fressnapf, verbunden mit einem Preisgeld von 7000 Euro. Diese Mittel sollten ursprünglich zur Sicherung und Versorgung der Tiere eingesetzt werden.
Faktencheck
- Anzahl Katzen: Rund 150 verwilderte Katzen leben auf dem Großmarktgelände.
- Rettungsstand: Bisher konnten 33 Katzen gerettet werden.
- Verbleibende Tiere: Etwa 120 Katzen warten noch auf Hilfe.
- Schließung des Großmarkts: Ende des Jahres.
Krise durch Infektionskrankheiten und Platzmangel
Die Ehrenamtlichen der Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ berichten von einer akuten Krise, die nicht nur emotional, sondern auch organisatorisch große Belastungen mit sich bringt. „Die letzten zwei Wochen haben uns tief erschüttert und schockiert“, heißt es in einem Statement des Teams. Die Situation verschärft sich durch eine weitere Entwicklung: Bei mehreren der bereits gesicherten Katzen wurden ansteckende Viruserkrankungen nachgewiesen. Dies erfordert, dass einige Tiere weiterhin in Quarantäne bleiben müssen, während andere noch auf Testergebnisse warten.
Die Gefahr, dass weitere Katzen betroffen sein könnten, ist hoch. Diese Umstände machen eine flexible Unterbringung mit Quarantänemöglichkeiten unerlässlich. Ohne geeignete Räumlichkeiten können die Tierschützer die Ausbreitung von Krankheiten nicht effektiv eindämmen und die Gesundheit der Tiere nicht gewährleisten.
„Diese Anforderungen sind dauerhaft leider nicht umsetzbar.“
Dringende Suche nach eigener Immobilie
Angesichts der neuen Herausforderungen fordert das Team der Initiative nun eine eigene Immobilie. Diese soll schnell verfügbar, unabhängig und mit den notwendigen Quarantänemöglichkeiten ausgestattet sein. Nur so könne flexibel und tierschutzgerecht auf die wachsende Zahl hilfsbedürftiger Tiere reagiert werden. „Wir benötigen dringend eine eigene, unabhängige Immobilie. Die Zeit drängt“, lautet der eindringliche Appell der Tierschützer.
Die Schließung des Großmarkts Ende des Jahres setzt die Initiative zusätzlich unter Druck. Den verbleibenden Katzen, die teilweise bereits krank und gebrechlich sind, droht dann weitere Verwahrlosung bis zum Tod. Eine schnelle Lösung für die Unterbringung ist daher von höchster Bedeutung. Die Tierschützer betonen, dass die Situation der Tiere auf dem Großmarkt kritisch ist und ein sofortiges Handeln erfordert.
Hintergrund der Initiative
Die Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ hat sich das Ziel gesetzt, die verwilderten Katzen vom Gelände des Kölner Großmarkts in Raderberg zu retten. Der Großmarkt wird Ende des Jahres geschlossen, was das Überleben der dort lebenden Katzenpopulation gefährdet. Die Ehrenamtlichen arbeiten daran, die Tiere einzufangen, tierärztlich zu versorgen und in sichere Heime oder Pflegestellen zu vermitteln. Das Projekt ist auf Spenden und ehrenamtliche Hilfe angewiesen.
Rechtliche Unterstützung und ungebrochener Wille
Trotz der Rückschläge bleiben die Ehrenamtlichen entschlossen. Erste Anträge an die Stadt Köln wurden bereits gestellt, um eine Lösung für das Immobilienproblem zu finden. Zudem unterstützt inzwischen eine Anwältin das Projekt rechtlich. Sie prüft weitere Schritte, um die Rettung der Katzen sicherzustellen. Die juristische Begleitung soll helfen, bürokratische Hürden zu überwinden und die Interessen der Tiere zu vertreten.
Der Wille der Tierschützer bleibt ungebrochen. Sie bekräftigen ihr Engagement: „Wir werden diese Katzen retten und ihnen eine sichere Zukunft ermöglichen.“ Dieses Versprechen motiviert das Team, trotz aller Schwierigkeiten weiter nach Lösungen zu suchen. Die Unterstützung durch Fachleute und die Öffentlichkeit ist dabei entscheidend.
33 Katzen bereits in Sicherheit
Ein Hoffnungsschimmer in der aktuellen Krise ist die Tatsache, dass bereits 33 Katzen vom Gelände des Großmarkts gerettet werden konnten. Darunter waren auch trächtige Tiere und Mütter mit ihren Kitten. Diese Katzen befinden sich nun in Sicherheit und werden versorgt. Dieser Erfolg zeigt, dass die Arbeit der Initiative Früchte trägt, auch wenn die aktuellen Herausforderungen enorm sind. Jede gerettete Katze ist ein Erfolg für die Tierschützer.
Die geretteten Tiere erhalten die notwendige medizinische Versorgung und werden auf ihre Vermittlung vorbereitet. Dieser Prozess ist zeit- und ressourcenintensiv. Er verdeutlicht den hohen Bedarf an Unterstützung für das Projekt. Die Initiative appelliert weiterhin an die Bevölkerung und die Behörden, sich an der Suche nach einer geeigneten Lösung zu beteiligen.
- Gabriela Biesek (Straßenkatzen Köln)
- Mania Leveringhaus
- Händler Bruno Spatola
- Cerstin Heinrichs (Katzenschutzbund Köln)
Diese Personen und ihre Mitstreiter setzen sich aktiv für die Umsiedlung der freilebenden Katzen ein.
Zukunft der Großmarktkatzen ungewiss
Die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Unterbringung der Katzen ist groß. Die Initiative benötigt nicht nur eine Immobilie, sondern auch finanzielle Mittel für den Betrieb, die tierärztliche Versorgung und die Futterkosten. Die bisherigen Spenden und das Preisgeld sind für die langfristige Sicherung aller Tiere nicht ausreichend. Die Tierschützer hoffen auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung und von der Stadt Köln, um das Projekt erfolgreich zum Abschluss zu bringen.
Die Situation der Großmarktkatzen ist ein Beispiel für die Herausforderungen im Tierschutz, insbesondere bei verwilderten Tierpopulationen in städtischen Gebieten. Das Engagement der Ehrenamtlichen ist dabei von zentraler Bedeutung, um das Leid der Tiere zu mindern und ihnen eine Perspektive zu geben. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um eine dauerhafte Lösung für die verbliebenen Katzen zu finden.




