Eine Rentnerin aus Köln erlebte in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ eine emotionale Achterbahnfahrt. Sie kam mit einem alten Armband und einer bescheidenen Preisvorstellung von 250 Euro. Doch die Schätzung der Expertin übertraf alle Erwartungen um ein Vielfaches und rührte die Verkäuferin zu Tränen.
Ingrid Maddaus aus Köln besuchte die Sendung in Begleitung ihrer Freundin Romy Braun aus Hürth, mit der sie seit 68 Jahren eine enge Freundschaft verbindet. Das Schmuckstück, ein Bettelarmband aus Gold, war ein Geschenk ihres damaligen Ehemannes zur Hochzeit in den 1960er-Jahren. Obwohl sie längst geschieden ist und in einer neuen Partnerschaft lebt, hing sie emotional an dem Armband.
Die wichtigsten Fakten
- Eine Rentnerin aus Köln wollte ein altes Bettelarmband verkaufen.
- Ihr Wunschpreis lag bei bescheidenen 250 Euro.
- Die Expertise ergab einen reinen Goldwert von 3.300 Euro und einen Schätzwert von bis zu 3.600 Euro.
- Das Armband wurde schließlich für 3.500 Euro verkauft – das 14-fache der ursprünglichen Erwartung.
Ein Schmuckstück mit persönlicher Geschichte
Das Bettelarmband, das Ingrid Maddaus ins Studio mitbrachte, war mehr als nur ein Accessoire. „Es war ein Hochzeitsgeschenk meines damaligen Mannes“, erklärte die ehemalige Chefsekretärin Moderator Horst Lichter. Die Hochzeit fand in den 1960er-Jahren statt. Über die Jahre kamen immer wieder neue Anhänger hinzu, die das Armband zu einem individuellen Erinnerungsstück machten.
Insgesamt zierten neun verschiedene Anhänger das Armband. Darunter befanden sich liebevoll gestaltete Miniaturen wie ein Kugelfisch mit Augen aus Karneolen, ein Oldtimer-Auto, der Kopf der Nofretete und ein emailliertes rotes Herz in einem kleinen Käfig. „Ich habe es nicht oft getragen, weil es bei der Arbeit am Schreibtisch immer gestört hat“, so Maddaus. Dennoch hing ihr Herz an dem Stück.
Was ist ein Bettelarmband?
Ein Bettelarmband ist ein Armband, an dem kleine Anhänger, sogenannte Charms, gesammelt werden. Jeder Anhänger kann eine persönliche Bedeutung haben und an ein bestimmtes Ereignis, eine Reise oder eine Person erinnern. Diese Schmuckstücke waren besonders in der Mitte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt.
Die Expertise sprengt alle Vorstellungen
Als es zur Bewertung durch die Schmuckexpertin Heide Rezepa-Zabel kam, zeigte sich Ingrid Maddaus zurückhaltend. Auf die Frage nach ihrem Wunschpreis antwortete sie zögerlich: „Ich möchte es gut aufgehoben wissen.“ Sie nannte eine Summe von etwa 250 Euro. Eine Einschätzung, die sich nur wenige Augenblicke später als dramatische Untertreibung herausstellen sollte.
Heide Rezepa-Zabel untersuchte das Armband und die Anhänger genau. Sie bestätigte, dass das Stück aus den 1960er-Jahren stammt und sich in einem „sehr guten Zustand“ befindet. Das Armband selbst besteht aus 585er-Gold, während einige der detailreichen Anhänger sogar aus 750er-Gold gefertigt sind.
Wert im Detail
- Armband: 585er-Gold
- Anhänger: Teilweise 750er-Gold
- Gewicht (750er-Gold): 10 Gramm
- Reiner Goldwert: ca. 3.300 Euro
- Gesamtschätzung: 3.500 bis 3.600 Euro
Die Expertin begann ihre Berechnung: „Für 750er-Gold liegen zehn Gramm vor, der Rest in 585-Gold. Und da wären wir allein bei einem Goldpreis bei 3300 Euro.“ Diese Zahl traf Ingrid Maddaus völlig unvorbereitet.
Tränen der Rührung im Studio
Für einen Moment rang die Kölnerin um Fassung, doch dann überwältigten sie die Emotionen. Die Tränen begannen zu fließen. Moderator Horst Lichter reagierte sofort, ging zu ihr und nahm sie tröstend in den Arm. „Ich hab Gänsehaut, also damit hab ich wirklich nicht gerechnet“, sagte Maddaus sichtlich bewegt, während sie sich die Tränen aus den Augen wischte.
Die endgültige Schätzung der Expertin lag aufgrund der hochwertigen Verarbeitung und der beliebten Motive der Anhänger sogar noch höher, bei 3.500 bis 3.600 Euro. „Uff, jetzt muss ich mich erstmal festhalten“, kommentierte die Rentnerin fassungslos und hakte sich bei ihrer Freundin Romy unter.
„Unfassbar, ich kann es immer noch nicht glauben. So viel Geld hatte ich noch nie in den Händen gehalten.“
Ein schneller Verkauf im Händlerraum
Mit der Händlerkarte in der Hand und gestärkt durch die unerwartete Expertise ging es für die beiden Freundinnen in den Händlerraum. Dort stieß das Bettelarmband sofort auf großes Interesse. Die Händlerinnen und Händler zeigten sich von den detailreichen Anhängern begeistert.
Die Gebote stiegen schnell an, nachdem der hohe Goldwert von 3.300 Euro bekannt war. Mehrere Händler beteiligten sich an der Auktion, doch am Ende setzte sich Susanne Steiger durch. Sie erwarb das Schmuckstück für 3.500 Euro.
Für Ingrid Maddaus endete der Tag mit einem Ergebnis, das sie sich nie erträumt hätte. Der Verkaufspreis entsprach dem 14-Fachen ihres ursprünglichen Wunschpreises. Ein unvergesslicher Moment, der zeigt, welche Schätze manchmal unbemerkt in einer Schmuckschatulle schlummern können.




