Kölns größtes Kino, der Cinedom im Mediapark, hat die geplante Dokumentation „Melania“ kurzfristig aus dem Programm genommen. Der Film über die ehemalige First Lady der USA, Melania Trump, wird nach einer Entscheidung der Kinoleitung aufgrund mangelnder Nachfrage und der kritischen weltweiten Reaktionen nicht gezeigt. Die wenigen bereits verkauften Tickets werden erstattet.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Cinedom in Köln hat den Film „Melania“ am Tag des geplanten Starts, dem 30. Januar, abgesetzt.
- Als Gründe nannte das Kino eine sehr geringe Ticketnachfrage im Vorverkauf.
- Die Kinoleitung verwies zudem auf die weltweite kritische Aufnahme des Films.
- International erhält die Dokumentation extrem schlechte Bewertungen auf Plattformen wie IMDb und Rotten Tomatoes.
Spontane Programmänderung im Cinedom
Kinobesucher in Köln, die sich auf die Dokumentation „Melania“ gefreut hatten, standen am 30. Januar vor einer unerwarteten Programmänderung. Der Film, der einen Einblick in das Leben von Melania Trump während der US-Präsidentschaftswahlen 2024 bieten sollte, wurde vom Cinedom, dem größten Kinokomplex der Stadt, kurzfristig gestrichen. Ursprünglich war der Start für diesen Tag geplant, doch auf der Webseite des Kinos findet sich nur noch der Hinweis „Film nicht mehr vorhanden“.
Ein Sprecher des Kinos bestätigte die Entscheidung und nannte zwei Hauptgründe für diesen Schritt. Zum einen sei das Interesse des Kölner Publikums äußerst gering gewesen. Nur eine Handvoll Tickets wurde im Vorverkauf abgesetzt, was auf ein leeres Kino hingedeutet hätte.
Reaktion auf weltweites Echo
Zum anderen erklärte die Kinoleitung, man beobachte die Geschehnisse in den USA „aufmerksam“. Die Entscheidung, den Film aus dem Programm zu nehmen, sei auch eine Reaktion auf die weltweit überwiegend negative Resonanz. In Anbetracht dieser beiden Faktoren – geringe Nachfrage und kritische Rezeption – entschied sich der Cinedom gegen eine Vorführung.
Die wenigen Kunden, die bereits ein Ticket erworben hatten, müssen sich keine Sorgen machen. Der Cinedom hat angekündigt, dass alle verkauften Karten automatisch storniert und die Kosten vollständig zurückerstattet werden.
Ein Film unter besonderer Beobachtung
Die Dokumentation „Melania“ ist nicht unumstritten. Sie wurde von Melania Trump selbst mitproduziert, was bei Kritikern Fragen zur Objektivität und zur Darstellung der Ereignisse aufwirft. Der Film begleitet die ehemalige First Lady über einen Zeitraum von 20 Tagen während des Wahlkampfes 2024 und verspricht persönliche Einblicke. Kritiker bemängeln jedoch eine zu einseitige und beschönigende Perspektive.
Ein Flop an den Kinokassen und bei Kritikern
Die Entscheidung des Kölner Kinos spiegelt einen breiteren Trend wider. Weltweit stößt die Dokumentation auf wenig Gegenliebe, sowohl beim Publikum als auch bei professionellen Filmkritikern. Die Bewertungen auf wichtigen Online-Plattformen zeichnen ein düsteres Bild vom Erfolg des Films.
Deutliche Zahlen: Die Bewertungen im Detail
Auf der bekannten Filmkritik-Sammelseite Rotten Tomatoes erhielt „Melania“ eine Zustimmung von lediglich 11 Prozent durch das Publikum. Noch drastischer fällt das Urteil bei der Internet Movie Database (IMDb) aus: Hier erreicht der Film eine durchschnittliche Bewertung von nur 1,1 von 10 möglichen Sternen, eine der niedrigsten Bewertungen für einen Film mit breitem Kinostart.
Diese Zahlen deuten darauf hin, dass der Film nicht nur in Köln, sondern international Schwierigkeiten hat, ein Publikum zu finden. Die Kombination aus politischer Kontroverse, der Beteiligung der Protagonistin an der Produktion und den schlechten Kritiken scheint für viele Kinogänger abschreckend zu wirken.
Kinos in der Zwickmühle
Die Absetzung eines Films aus kommerziellen oder inhaltlichen Gründen ist für Kinos immer eine heikle Angelegenheit. Einerseits sind sie Wirtschaftsunternehmen, die auf zahlende Kunden angewiesen sind. Filme mit geringer Nachfrage blockieren Säle, die für erfolgreichere Produktionen genutzt werden könnten. Andererseits spielen Kinos auch eine kulturelle Rolle und stehen vor der Frage, welchen Inhalten sie eine Plattform bieten wollen.
Der Fall „Melania“ in Köln zeigt, wie diese beiden Aspekte zusammenspielen können. Die wirtschaftliche Entscheidung, einen Film mit schlechten Vorverkaufszahlen abzusetzen, wird hier durch die inhaltliche Distanzierung aufgrund der kritischen globalen Reaktionen untermauert. Es ist ein Beispiel dafür, wie lokale Kinos auf internationale Diskurse und die Stimmung ihres Publikums reagieren.
Keine Vorführungen in anderen Kölner Kinos
Nicht nur der Cinedom verzichtet auf die Dokumentation. Auch in den Programmen der anderen Kölner Kinos ist „Melania“ derzeit nicht zu finden. Ob dies ebenfalls auf eine bewusste Entscheidung gegen den Film oder schlicht auf mangelndes Interesse der Verleiher und Betreiber zurückzuführen ist, bleibt offen. Für Kölner Filmfans bedeutet dies jedoch, dass sie die umstrittene Dokumentation vorerst nicht auf der großen Leinwand sehen können.



