Die Fernsehübertragungen der Kölner Karnevalshöhepunkte haben in diesem Jahr bei vielen Zuschauern für großen Ärger gesorgt. Sowohl der Zusammenschnitt der „Mädchensitzung“ im ZDF als auch die Berichterstattung des WDR von der Weiberfastnachts-Eröffnung stießen in den sozialen Netzwerken auf massive Kritik. Gekürzte Auftritte und ständige Schalten zwischen den Städten trübten für viele das jecke Vergnügen vor dem Bildschirm.
Besonders die Ausstrahlung der traditionellen „Kölle Alaaf – Die Mädchensitzung“ im ZDF am Mittwochabend (11. Februar 2026) wurde zum Zentrum der Kritik. Ein drastischer Einbruch der Einschaltquoten um mehr als eine Million Zuschauer im Vergleich zum Vorjahr unterstreicht die Unzufriedenheit des Publikums.
Das Wichtigste in Kürze
- Die ZDF-Übertragung der „Mädchensitzung“ wurde von über sechs Stunden auf 90 Minuten gekürzt, was zu heftiger Kritik führte.
- Wichtige Programmpunkte wie der Auftritt des Kölner Dreigestirns und der StattGarde Colonia Ahoj fielen komplett aus der Sendung.
- Die Einschaltquoten für die ZDF-Sitzung sanken von 3,59 Millionen im Vorjahr auf 2,47 Millionen Zuschauer.
- Auch die WDR-Berichterstattung an Weiberfastnacht wurde kritisiert, da ständig zwischen Köln, Düsseldorf und Bonn gewechselt wurde.
ZDF-Mädchensitzung: Ein Schatten ihrer selbst
Die Aufzeichnung der „Mädchensitzung“ am 14. Januar im Theater am Tanzbrunnen war ein voller Erfolg und begeisterte die 600 anwesenden Jecken. Die TV-Ausstrahlung stand jedoch von Anfang an unter keinem guten Stern. Wegen der Übertragung der Olympischen Spiele an Weiberfastnacht verlegte das ZDF die Sendung auf den Mittwochabend – ein ungewöhnlicher Sendetermin.
Was die Zuschauer dann zu sehen bekamen, war ein 90-minütiger Zusammenschnitt eines über sechsstündigen Programms. Diese radikale Kürzung führte zu einem Sturm der Entrüstung im Internet. Unter den Ankündigungen des Senders in den sozialen Medien sammelten sich fast ausschließlich negative Kommentare.
Wichtige Traditionen einfach herausgeschnitten
Viele Karnevalisten zeigten sich entsetzt darüber, dass zentrale Bestandteile der Sitzung fehlten. So wurden die Auftritte des Kölner Dreigestirns, des beliebten Duos Willi und Ernst sowie der renommierten StattGarde Colonia Ahoj vollständig aus der Sendung entfernt. Auch die musikalischen Beiträge bekannter Bands wurden auf jeweils nur einen einzigen Song reduziert.
„Grauenvoll“, „Einfach nur traurig“ und „Es war zum Fremdschämen“ lauteten nur einige der zahlreichen Kommentare enttäuschter Zuschauer. Die Kritik richtete sich nicht nur gegen die Kürzungen, sondern auch gegen die Moderation von Sitzungspräsidentin Tanja Wolters, der vorgeworfen wurde, nicht durchgehend im Kölner Dialekt moderiert zu haben.
Hintergrund der Entscheidung
Das Festkomitee Kölner Karneval zeigte sich über die massive Kritik informiert. Da der Sender jedoch einen erheblichen Betrag für die Übertragungsrechte zahlt, verzichtete das Komitee auf eine öffentliche Kritik an der redaktionellen Gestaltung der Sendung durch das ZDF.
Quittung in Form von schlechten Quoten
Die Unzufriedenheit des Publikums spiegelte sich deutlich in den Einschaltquoten wider. Während im Vorjahr noch 3,59 Millionen Menschen die Mädchensitzung im Fernsehen verfolgten, waren es in diesem Jahr nur noch 2,47 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang von über 30 Prozent und einem Marktanteil von nur noch 10,4 Prozent.
Zuschauerzahlen im Vergleich
- 2025: 3,59 Millionen Zuschauer
- 2026: 2,47 Millionen Zuschauer
- Rückgang: -1,12 Millionen Zuschauer
Auch die Tatsache, dass das ZDF eine längere, zweieinhalbstündige Fassung in seiner Mediathek zur Verfügung stellte, konnte die Gemüter kaum beruhigen. Der Unmut über die primäre Fernsehausstrahlung überwog bei weitem.
WDR-Bericht von Weiberfastnacht ebenfalls kritisiert
Doch nicht nur das ZDF stand in der Kritik. Auch der Westdeutsche Rundfunk (WDR) sorgte mit seiner Übertragung zum Start des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht für Frust. Viele Zuschauer, die gezielt die Feierlichkeiten aus Köln sehen wollten, beschwerten sich über das ständige Hin- und Herschalten zwischen den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Bonn.
Besonders ärgerlich empfanden viele den Moment des Countdowns um 11:11 Uhr auf dem Alter Markt in Köln. Unmittelbar danach schaltete der Sender nach Düsseldorf, um den Sturm auf das dortige Rathaus zu zeigen, anstatt die ausgelassene Stimmung in der Kölner Altstadt weiter einzufangen.
„Was ist das für eine Verarsche? Ich schalte WDR Köln ein und bekomme langweilige Bilder aus Düsseldorf“, schrieb ein verärgerter Nutzer im Netz und sprach damit vielen aus der Seele.
Der WDR verteidigte seine Programmgestaltung mit dem Hinweis, dass für jede Stadt separate und ungekürzte Livestreams im Internet angeboten wurden. Für viele Fernsehzuschauer war dies jedoch nur ein schwacher Trost, da sie sich eine fokussiertere Berichterstattung aus ihrer jeweiligen Stadt im Hauptprogramm gewünscht hätten.



