Ein neuer Blitzer an der Bundesstraße 55a in Köln-Höhenberg hat seit seiner Inbetriebnahme im August 2025 eine alarmierende Zahl an Geschwindigkeitsüberschreitungen aufgedeckt. In weniger als sechs Monaten wurden mehr als 30.000 Verstöße registriert, darunter ein Autofahrer, der mit 197 km/h durch die 80er-Zone raste.
Die Messanlage wurde an einem bekannten Unfallschwerpunkt installiert und nutzt eine innovative Technologie ohne externe Stromversorgung. Während die Zahlen anfangs extrem hoch waren, zeigen die Daten inzwischen eine rückläufige Tendenz.
Das Wichtigste in Kürze
- Über 30.000 Geschwindigkeitsverstöße seit Mitte August 2025 erfasst.
- Ein Fahrer wurde mit 197 km/h bei erlaubten 80 km/h gemessen.
- Die Anlage steht an einem Unfallschwerpunkt auf der B55a in Höhenberg.
- Die Zahl der täglichen Verstöße ist seit der Installation deutlich gesunken.
Extremfall schockiert: Mit fast 200 km/h durch die Baustelle
Der bisher gravierendste Fall, den die neue Anlage aufzeichnete, ereignete sich in der Nacht. Ein Autofahrer wurde mit einer Geschwindigkeit von 197 Kilometern pro Stunde gemessen. Erlaubt sind an diesem Abschnitt der B55a in Fahrtrichtung stadtauswärts lediglich 80 km/h.
Die Überschreitung von 117 km/h hat für den Fahrer empfindliche Konsequenzen. Ein Sprecher der Stadt bestätigte die Details des Verstoßes.
Den Fahrer erwarten ein Bußgeld in Höhe von 700 Euro, 3 Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.
Dieser Vorfall ist der traurige Höhepunkt einer langen Liste von Verstößen, die an dieser Stelle dokumentiert wurden. Er verdeutlicht die Notwendigkeit der Überwachung an diesem kritischen Verkehrspunkt.
Eine Bilanz in Zahlen: Mehr als 30.000 Verstöße
Seit der Inbetriebnahme der Geschwindigkeitsmessanlage am 15. August 2025 bis Ende Januar des Folgejahres wurden exakt 30.779 Tempoverstöße registriert. Die Zahlen zeigen, wie stark frequentiert und gleichzeitig gefährlich dieser Streckenabschnitt ist.
Entwicklung der Verstöße
Die tägliche Anzahl der geblitzten Fahrzeuge hat sich seit der Installation deutlich verringert, was auf einen Lerneffekt bei den Autofahrern hindeutet.
- August 2025: Ø 278 Verstöße pro Tag
- September 2025: Ø 267 Verstöße pro Tag
- Oktober 2025: Ø 203 Verstöße pro Tag
- November 2025: Ø 143 Verstöße pro Tag
- Dezember 2025: Ø 144 Verstöße pro Tag
- Januar 2026: Ø 113 Verstöße pro Tag
Besonders in den ersten Wochen war die Zahl der erfassten Verstöße enorm hoch. Allein im September wurden 8.020 Temposünder erwischt. Im Januar lag die Gesamtzahl bei 3.499, was einem deutlichen Rückgang entspricht. Obwohl die Zahlen sinken, bleibt die absolute Menge an Verstößen weiterhin auf einem hohen Niveau.
Innovative Technik an einem Unfallschwerpunkt
Der Standort für den neuen Blitzer wurde nicht zufällig gewählt. Die Stelle auf der B55a in Höhenberg, direkt hinter dem Kalker Tunnel in Richtung Kreuz Köln-Ost, ist als Unfallschwerpunkt bekannt. Die stationäre Überwachung soll hier die Verkehrssicherheit nachhaltig erhöhen.
Autarke Stromversorgung durch Brennstoffzelle
Bei der Anlage handelt es sich um ein hochmodernes Modell, das erst kürzlich von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt zugelassen wurde. Eine Besonderheit ist die Energieversorgung: Der Blitzer benötigt keinen Anschluss an das Stromnetz.
Stattdessen wird er mit einer Brennstoffzelle betrieben. Diese Technologie ermöglicht einen flexibleren und autarkeren Einsatz an kritischen Verkehrspunkten, an denen eine herkömmliche Stromversorgung nur schwer zu realisieren wäre.
Weitere moderne Blitzer in Köln
Die Stadt Köln setzt vermehrt auf diesen neuen Anlagentyp. Weitere Geräte wurden bereits an strategisch wichtigen Punkten installiert:
- Dezember 2025: An der A4 am Eifeltor
- Februar 2026: An der Zoobrücke
Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie, um die Sicherheit auf den Kölner Straßen zu verbessern und Geschwindigkeitsüberschreitungen gezielt zu ahnden.
Sichtbarer Effekt oder weiterhin Gefahr?
Die sinkenden Zahlen der täglichen Verstöße an der B55a lassen hoffen. Sie deuten darauf hin, dass die permanente Überwachung ihre präventive Wirkung entfaltet und viele Autofahrer dazu bewegt, sich an das Tempolimit von 80 km/h zu halten. Dennoch zeigen die immer noch über 100 Verstöße pro Tag im Januar, dass die Gefahr nicht gebannt ist.
Die Kombination aus einem bekannten Unfallschwerpunkt und extremen Geschwindigkeitsüberschreitungen wie dem Fall mit 197 km/h unterstreicht die Wichtigkeit der Maßnahme. Es bleibt abzuwarten, ob sich der positive Trend fortsetzt und die Unfallzahlen an diesem Abschnitt langfristig sinken werden.




