Ein unbesetztes Stellwerk in Dormagen hat am vergangenen Wochenende zu erheblichen Störungen im regionalen Bahnverkehr rund um Köln geführt. Tausende Pendler und Reisende waren von Zugausfällen, Verspätungen und Umleitungen betroffen. Grund war ein kurzfristiger, krankheitsbedingter Personalausfall bei der Deutschen Bahn, der über Stunden nicht kompensiert werden konnte.
Die Probleme begannen bereits am Samstagmittag und zogen sich bis in den Sonntag hinein. Obwohl das Stellwerk am Sonntagvormittag wieder besetzt werden konnte, wurde eine erneute Störung für den späten Abend angekündigt, da die Schicht des Mitarbeiters ohne Ablösung endete.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein unbesetztes Stellwerk in Dormagen verursachte am Wochenende massive Zugausfälle.
- Betroffen waren die wichtigen Linien RE 6 (RRX), RE 7 und S 11.
- Ursache war ein kurzfristiger krankheitsbedingter Personalausfall.
- Weitere Störungen wurden für Sonntagabend ab 22:00 Uhr erwartet.
Wiederholte Ausfälle am Wochenende
Die ersten Meldungen über eine Störung im Bahnverkehr erreichten die Fahrgäste am Samstagmittag, dem 14. Februar 2026. Schnell wurde klar, dass die Region Dormagen für Züge zeitweise nicht mehr passierbar war. Dies führte zu einem Dominoeffekt, der den Fahrplan auf mehreren wichtigen Verbindungen durcheinanderbrachte.
Erst gegen 20:40 Uhr am Samstagabend meldete das offizielle Portal „zuginfo.nrw“ eine vorläufige Entwarnung. Die Erleichterung für die Reisenden war jedoch nur von kurzer Dauer. In der Nacht zum Sonntag trat das Problem erneut auf, da die verantwortliche Position im Stellwerk wieder unbesetzt war.
Die Folge waren auch am Sonntagmorgen zahlreiche Verspätungen und Ausfälle. Erst um 11:14 Uhr konnte die Deutsche Bahn mitteilen, dass das Stellwerk in Dormagen wieder personell besetzt und der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden konnte.
Die Bedeutung eines Stellwerks
Ein Stellwerk ist eine entscheidende Schaltzentrale im Schienenverkehr. Von hier aus werden Weichen und Signale für einen bestimmten Streckenabschnitt gesteuert. Ist ein Stellwerk nicht besetzt, können Züge aus Sicherheitsgründen diesen Bereich nicht befahren. Dies führt zwangsläufig zur Sperrung der Strecke und hat weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Zugverkehr in der Region.
Diese Linien waren betroffen
Die Störung wirkte sich direkt auf drei wesentliche Linien des Regional- und S-Bahn-Verkehrs in der Metropolregion Rhein-Ruhr aus. Für die Fahrgäste bedeutete dies erhebliche Einschränkungen und die Notwendigkeit, auf alternative Routen oder Verkehrsmittel auszuweichen.
- RE 6 (RRX): Die Züge dieser Linie wurden zwischen dem Düsseldorfer Hauptbahnhof und dem Flughafen Köln/Bonn umgeleitet. Alle Zwischenhalte auf diesem Abschnitt entfielen, was für Pendler aus Städten wie Dormagen oder Neuss einen kompletten Ausfall der Verbindung bedeutete.
- RE 7: Diese Linie war besonders stark beeinträchtigt. Der Betrieb wurde auf den Abschnitt zwischen Neuss Hauptbahnhof und Krefeld Hauptbahnhof verkürzt. Der südliche Teil der Strecke in Richtung Köln war somit nicht befahrbar.
- S 11: Auch die S-Bahn war betroffen. Züge aus Richtung Düsseldorf endeten vorzeitig in Neuss. Aus der Gegenrichtung, von Bergisch Gladbach kommend, war bereits in Köln-Nippes Endstation.
Um die Auswirkungen für die Passagiere abzumildern, richtete die Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Neuss Hauptbahnhof und Köln-Nippes ein. Solche Ersatzverkehre führen jedoch in der Regel zu deutlich längeren Fahrzeiten.
Ursache: Kurzfristiger Personalausfall
Als Grund für die massiven Störungen nannte die Deutsche Bahn einen kurzfristigen, krankheitsbedingten Personalausfall. Ein Mitarbeiter des Stellwerks in Dormagen hatte sich krankgemeldet, und es gelang dem Unternehmen über viele Stunden nicht, einen Ersatz zu organisieren.
Die Situation wirft Fragen zur Personalplanung und zur Verfügbarkeit von Reservepersonal für kritische Infrastrukturpositionen auf. Besonders in einem so dicht befahrenen Netz wie dem rund um Köln kann der Ausfall einer einzigen Person an einer Schlüsselstelle den Verkehr großflächig zum Erliegen bringen.
Personalmangel als strukturelles Problem
Der Vorfall in Dormagen ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Zugausfällen aufgrund von Personalengpässen in Stellwerken oder bei Lokführern. Gewerkschaften und Fahrgastverbände weisen seit Langem auf einen Fachkräftemangel und eine zu knappe Personaldecke bei der Deutschen Bahn hin.
Ausblick: Weitere Störungen erwartet
Auch nach der vorübergehenden Entspannung am Sonntagmittag blieb die Lage angespannt. Die Deutsche Bahn musste bereits am Vormittag eine Warnung für den späten Abend herausgeben. Der Mitarbeiter, der die Schicht im Stellwerk übernommen hatte, sollte seinen Dienst um 22:00 Uhr beenden – ohne dass eine Ablösung vorgesehen war.
Das Portal „zuginfo.nrw“ informierte die Fahrgäste entsprechend frühzeitig über die drohenden Konsequenzen.
„Am 15.02.2026 ab ca. 22:00 Uhr kommt es erneut zu Einschränkungen auf den Linien RE 7, RE 6 (RRX) und S 11.“
Für Pendler, die am späten Sonntagabend oder am frühen Montagmorgen auf diese Verbindungen angewiesen sind, bedeutet dies eine Fortsetzung der Unsicherheit. Die wiederkehrende Störung unterstreicht die Fragilität des Systems bei unerwarteten Personalausfällen und stellt die Zuverlässigkeit des Schienenpersonennahverkehrs in der Region auf eine harte Probe.




