Die Kölner Karnevalswelt nimmt Abschied von einer ihrer bekanntesten Persönlichkeiten. Die Büttenrednerin Ingrid Kühne hat ihre letzte Session beendet und verlässt die großen Bühnen des Fastelovend. Eine bisher unveröffentlichte Szene aus der ZDF-Mädchensitzung zeigt nun den hochemotionalen Moment ihres Abschieds, der den Fernsehzuschauern vorenthalten blieb.
Nach einer langen und erfolgreichen Karriere zieht sich Kühne aus gesundheitlichen Gründen und wegen Veränderungen im Sitzungskarneval zurück. Ihr letzter großer Auftritt wurde zu einer bewegenden Ehrung, bei der nicht nur bei ihr die Tränen flossen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die bekannte Büttenrednerin Ingrid Kühne beendet ihre Karriere im Kölner Karneval.
- Ein emotionaler Abschied bei der ZDF-Mädchensitzung wurde nicht im Fernsehen gezeigt.
- Der scheidende Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn würdigte Kühne für ihr großes Herz und ihr soziales Engagement.
- Als besondere Ehre durfte sich Kühne in das Goldene Buch des Festkomitees eintragen.
- Kühne nannte die hohe körperliche Belastung und ein unaufmerksamer werdendes Publikum als Gründe für ihren Rückzug.
Ein Abschied hinter den TV-Kulissen
Für die Zuschauer vor den Bildschirmen war es ein Auftritt wie jeder andere, doch hinter den Kulissen der ZDF-Mädchensitzung an Weiberfastnacht spielten sich Szenen ab, die erst jetzt durch von Kühne selbst veröffentlichte Aufnahmen bekannt wurden. Nach ihrer Rede betrat der ebenfalls scheidende Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, die Bühne, um Kühne persönlich zu verabschieden.
Sichtlich bewegt und mit den Tränen kämpfend, nahm die Künstlerin die Würdigung entgegen. Das Publikum im Saal erhob sich für stehende Ovationen, was Kühne mit brüchiger Stimme dankte. Kuckelkorn, der nach dieser Session ebenfalls sein Amt niederlegte, fand persönliche und humorvolle Worte. Er scherzte, dass er nach Kühnes Rücktrittsankündigung im April dachte: „Das macht auch keinen Sinn mehr ohne dich und deshalb gehen wir zusammen.“
Mehr als nur eine Rednerin: Ein Herz für Köln
Christoph Kuckelkorn hob in seiner Laudatio nicht nur die künstlerischen Verdienste von Ingrid Kühne hervor, sondern vor allem ihr außergewöhnliches soziales Engagement. Er erinnerte an die von ihr im Jahr 2022 gegründete Stiftung, die sich für benachteiligte Menschen einsetzt.
Beeindruckendes Engagement
Mit ihrer Stiftung hat Ingrid Kühne bereits 300.000 Euro gesammelt. Die Gelder werden unkompliziert an Menschen in Not weitergegeben.
„Ingrid, du hast so ein tolles Herz für den Fastelovend und für die Menschen“, betonte Kuckelkorn unter dem Applaus des Publikums.
Dieses Engagement zeigt eine Seite der Künstlerin, die abseits der grellen Lichter der Karnevalsbühnen oft im Verborgenen bleibt. Es unterstreicht, dass ihre Verbindung zu den Menschen weit über den Humor hinausgeht.
Eine besondere Ehre zum Abschluss
Der emotionale Höhepunkt der Ehrung war ein Moment von historischer Bedeutung. Christoph Kuckelkorn bat Ingrid Kühne, sich in das Goldene Buch des Festkomitees Kölner Karneval einzutragen – eine seltene und prestigeträchtige Auszeichnung.
„In diesem Buch haben sich bereits Päpste, Bundespräsidenten und -kanzler, viele Künstler und sämtliche Dreigestirne verewigt“, erklärte Kuckelkorn die Bedeutung des Buches. Unter Trommelwirbel und dem Jubel der Anwesenden setzte Kühne ihre Unterschrift in das historische Dokument. „Das Buch wird es auch in Hunderten Jahren geben und das zeugt von dem, was du für den Kölner Karneval und für die Menschen getan hast“, so Kuckelkorn.
Mit diesem Eintrag wird ihr Name für immer mit den großen Persönlichkeiten verbunden sein, die den Kölner Karneval und die Stadt geprägt haben.
Die Gründe für den Rückzug
Ingrid Kühnes Entscheidung, die große Bühne zu verlassen, hat mehrere Gründe. Zum einen nannte sie die enorme physische Belastung, die eine Karnevalssession mit sich bringt. Dutzende Auftritte in wenigen Wochen fordern ihren Tribut.
Zum anderen sprach sie eine Veränderung an, die viele Künstler im Karneval beobachten: Das Publikum sei in den letzten Jahren zunehmend unaufmerksam geworden. Für eine Büttenrednerin, deren Kunst auf dem gesprochenen Wort und der direkten Reaktion des Publikums basiert, ist dies eine besondere Herausforderung. Wenn die Konzentration im Saal nachlässt, geht die Verbindung zwischen Künstler und Zuhörer verloren.
Ein Blick auf die Karriere
Ingrid Kühnes professionelle Laufbahn als Büttenrednerin begann bereits 1998. Ihren großen Durchbruch in die erste Liga des Kölner Karnevals schaffte sie 2014, als sie vom WDR zur „Rampensau“ gekürt wurde. Seit 2016 war sie ein fester Bestandteil der bundesweit ausgestrahlten ZDF-Mädchensitzung und wurde so einem Millionenpublikum bekannt.
Trotz ihres eigenen Abschieds richtete sie einen emotionalen Appell an ihre Fans und das Publikum. „Bleibt dem Karneval treu, das ist ganz ganz wichtig“, sagte sie und fügte mit einem wehmütigen Lächeln hinzu: „Wenigstens ihr.“ Ein Satz, der die tiefe Liebe zum Fastelovend zeigt, auch wenn sie selbst nun einen anderen Weg geht.




