Erneut herrscht Unsicherheit um die Zukunft des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof in Köln. Berichte über eine interne Schließungsliste, auf der auch das traditionsreiche Haus auf der Hohe Straße stehen soll, sorgen für Unruhe. Der Filialgeschäftsführer weist die Spekulationen jedoch entschieden zurück und spricht von „absolutem Quatsch“.
Die Gerüchte kommen zu einer Zeit, in der der gesamte Konzern mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Schlechte Umsatzzahlen und Sorgen um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens bilden den Hintergrund für die aktuellen Diskussionen um den prominenten Standort in der Kölner Innenstadt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Medienbericht behauptet, die Galeria-Filiale auf der Hohe Straße stehe auf einer internen Schließungsliste.
- Der Kölner Filialgeschäftsführer Wenkal Bathija dementiert diese Berichte vehement.
- Der Mutterkonzern Galeria kämpft Berichten zufolge mit sinkenden Umsätzen und finanziellen Engpässen.
- Die Galeria-Führung hatte zuvor die Kölner Stadtpolitik für die Vernachlässigung der Innenstadt kritisiert.
Spekulationen um eine „Exit-Liste“
Auslöser der aktuellen Debatte ist ein Bericht der „Wirtschaftswoche“, der sich auf interne Informationen beruft. Demnach soll im Unternehmen eine sogenannte „Exit-Liste“ kursieren. Auf dieser Liste seien zwei Filialen als potenzielle Schließungskandidaten vermerkt – eine davon sei das Kölner Flaggschiff auf der Hohe Straße.
Diese Nachricht löste bei Mitarbeitern und in der Stadtgesellschaft Besorgnis aus. Das Warenhaus ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Kölner Einkaufsmeile und ein wichtiger Anker für den Einzelhandel in der Innenstadt.
Klares Dementi aus der Kölner Filiale
Auf die Berichte reagierte der Kölner Filialgeschäftsführer Wenkal Bathija umgehend und unmissverständlich. Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ wies er die Behauptungen scharf zurück. Er erklärte, dass es weder eine solche Liste noch konkrete Pläne zur Schließung des Standortes gebe.
„Das ist absoluter Quatsch“, wird Bathija zitiert. Seine deutlichen Worte sollen die aufkommende Unruhe eindämmen und ein Bekenntnis zum Standort signalisieren.
Konzernweite finanzielle Schieflage
Trotz des Dementis bleiben Sorgen bestehen, da die wirtschaftliche Lage des Gesamtkonzerns angespannt ist. Das Branchenmagazin „Textilwirtschaft“ meldete erst kürzlich, dass die Umsatzzahlen von Galeria so schlecht seien, dass erste Manager die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens in Frage stellen.
Auch im Januar sollen die Einnahmen stark zurückgegangen sein. Diese Entwicklung nährt die Befürchtung, dass weitere Restrukturierungsmaßnahmen notwendig werden könnten, um das Unternehmen zu stabilisieren. Eine offizielle Anfrage zum Verlauf des wichtigen Weihnachtsgeschäfts in den Kölner Filialen ließ die Konzernzentrale unbeantwortet.
Hintergrund: Die letzte Insolvenz
Vor rund anderthalb Jahren durchlief Galeria Karstadt Kaufhof bereits ein Insolvenzverfahren. Damals konnte die Filiale auf der Hohe Straße vergleichsweise glimpflich gerettet werden. Anders sah es für das Haus auf der Breite Straße aus, dessen Fortbestand nur durch zähe Verhandlungen über eine Senkung der Mietkosten gesichert werden konnte.
Kritik an der Entwicklung der Kölner Innenstadt
Die Führungsebene von Galeria hatte sich in der Vergangenheit bereits kritisch zur Situation in Köln geäußert. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ im Dezember bezeichneten die damaligen Chefs die Domstadt als Negativbeispiel für Stadtentwicklung.
Sie warfen der Stadtpolitik vor, die Innenstadt vernachlässigt zu haben. Insbesondere auf der Schildergasse, einer der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands, sei ein „schleichender Verfall“ zu beobachten. Dieser äußere sich durch zunehmenden Leerstand, eine hohe Fluktuation bei den Geschäften und eine abnehmende Kaufkraft der Besucher.
Die Bedeutung für die Hohe Straße
Die Kritik der Konzernführung ist auch für den Standort Hohe Straße relevant. Ein unattraktives Umfeld kann die Kundenfrequenz und damit den Umsatz eines Warenhauses direkt beeinflussen. Langfristig könnte die Lage vor allem dann kritisch werden, wenn der Mietvertrag für das Gebäude ausläuft und über neue, möglicherweise höhere Konditionen verhandelt werden muss. Ein schwächelnder Standort hat in solchen Verhandlungen eine deutlich schlechtere Position.
Wie geht es weiter?
Die Zukunft des traditionsreichen Warenhauses bleibt somit vorerst ungewiss. Während das lokale Management ein klares Bekenntnis zum Standort abgibt, schwebt die angespannte finanzielle Lage des Gesamtkonzerns wie ein Damoklesschwert über allen Filialen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob es dem Unternehmen gelingt, seine wirtschaftliche Situation zu stabilisieren. Für Köln steht viel auf dem Spiel: Ein Verlust des Galeria-Hauses auf der Hohe Straße wäre nicht nur ein schwerer Schlag für die Mitarbeiter, sondern auch für die Attraktivität und Vitalität der gesamten Innenstadt.




