Ab dem 14. Dezember tritt der neue Jahresfahrplan der Deutschen Bahn in Kraft. Für Reisende aus Köln und Nordrhein-Westfalen bringt er sowohl Verbesserungen im Fernverkehr als auch erhebliche Einschränkungen durch geplante Großbaustellen. Während neue Direktverbindungen und modernere Züge mehr Komfort versprechen, müssen sich Pendler auf monatelange Sperrungen und Umleitungen einstellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Mehr Direktverbindungen: Zusätzliche Züge am Abend nach Brüssel und Frankfurt sowie neue Direktverbindungen in die Alpen und nach Belgien ab Sommer.
- Neuer ICE L: Der erste barrierefreie ICE wird zwischen Köln und Berlin eingesetzt, bietet stufenlosen Einstieg.
- Großbaustellen: Mehrere monatelange Streckensperrungen ab 2026, unter anderem auf den wichtigen Routen Köln-Hagen und Duisburg-Essen.
- Personalmangel behoben: Im Regionalverkehr soll es keine Zugausfälle mehr wegen fehlender Lokführer geben.
Mehr Komfort und neue Ziele ab Köln
Der Fahrplanwechsel stärkt vor allem die Verbindungen zwischen den großen Metropolen. Reisende aus NRW profitieren von zusätzlichen Direktzügen. So wird es künftig jeden Abend eine weitere Verbindung nach Brüssel und Frankfurt geben. Ab dem Sommer 2025 plant die Bahn zudem, den Brüsseler Flughafen und die Hafenstadt Antwerpen direkt per ICE von Deutschland aus anzubinden.
Auch für Urlauber, die es in die Berge zieht, wird das Reisen einfacher. Einige ICE-Verbindungen, die bisher in Basel endeten, fahren künftig weiter in die Schweiz. Ziele wie Bern, Zürich, Chur und Brig sind dann ohne Umstieg erreichbar. Lücken im Fahrplan nach Hamburg und in den Süden Deutschlands sollen ebenfalls geschlossen werden.
Premiere für den barrierefreien ICE L
Eine besondere Neuerung ist der Einsatz des ICE L auf der Strecke zwischen Köln und Berlin. Dieser Zugtyp ermöglicht erstmals einen komplett stufenlosen Einstieg, was eine erhebliche Erleichterung für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Reisende mit viel Gepäck darstellt. Zum Start am 14. Dezember wird zunächst ein Zugpaar eingesetzt: Ankunft in Köln ist um 12:09 Uhr, die Rückfahrt nach Berlin startet um 15:36 Uhr.
Der neue ICE L im Detail
Obwohl der Zug als ICE vermarktet wird, erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und nicht die üblichen 300 km/h. Ab Sommer 2025 soll der ICE L auch für Fahrten aus NRW nach Oberstdorf und an die Nordsee nach Sylt zum Einsatz kommen.
Während die Verbindungen zwischen Ballungsräumen ausgebaut werden, gibt es an anderer Stelle Kürzungen. In Ostwestfalen werden beispielsweise die späten ICE-Züge aus Berlin und Hannover nicht mehr in Minden, Herford und Gütersloh halten. Laut Bahnangaben verkürzt dies die Fahrzeit nach Düsseldorf um 25 Minuten.
Jahrelange Bauarbeiten belasten das Schienennetz
Die größte Herausforderung für Reisende werden in den kommenden Jahren die zahlreichen Großbaustellen sein. Die Deutsche Bahn hat eine Generalsanierung des Netzes angekündigt, die zu massiven und langanhaltenden Störungen führen wird. Ziel ist es, das System langfristig pünktlicher und zuverlässiger zu machen, doch der Weg dorthin erfordert Geduld.
Schon bald beginnen die ersten Arbeiten. Die wichtige Verbindung zwischen Duisburg und Essen wird ab dem 9. Januar für insgesamt sieben Wochen gesperrt. Grund sind Bauarbeiten am Autobahnkreuz Kaiserberg, das über acht Bahngleise führt.
Geplante Großsperrungen im Überblick
- Duisburg – Essen: Sieben Wochen Sperrung ab 9. Januar.
- Köln – Wuppertal – Hagen: Fünf Monate Sperrung vom 6. Februar bis 10. Juli 2026.
- Kölner Hauptbahnhof: Voraussichtliche Sperrung im Frühjahr 2026 für ein neues Stellwerk.
- Troisdorf – Wiesbaden (Rechtsrheinische Strecke): Sperrung von Juli bis Dezember 2026.
- Hannover – Berlin: Sperrung ab 2. Oktober 2026 mit Auswirkungen auf NRW.
Massive Auswirkungen auf Pendler und Fernreisende
Besonders hart trifft es die Strecke von Köln über Wuppertal nach Hagen, die ab dem 6. Februar 2026 für gut fünf Monate komplett gesperrt wird. Fernverkehrszüge müssen großräumig umgeleitet werden oder fallen aus. Für Pendler wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Diese Maßnahme ist Teil der bundesweiten Generalsanierung des Schienennetzes.
Auch der Kölner Hauptbahnhof selbst wird voraussichtlich im Frühjahr 2026 erneut für den Fern- und Regionalverkehr gesperrt, um ein neues elektronisches Stellwerk in Betrieb zu nehmen. Weitere umfangreiche Arbeiten stehen ab Juli 2026 auf der rechtsrheinischen Strecke von Troisdorf über Bonn und Koblenz bis nach Wiesbaden an, was bis Dezember 2026 zu Umleitungen führen wird.
Gute Nachrichten für den Regionalverkehr
Trotz der düsteren Aussichten durch die Baustellen gibt es auch positive Entwicklungen. Die Deutsche Bahn hat bekannt gegeben, dass die jahrelangen Probleme durch Lokführermangel in Nordrhein-Westfalen ein Ende haben sollen. Im vergangenen Jahr fielen noch 5,4 Prozent aller Züge im Regionalverkehr kurzfristig aus, oft wegen fehlendem Personal.
Die Personalsituation habe sich nun so weit stabilisiert, dass wieder überall der reguläre Fahrplan ohne Ausdünnungen gelten kann. Dies ist eine wichtige Nachricht für Tausende von Pendlern in der Region.
Eine weitere positive Meldung betrifft die S-Bahn-Linie S6. Nach fast zwei Jahren Zwangspause aufgrund eines Hangrutsches zwischen Essen und Düsseldorf wird der Betrieb mit dem Fahrplanwechsel wieder vollständig aufgenommen. Die Strecke ist eine wichtige Verbindung für Pendler zwischen dem Ruhrgebiet und der Landeshauptstadt.




