Die MD-LP Gastronomie GmbH, das Unternehmen hinter der von Fußball-Weltmeister Lukas Podolski mitgegründeten Döner-Kette „Mangal“, befindet sich in einem Rechtsstreit mit der Stadt Köln. Kern der Auseinandersetzung sind Vorwürfe bezüglich hygienischer Zustände in einer inzwischen geschlossenen Filiale in Köln-Kalk, die das Unternehmen entschieden zurückweist.
Das Verfahren ist derzeit vor dem Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen anhängig. Es geht um die Veröffentlichung von Ergebnissen einer Lebensmittelkontrolle, die schwere Mängel dokumentiert haben soll.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Betreibergesellschaft von Mangal Döner führt einen Rechtsstreit gegen die Stadt Köln.
- Gegenstand ist die Veröffentlichung eines Berichts über angebliche Hygienemängel in einer Filiale in Kalk.
- Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet die Darstellungen als falsch.
- Die betroffene Filiale auf der Kalker Hauptstraße ist seit dem 1. November 2025 geschlossen.
Gerichtliches Verfahren um Verbraucherinformationen
Eine Sprecherin der Stadt Köln bestätigte auf Anfrage, dass ein juristisches Verfahren gegen die MD-LP Gastronomie GmbH läuft. Der Streit dreht sich um die Veröffentlichung von Informationen auf dem Landesportal „Lebensmitteltransparenz.nrw“.
Die Informationen wurden nach Einleitung des Verfahrens vorläufig von der Webseite entfernt. „Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens sieht die Stadt Köln in Abstimmung mit dem Gericht von einer Veröffentlichung ab“, erklärte die Sprecherin. Der Fall liegt nun in der zweiten Instanz beim Oberverwaltungsgericht in Münster zur Entscheidung.
Schwere Vorwürfe aus einem Kontrollbericht
Ausgangspunkt des Streits ist mutmaßlich eine Lebensmittelkontrolle, die am 2. Juli 2025 in der Mangal-Filiale auf der Kalker Hauptstraße stattgefunden haben soll. Die Ergebnisse dieser Kontrolle wurden am 1. Dezember 2025 auf dem genannten Portal veröffentlicht.
In dem mittlerweile nicht mehr öffentlichen Bericht war laut ursprünglicher Veröffentlichung von einem „hygienisch desolaten Zustand“ die Rede. Die Behörden sollen aufgrund der festgestellten Mängel die sofortige Schließung des Betriebs angeordnet haben. Diese Darstellung ist nun Gegenstand der gerichtlichen Auseinandersetzung.
Hintergrund: Lebensmitteltransparenz in NRW
Das Portal „Lebensmitteltransparenz.nrw“ wird vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) betrieben. Es dient dazu, Verbraucher über Ergebnisse von amtlichen Lebensmittelkontrollen zu informieren, insbesondere wenn erhebliche oder wiederholte Verstöße gegen Hygienevorschriften oder andere lebensmittelrechtliche Bestimmungen festgestellt werden. Unternehmen haben die Möglichkeit, gegen eine Veröffentlichung rechtlich vorzugehen.
Unternehmen weist Anschuldigungen entschieden zurück
Die MD-LP Gastronomie GmbH wehrt sich vehement gegen die im Bericht erhobenen Vorwürfe. Eine Sprecherin des Unternehmens teilte auf Anfrage mit:
„Wir weisen die im Bericht geschilderten Zustände ausdrücklich zurück und distanzieren uns von den dort erhobenen Darstellungen. Diese Position haben wir auch gerichtlich klar und fristgerecht dargelegt.“
Man nehme die Bereiche Hygiene und Lebensmittelsicherheit sehr ernst. Das Unternehmen betonte, dass alle Standards den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und zusätzlich von einem unabhängigen Auditunternehmen für Lebensmittelsicherheit und Hygiene regelmäßig kontrolliert werden.
Weiterhin erklärte die Sprecherin, dass man eng mit den zuständigen Behörden zusammenarbeite und sich in einem „kontinuierlichen Qualitäts- und Hygienedialog“ mit allen Filialen befinde. Hinweise und Beschwerden, auch aus Online-Bewertungen, würden geprüft und ernst genommen.
Die Marke Mangal Döner
- Gründung: Der erste Laden wurde 2018 von Lukas Podolski am Chlodwigplatz in Köln eröffnet.
- Expansion: Seitdem sind zahlreiche weitere Franchise-Filialen in Köln und darüber hinaus entstanden.
- Konzept: Die Marke wirbt mit hoher Qualität und dem bekannten Namen des Fußball-Weltmeisters.
Filiale in Kalk geschlossen – Fokus auf neue Standorte
Die betroffene Filiale auf der Kalker Hauptstraße ist bereits seit dem 1. November 2025 dauerhaft geschlossen. Laut der Unternehmenssprecherin steht diese Schließung jedoch nicht im direkten Zusammenhang mit den Vorwürfen, sondern ist Teil einer strategischen Neuausrichtung.
Die aktuelle Wachstumsstrategie sei darauf ausgerichtet, sich auf größere Filialen unter dem Markennamen „Mangal Döner X Lukas Podolski 10“ zu konzentrieren. Kleinere Standorte wie jener in Kalk passen offenbar nicht mehr in dieses neue Konzept.
Der Rechtsstreit wirft dennoch einen Schatten auf die erfolgreiche Expansionsgeschichte der beliebten Döner-Kette. Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts wird nun mit Spannung erwartet. Es wird klären, ob die von der Stadt Köln veröffentlichten Informationen rechtmäßig waren oder ob die Darstellung des Unternehmens Bestand hat.




